Sinfoniekonzert 16

Münchner Philharmoniker | Valery Gergiev | Leonidas Kavakos

Schostakowitsch | Bruckner

So, 02.09.19.30 UhrNr. 18332

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

17.08.-16.09. 2018

 

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    Sinfoniekonzert 16

    Münchner Philharmoniker | Valery Gergiev | Leonidas Kavakos

    Valery Gergiev  Dirigent
    Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
    Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
    Anton Bruckner (1824–1896)
    Sinfonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104 Romantische
    Fassung von 1878/80 in der Edition von Leopold Nowak

    Wie frei ist ein Komponist? Schostakowitschs Laufbahn entwickelte sich im stalinistischen System, das seine Musik als «neurotisch» und «kakophon» verteufelte, um ihn dann wieder zu belobigen und mit höchsten Orden zu prämieren. Was Schostakowitsch wirklich wichtig war, konnte er indes nicht immer zur Aufführung bringen. Auch sein Erstes Violinkonzert, das seine verzwickte Lage musikalisch reflektiert, musste er zurückziehen, als 1948 wieder ein Scherbengericht über ihn hereinbrach. Erst 1955 gelangte das Werk öffentlich zu Gehör. Für den Solisten ist es eines der anspruchsvollsten im ganzen Repertoire – ideal also für Leonidas Kavakos, den Geiger der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Österreicher Anton Bruckner sah sich ganz anderen Erwartungen ausgesetzt, als er seine Vierte Sinfonie komponierte: Weil damals Programmmusik angesagt war, behauptete er, in seiner Romantischen Ritter und Rosse, Jäger im Wald und ein Volksfest dargestellt zu haben. Doch Bruckners Musik erlaubt viele Assoziationen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

    Podcast «Kinderszenen»: 
    Auch die Grossen waren einmal klein: Wie sah die Kindheit der grossen Komponisten aus. Erzählt von Susanne Stähr.

    Anton Bruckner (Link)
    Dimitri Schostakowitsch (Link)

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Münchner Philharmoniker

    Die 1893 gegründeten Münchner Philharmoniker erlangten unter Leitung ihres Chefdirigenten Felix Weingartner (1898–1905) internationales Ansehen. Gustav Mahler dirigierte das Orchester bei den Uraufführungen seiner Vierten und Achten Sinfonie, Bruno Walter brachte dort, kurz nach Mahlers Tod, Das Lied von der Erde erstmals zu Gehör. Der Bruckner-Schüler Ferdinand Löwe, der von 1908 bis 1914 als Chef amtierte, begründete die grosse Bruckner-Tradition der Philharmoniker. Siegmund von Hausegger und Oswald Kabasta prägten die Geschicke bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit Hans Rosbaud gewann das Orchester 1945 einen Leiter, der sich leidenschaftlich für die Moderne einsetzte. Ihm folgten Fritz Rieger (1949–66) und Rudolf Kempe (1967–76), ehe 1979 die siebzehnjährige Ära Sergiu Celibidaches begann, der den internationalen Ruf der Münchner Philharmoniker nicht zuletzt durch zahlreiche, Auslandstourneen stärkte. Von 1999 bis 2004 stand James Levine an der Spitze des Orchesters: Auftritte in der New Yorker Carnegie Hall und bei den BBC Proms in London bildeten Höhepunkte seiner Amtszeit. Mit Christian Thielemann, der von 2004 bis 2011 als Generalmusikdirektor fungierte, reiste das Orchester dann u. a. nach Japan, Korea und China. Von 2012 bis 2014 trug Lorin Maazel als Chefdirigent die Verantwortung bei den Münchner Philharmonikern. Seit 2015 hat Valery Gergiev die Leitungsposition inne und setzte mit sinfonischen Zyklen von Schostakowitsch, Strawinsky, Prokofjew und Rachmaninow programmatische Akzente; in München führt er auch jährlich das Festival «MPHIL 360°» durch. Seit 2016 veröffentlicht das Orchester seine CDs auf dem hauseigenen Label «MPHIL». Derzeit entsteht eine Gesamtaufnahme der Sinfonien Anton Bruckners. Neben Gergiev kommt Zubin Mehta als Ehrendirigent eine herausgehobene Position zu.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 23. März 2002, als Christian Thielemann Werke von Debussy, Chausson und Ravel dirigierte.

