Sinfoniekonzert 2

musicAeterna | Teodor Currentzis | Solisten

Haydn | Pergolesi

Fr, 07.04. | 19.30 Uhr | Nr. 17108

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Oster-Festival

01.04.-09.04. 2017

 

|

 
     
    Nuria Rial  Sopran
    Paula Murrihy  Mezzosopran
    Joseph Haydn (1732–1809)
    Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
    Fassung für Orchester Hob. XX:1A
    Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736)
    Stabat Mater f-Moll

    Als «angelico maestro», als «engelhafter Meister», ist Giovanni Battista Pergolesi in die Musikgeschichte eingegangen. Sein allzu früher Tod, der ihn 1736 im Alter von nur 26 Jahren ereilte, tat ein Übriges, um Vergleiche mit Mozart zu provozieren und seinen Mythos zu begründen. Vor allem Pergolesis letztes vollendetes Werk, das ergreifende Stabat Mater, wirkt wie eine Verheissung: Diese Musik will nicht durch Kunstfertigkeit überwältigen, sie will mit einer zu Herzen gehenden Schlichtheit berühren – ein Ideal, das ganze Generationen vorwegnimmt. Teodor Currentzis koppelt diesen frühen Geniestreich mit einer Passionsmusik des reifen Joseph Haydn, den Sieben letzten Worten unseres Erlösers am Kreuze, die in der originalen Orchesterfassung von 1787 erklingen. Haydn spiegelt jedes der letzten Christus-Worte mit einer tiefgründigen musikalischen Meditation und lässt am Ende mit dem «Terremoto», dem Erdbeben, den Zorn Gottes hereinbrechen: genau das Richtige für den Pultekstatiker Currentzis.

    musicAeterna

    Das Ensemble musicAeterna, das sich aus einem Orchester und einem Chor zusammensetzt, wurde 2004 von Teodor Currentzis in Nowosibirsk mit dem Ziel gegründet, ein breites Repertoire vom Barock bis zur Gegenwart zu erarbeiten. Von 2011 bis 2019 war es am Staatlichen Ballett- und Operntheater Perm (Ural) beheimatet, wo es jährlich mehrere Produktionen gestaltete. Seit dem September 2019 arbeitet es frei und privat finanziert. In den letzten Jahren hat sich musicAeterna zu einem echten Exportschlager entwickelt: Gemeinsam mit Teodor Currentzis gastierten das Orchester und der Chor in Wien, Amsterdam, London, Paris, Brüssel, Lissabon, Helsinki, Moskau, St. Petersburg und, auf Einladung der Berliner Philharmoniker, in der dortigen Philharmonie. Opernproduktionen führten sie zur Ruhrtriennale, zum Festival d’Aix-en-Provence und ans Festspielhaus Baden-Baden. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit den Salzburger Festspielen, wo musicAeterna 2017 mit Mozarts La clemenza di Tito seinen Einstand gab; gemeinsam mit Currentzis wird das Ensemble dort in den nächsten Jahren Wagners Tristan und Isolde sowie Bachs h-Moll-Messe interpretieren. Anfang 2019 ging es erstmals auf Japan-Tournee, und noch in diesem Jahr debutiert musicAeterna mit Verdis Requiem in New York. Mehrfach haben die Musikerinnen und Musiker neue Werke zur Uraufführung gebracht, so etwa Dmitri Kourliandskis Oper Nosferatu, Philippe Hersants Tristia und Alexei Syumaks Einakter Cantos. Zahlreiche Einspielungen entstanden in den letzten Jahren, darunter der vielbeachtete Mozart-Da Ponte-Zyklus mit Le nozze di Figaro (2013), Così fan tutte (2014) und Don Giovanni (2016). Für diese und andere CDs erhielten das Ensemble und Currentzis den «Preis der deutschen Schallplattenkritik», den «Echo Klassik» und den «Diapason d’or». Überdies wurde musicAeterna bereits siebzehnmal die «Goldene Maske» des russischen Theaterverbands verliehen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 25. März 2015 mit einem reinen Rameau-Programm unter der Leitung von Teodor Currentzis.

