Sinfoniekonzert 27 – Mozart-Da Ponte-Zyklus 2

musicAeterna | Teodor Currentzis | Solisten

Mozart

Sa, 14.09.18.30 UhrNr. 19356

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 27 – Mozart-Da Ponte-Zyklus 2

    musicAeterna | Teodor Currentzis | Solisten

    Dimitris Tiliakos  Don Giovanni
    Robert Lloyd  Commendatore
    Nadezhda Pavlova  Donna Anna
    Kenneth Tarver  Don Ottavio
    Federica Lombardi  Donna Elvira
    Kyle Ketelsen  Leporello
    Ruben Drole  Masetto
    Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
    Don Giovanni KV 527 
    Dramma giocoso in zwei Akten
    Konzertante Aufführung

    Don Giovanni, der Lüstling und Libertin, vernascht die Frauen reihenweise: Bäuerinnen und Baronessen, Blonde und Braune, Dünne und Dicke, Junge und Alte – 231 in Deutschland, 640 in Italien und in Spanien sogar 1.003, wie sein Diener Leporello in der «Registerarie» genüsslich auflistet. Don Giovanni verkörpert die Macht des Eros, und nicht zufällig lautet seine Devise «Es lebe die Freiheit!» Am Ende aber muss er vor einer höheren Macht kapitulieren und für seinen ausschweifenden Lebenswandel büssen: Die Drohung des Jüngsten Gerichts und die Vision des Untergangs lauert in Mozarts Oper vom ersten Takt der Ouvertüre an über dem Schicksal des Helden. Aber was gibt es da nicht sonst noch alles zu hören und zu erleben: die funkensprühende «Champagnerarie», das einschmeichelnde Balkonständchen, das erotisierende Duett «Là ci darem la mano», die umwerfende Höllenfahrt … Und vor allem diese unglaublichen Stimmungswechsel, mit denen Mozart binnen weniger Takte von der euphorischen Ausgelassenheit zur bodenlosen Trauer wechselt. Für solche Übergänge, gestand Richard Strauss einmal, hätte er gern drei seiner Opern hergegeben.

    Gastronomisches Angebot des KKL beim Sommer-Festival 2019

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    musicAeterna

    Das Ensemble musicAeterna, das sich aus einem Orchester und einem Chor zusammensetzt, wurde 2004 von Teodor Currentzis in Nowosibirsk mit dem Ziel gegründet, ein breites Repertoire vom Barock bis zur Gegenwart zu erarbeiten. Von 2011 bis 2019 war es am Staatlichen Ballett- und Operntheater Perm (Ural) beheimatet, wo es jährlich mehrere Produktionen gestaltete. Seit dem September 2019 arbeitet es frei und privat finanziert. In den letzten Jahren hat sich musicAeterna zu einem echten Exportschlager entwickelt: Gemeinsam mit Teodor Currentzis gastierten das Orchester und der Chor in Wien, Amsterdam, London, Paris, Brüssel, Lissabon, Helsinki, Moskau, St. Petersburg und, auf Einladung der Berliner Philharmoniker, in der dortigen Philharmonie. Opernproduktionen führten sie zur Ruhrtriennale, zum Festival d’Aix-en-Provence und ans Festspielhaus Baden-Baden. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit den Salzburger Festspielen, wo musicAeterna 2017 mit Mozarts La clemenza di Tito seinen Einstand gab; gemeinsam mit Currentzis wird das Ensemble dort in den nächsten Jahren Wagners Tristan und Isolde sowie Bachs h-Moll-Messe interpretieren. Anfang 2019 ging es erstmals auf Japan-Tournee, und noch in diesem Jahr debutiert musicAeterna mit Verdis Requiem in New York. Mehrfach haben die Musikerinnen und Musiker neue Werke zur Uraufführung gebracht, so etwa Dmitri Kourliandskis Oper Nosferatu, Philippe Hersants Tristia und Alexei Syumaks Einakter Cantos. Zahlreiche Einspielungen entstanden in den letzten Jahren, darunter der vielbeachtete Mozart-Da Ponte-Zyklus mit Le nozze di Figaro (2013), Così fan tutte (2014) und Don Giovanni (2016). Für diese und andere CDs erhielten das Ensemble und Currentzis den «Preis der deutschen Schallplattenkritik», den «Echo Klassik» und den «Diapason d’or». Überdies wurde musicAeterna bereits siebzehnmal die «Goldene Maske» des russischen Theaterverbands verliehen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 25. März 2015 mit einem reinen Rameau-Programm unter der Leitung von Teodor Currentzis.

    August 2019

    Weitere Termine

    Teodor Currentzis

    Teodor Currentzis, geboren 1972 in Athen, studierte zunächst Violine und Komposition am Nationalkonservatorium seiner Heimatstadt. 1994 zog er nach St. Petersburg und absolvierte dort sein Kapellmeisterstudium bei Ilja Musin, dem legendären Pädagogen, aus dessen Dirigentenklasse auch Semyon Bychkov und Valery Gergiev hervorgegangen sind. Seine erste Chefposition führte Currentzis 2004 an die Staatsoper Nowosibirsk, die er als Generalmusikdirektor sechs Jahre lang leitete. Von 2011 bis Sommer 2019 amtierte er als Musikdirektor an der Oper in Perm; weiterhin verantwortet er dort das Diaghilew-Festival. Internationalen Ruhm erwarb er sich mit seinem 2004 gegründeten Ensemble musicAeterna, das ein Orchester und einen Chor umfasst. Mit ihnen trat er u. a. im Festspielhaus Baden-Baden, am Wiener Konzerthaus, im Amsterdamer Concertgebouw und in der Berliner Philharmonie auf. Als Operndirigent war Currentzis am Moskauer Bolschoi-Theater, an der Bayerischen Staatsoper, am Zürcher Opernhaus, am Teatro Real in Madrid und beim Festival d’Aix-en-Provence zu Gast. 2017 debutierte er mit Mozarts La clemenza di Tito bei den Salzburger Festspielen; dort dirigierte er 2018 alle neun Beethoven-Sinfonien, 2019 folgte Mozarts Idomeneo. Seit Herbst 2018 leitet Cur-rentzis als Chefdirigent das SWR Symphonieorchester, mit dem er in den vergangenen Monaten Sinfonien von Mahler, Tschaikowsky und Schostakowitsch erarbeitete und im Wiener Konzerthaus sowie in der Hamburger Elbphilharmonie gastierte. Mit musicAeterna ging er im Februar 2019 erstmals auf Japan-Tournee. Bereits siebenmal wurde Teodor Currentzis mit dem russischen Theaterpreis «Die goldene Maske» ausgezeichnet; 2016 wählten ihn die Kritiker des Magazins Opernwelt zum «Dirigenten des Jahres». Seine CDs wurden mit zahlreichen Preisen bedacht; seine jüngste Einspielung ist Mahlers Sechster Sinfonie gewidmet.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 25. März 2015 mit musicAeterna und einem reinen Rameau-Programm.

    August 2019

    Weitere Termine

    Dimitris Tiliakos

    Der auf Rhodos geborene griechische Bariton Dimitris Tiliakos studierte zunächst Viola, ehe er seine Gesangsausbildung am Athener Konservatorium absolvierte. Als Gewinner des «Maria Callas Prize» erhielt er ein Stipendium, mittels dessen er das Studium bei Daphne Evangelatos an der Münchner Musikhochschule fortsetzen konnte. 1997 gab er sein Bühnendebut als Graf Almaviva in Mozarts Le nozze di Figaro am Münchner Prinzregententheater und wurde dafür mit dem Willi Domgraf-Fassbaender-Preis ausgezeichnet. Nach einigen Jahren im Ensemble des Nürnberger Theaters ist er seit 2004 freischaffend tätig und gastierte seither an der New Yorker Metropolitan Opera, am Londoner Royal Opera House, an der Opéra national de Paris, am Opernhaus Zürich, am Teatro Real in Madrid, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Als Don Giovanni ist er auch auf Teodor Currentzis’ Einspielung der Mozart-Oper zu hören.