    August 2019

    Weitere Termine

    Teodor Currentzis

    Teodor Currentzis, geboren 1972 in Athen, studierte zunächst Violine und Komposition am Nationalkonservatorium seiner Heimatstadt. 1994 zog er nach St. Petersburg und absolvierte dort sein Kapellmeisterstudium bei Ilja Musin, dem legendären Pädagogen, aus dessen Dirigentenklasse auch Semyon Bychkov und Valery Gergiev hervorgegangen sind. Seine erste Chefposition führte Currentzis 2004 an die Staatsoper Nowosibirsk, die er als Generalmusikdirektor sechs Jahre lang leitete. Von 2011 bis Sommer 2019 amtierte er als Musikdirektor an der Oper in Perm; weiterhin verantwortet er dort das Diaghilew-Festival. Internationalen Ruhm erwarb er sich mit seinem 2004 gegründeten Ensemble musicAeterna, das ein Orchester und einen Chor umfasst. Mit ihnen trat er u. a. im Festspielhaus Baden-Baden, am Wiener Konzerthaus, im Amsterdamer Concertgebouw und in der Berliner Philharmonie auf. Als Operndirigent war Currentzis am Moskauer Bolschoi-Theater, an der Bayerischen Staatsoper, am Zürcher Opernhaus, am Teatro Real in Madrid und beim Festival d’Aix-en-Provence zu Gast. 2017 debutierte er mit Mozarts La clemenza di Tito bei den Salzburger Festspielen; dort dirigierte er 2018 alle neun Beethoven-Sinfonien, 2019 folgte Mozarts Idomeneo. Seit Herbst 2018 leitet Cur-rentzis als Chefdirigent das SWR Symphonieorchester, mit dem er in den vergangenen Monaten Sinfonien von Mahler, Tschaikowsky und Schostakowitsch erarbeitete und im Wiener Konzerthaus sowie in der Hamburger Elbphilharmonie gastierte. Mit musicAeterna ging er im Februar 2019 erstmals auf Japan-Tournee. Bereits siebenmal wurde Teodor Currentzis mit dem russischen Theaterpreis «Die goldene Maske» ausgezeichnet; 2016 wählten ihn die Kritiker des Magazins Opernwelt zum «Dirigenten des Jahres». Seine CDs wurden mit zahlreichen Preisen bedacht; seine jüngste Einspielung ist Mahlers Sechster Sinfonie gewidmet.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 25. März 2015 mit musicAeterna und einem reinen Rameau-Programm.

    August 2019

    Weitere Termine

    Nuria Rial

    Die Sopranistin Nuria Rial, die im katalanischen Manresa geboren wurde, studierte zunächst Gesang und Klavier am Konservatorium von Barcelona; nach der Diplomprüfung setzte sie ihre Ausbildung von 1998 bis 2002 in der Konzertklasse von Kurt Widmer an der Musikhochschule in Basel fort. 2003 erhielt sie in Luzern den Preis der Stiftung «Helvetia Patria Jeunesse». Im Zentrum ihres Repertoires steht die Barockmusik, aber auch als Mozart-Interpretin und Liedsängerin ist Nuria Rial erfolgreich. Auf dem Konzertpodium trat sie mit Ensembles wie Il Giardino Armonico, Les Musiciens du Louvre, Concerto Köln, The English Concert, L’Arpeggiata, Il Pomo d’Oro oder Café Zimmermann auf; sie arbeitete mit Dirigenten wie Laurence Cummings, Teodor Currentzis, Sir John Eliot Gardiner, Paul Goodwin, Thomas Hengelbrock, Gustav Leonhardt und Trevor Pinnock zusammen. Neben ihrer Konzerttätigkeit nimmt Nuria Rial auch ausgewählte Opernengagements an. So war sie, jeweils unter der Leitung von René Jacobs, mit Monteverdis L’Orfeo an der Staatsoper Berlin und mit Cavallis Eliogabalo am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel zu erleben. Am Teatro Real in Madrid wirkte sie bei Osvaldo Golijovs Ainadamar in der Inszenierung von Peter Sellars mit, und Iván Fischer verpflichtete sie als Pamina für eine Aufführungsserie von Mozarts Zauberflöte mit seinem Budapest Festival Orchestra. Nuria Rial wurde bereits viermal mit dem «Echo Klassik» ausgezeichnet: 2009 als «Nachwuchssängerin des Jahres» für ihre Einspielung von Haydn-Arien, 2009 und 2010 für die Projekte Teatro d’amore und Via crucis, die gemeinsam mit Christina Pluhar und L’Arpeggiata entstanden, und 2012 schliesslich für ihr Telemann-Album mit dem Kammerorchester Basel. Ihre CD Ave Maria erhielt den niederländischen «Edison Award».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 31. August 2010 mit Philippe Jaroussky und L'Arpeggiata unter der Leitung von Christina Pluhar.

    Februar 2017

     

    Paula Murrihy

    Die irische Mezzosopranistin Paula Murrihy, die aus der Grafschaft Kerry stammt, studierte in Dublin und Boston. Von 2009 bis 2017 war sie Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt, wo sie als Polissena in Händels Radamisto, Dorabella in Mozarts Così fan tutte, Meg Page in Verdis Falstaff und als Bizets Carmen zu erleben war. Mittlerweile freischaffend tätig, gastiert Paula Murrihy an Bühnen wie der Metropolitan Opera New York, der Los Angeles Opera, dem Opernhaus Zürich, der Nationaloper Amsterdam, dem Royal Opera House in London oder der English National Opera. Im Sommer 2019 trat sie als Idamante in Peter Sellars’ Neudeutung von Mozarts Idomeneo bei den Salzburger Festspielen auf; im Dezember kehrt sie an die Oper Frankfurt zurück und gestaltet dort die Titelrolle in Faurés Pénélope. Als Liedsängerin präsentierte sich Paula Murrihy beim Aldeburgh und beim Wexford Festival, in der New Yorker Carnegie Hall und der Londoner Wigmore Hall.

    August 2019

    Weitere Termine

    18.30 Uhr | Einführung mit Susanne Stähr | Auditorium

    Hauptsponsor