    August 2019

    Robert Lloyd

    Der englische Bassist Robert Lloyd begann seine Laufbahn 1969 an der Sadler’s Wells Opera (später English National Opera), ehe er 1972 ans Royal Opera House wechselte, wo er seither über 60 verschiedene Werke interpretiert und die grossen Basspartien von Mozart, Verdi und Wagner gesungen hat. Eine seiner Paraderollen ist Mussorgskys Boris Godunow, den er erstmals 1983 am Covent Garden in der Inszenierung von Andrej Tarkovsky gestaltete. Robert Lloyd trat rund 200 Mal an der Metropolitan Opera New York auf und gastierte auch an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, der Opéra national de Paris, der Deutschen Oper Berlin, der Niederländischen Nationaloper, der Lyric Opera of Chicago und der San Francisco Opera. 1991 wurde er zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Lloyd, der Gründungspräsident der British Youth Opera war und dem Verband der britischen Berufsmusiker vorstand, ist Honorary Fellow des Keble College in Oxford.

    August 2019

    Nadezhda Pavlova

    Die russische Sopranistin Nadezhda Pavlova schloss ihr Studium 2006 am Staatlichen Glasunow-Konservatorium im karelischen Petrosawodsk ab und trat am dortigen Opernhaus ihr erstes Engagement an. Seit 2012 ist sie Ensemblemitglied an der Oper Perm. Zu ihrem Repertoire zählen Partien wie Donizettis Lucia di Lammermoor, Verdis Violetta Valéry (La traviata), Musetta in Puccinis La Bohème, Olympia in Offenbachs Les Contes d’Hoffmann, Zerbinetta in Strauss’ Ariadne auf Naxos oder Louisa in Prokofjews Verlobung im Kloster. Gemeinsam mit Teodor Currentzis und musicAeterna war sie in der Hamburger Elbphilharmonie und der Kölner Philharmonie, am Konzerthaus Dortmund und am Grand Théâtre in Luxemburg zu Gast. Sie trat aber auch am Moskauer Bolschoi-Theater auf, wo sie 2018/19 als Cunegonde in einer Neuproduktion von Bernsteins Candide mitwirkte, und sang an der Lettischen Nationaloper. 2017 wurde sie mit der «Goldenen Maske» ausgezeichnet.

    August 2019

    Weitere Termine

    Kenneth Tarver

    Der Tenor Kenneth Tarver, der aus Detroit stammt, studierte an der Yale University und am Oberlin College. Seine Karriere begann er im «Metropolitan Opera Young Artist Program», doch bald wurde er auch an grosse europäische Bühnen engagiert wie etwa das Londoner Royal Opera House, die Staatsoper Berlin, die Bayerische und die Wiener Staatsoper sowie die Dresdner Semperoper; hinzu kamen Einladungen zu den Festivals von Aix-en-Provence und Edinburgh. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt auf dem Opernschaffen Mozarts und dem Belcanto-Repertoire, doch auch Werke von Strawinsky und Schtschedrin hat er interpretiert. Auf dem Konzertpodium arbeitete Kenneth Tarver mit Claudio Abbado, Pierre Boulez, Riccardo Chailly, Sir Colin Davis und Zubin Mehta zusammen. Die Einspielung von Berlioz’ Les Troyens, an der er mitwirkte, wurde mit zwei «Grammys» ausgezeichnet. Gemeinsam mit Teodor Currentzis hat er Mozarts Così fan tutte und Don Giovanni aufgenommen.

    August 2019

    Federica Lombardi

    Federica Lombardi studierte am Liceo Musicale «Angelo Massini» in Forlì, war 2015/16 Mitglied der «Accademia di perfezionamento per cantanti lirici» der Mailänder Scala, nahm 2015 am «Young Singers Project» der Salzburger Festspiele teil und ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe, so u. a. des «Concorso AsLiCo» in Como. Die italienische Sopranistin ist eine gefragte Mozart-Interpretin und war als Donna Elvira (Don Giovanni) an der New Yorker Met und der Wiener Staatsoper, als Fiordiligi (Così fan tutte) an der Bayerischen Staatsoper sowie als Elettra (Idomeneo) an der Mailänder Scala zu Gast, wo sie auch die Titelpartie in Donizettis Anna Bolena übernahm. Für 2020 sind ihr Rollendebut als Desdemona (Verdis Otello) an der Deutschen Oper Berlin und ihr Einstand bei den Salzburger Festspielen geplant. Im Konzertbereich sang sie unter Zubin Mehta Mozarts Requiem und unter Sir Antonio Pappano Rossinis Messa di Gloria.

    August 2019

    Kyle Ketelsen

    Geboren in Clinton/Iowa, studierte der amerikanische Bassbariton Kyle Ketelsen an den Universitäten von Iowa und Indiana. Er gewann die «Metropolitan Opera National Council Auditions» und wurde mit dem «Richard Tucker Career Grant» ausgezeichnet. Besonders gerühmt werden seine Interpretationen des Escamillo aus Bizets Carmen, den er an der New Yorker «Met», in San Francisco, Madrid und Amsterdam sang, und des Leporello aus Mozarts Don Giovanni, mit dem er an der Chicago Lyric Opera, der Houston Grand Opera, der Bayerischen Staatsoper und in Aix-en-Provence zu Gast war. Am Opernhaus Zürich gestaltete er den Golaud aus Debussys Pelléas und den Méphistophélès aus Gounods Faust, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona Mozarts Figaro und am Londoner Royal Opera House den Nick Shadow aus Strawinskys The Rake’s Progress. 2019/20 wird er in der Titelpartie von Messiaens St. François d’Assise am Grand Théâtre de Genève zu erleben sein.

    August 2019

    Ruben Drole

    Der Bassbariton Ruben Drole wurde 1980 als Sohn eines slowenischen Vaters und einer spanischen Mutter in der Schweiz geboren. Er studierte bei Jane Thorner Mengedoht an der Zürcher Musikhochschule und begann seine Laufbahn 2004 am Zürcher Opernhaus, dessen Ensemble er bis heute angehört. Dort gestaltet er Mozart-Rollen wie den Papageno in der Zauberflöte, den Leporello im Don Giovanni, Guglielmo in Così fan tutte und die Titelpartie in Le nozze di Figaro, aber auch barockes Repertoire und Partien von Janáček, Schreker und Weill. Regelmässig arbeitete er mit Nikolaus Harnoncourt zusammen, der ihn auch zur styriarte engagierte. Ruben Drole gastierte beim Festival d’Aix-en-Provence, bei den Salzburger Festspielen, an der Dresdner Semperoper, am Theater an der Wien und beim Spoleto Festival in den USA. Dirigenten wie William Christie, Emmanuelle Haïm, Ton Koopman und Franz Welser-Möst verpflichteten ihn für Konzert- und Opernprojekte.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 1. April 2004 mit Frank Martins Golgotha unter Leitung von Alois Koch.

    August 2019
     

     

    Christina Gansch

    Die Sopranistin Christina Gansch, 1990 im österreichischen St. Pölten geboren, studierte am Salzburger Mozarteum sowie an der Londoner Royal Academy of Music und gewann 2014 den «Kathleen Ferrier Award». Bereits 2013 konnte sie als Barbarina in Mozarts Figaro mit Nikolaus Harnoncourt zusammenarbeiten. Ihre Laufbahn begann sie an der Hamburgischen Staatsoper, wo sie u. a. die Pamina in Mozarts Zauberflöte, den Oscar in Verdis Un ballo in maschera und das Gretchen in Schumanns Faust-Szenen gestaltete. Als Servilia in Mozarts La clemenza di Tito war Christina Gansch bei den Salzburger Festspielen zu Gast, als Debussys Mélisande beim Glyndebourne Festival, als Waldvogel in Wagners Siegfried an der Staatsoper Berlin, als Najade in Strauss’ Ariadne an der Mailänder Scala und als Dorinda in Händels Orlando an der San Francisco Opera. 2019/20 gibt sie als Gretel in Humperdincks Märchenoper ihr Debut an der Bayerischen Staatsoper.

    August 2019

    17.30 Uhr | KKL Luzern, Auditorium
    Konzerteinführung mit Susanne Stähr

    Konzertsponsor