    Weitere Informationen finden Sie unter http://www.mphil.de

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Valery Gergiev

    Valery Gergiev, der 1953 in Moskau geboren wurde und im Kaukasus aufwuchs, studierte am Leningrader Konservatorium bei Ilja Musin und eröffnete seine Karriere 1977 als Preisträger des Karajan-Wettbewerbs in Berlin. Im Jahr darauf begann seine Zusammenarbeit mit der Kirow-Oper, dem heutigen Mariinsky-Theater, wo er mit Prokofjews Krieg und Frieden debutierte. 1988 wurde Gergiev dort zum Künstlerischen Leiter, 1996 zum Generaldirektor berufen; verbunden mit diesem Amt ist auch die Intendanz der Festivals «Stars of the White Nights» und «New Horizons». Mit dem Mariinsky-Ensemble gastierte er u. a. in Japan, China, Israel, den USA und vielen europäischen Musikzentren. 2006 konnte er in St. Petersburg einen neuen Konzertsaal einweihen, der eigens für das Mariinsky Orchestra errichtet wurde, 2013 folgte die Er-öffnung eines zweiten, neuen Opernhauses. Schon 1994 hatte Valery Gergiev seinen Einstand an der New Yorker Metropolitan Opera gefeiert, die ihn von 1997 bis 2008 als Ersten Gastdirigenten verpflichtete. Parallel dazu stand er von 1995 bis 2007 an der Spitze des Rotterdam Philharmonic Orchestra, und von 2007 bis 2015 leitete er das London Symphony Orchestra. Seit 2015 amtiert Valery Gergiev als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Als Gast dirigierte er die Sinfonieorchester von Boston, Chicago und San Francisco, das Cleveland und das Philadelphia Orchestra, die Berliner und die Wiener Philharmoniker sowie das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam. Mit Wagners Tannhäuser gab er 2019 seinen Einstand bei den Bayreuther Festspielen. Gergiev ist Vorsitzender des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs und Leiter des Moskauer Osterfestivals. In seinem Heimatland wurden ihm der Schostakowitsch-Preis und der Titel «Russischer Volkskünstler» verliehen; 2006 erhielt er den «Polar Music Prize» und den Karajan-Musikpreis.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 20. August 1999 mit Rotterdams Philharmonisch Orkest und Werken von Kancheli und Beethoven.

    Juli 2019

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    Leonidas Kavakos

    Der griechische Geiger Leonidas Kavakos ist «artiste étoile» beim Luzerner Sommer-Festival 2019. 1967 in Athen geboren, begann er als Fünfjähriger mit dem Geigenspiel. Sein Studium absolvierte er bei Stelios Kafantaris am Konservatorium seiner Heimatstadt und bei Josef Gingold an der Universität von Indiana. 1985 ging Kavakos als Sieger aus dem Sibelius-Wettbewerb in Helsinki hervor, 1988 gewann er die «Naumburg Violin Competition» in New York und den «Premio Paganini» in Genua. Mit der Weltersteinspielung des Sibelius-Konzerts in der lange für «unspielbar» gehaltenen Urfassung sorgte er für eine Sensation und wurde 1991 mit dem «Gramophone Concerto of the Year Award» ausgezeichnet. Seitdem tritt Kavakos als Solist mit vielen renommierten Orchestern auf, etwa mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig und der Dresdner Staatskapelle, dem Philadelphia Orchestra und der Filarmonica della Scala, dem Chicago Symphony, dem Los Angeles, dem Israel oder dem New York Philharmonic. Zunehmend widmet sich Kavakos auch selbst dem Dirigieren und leitete das London, das Boston und das Houston Symphony Orchestra, das Budapest Festival Orchestra, das New York und das Rotterdam Philharmonic, die Wiener Symphoniker, das Chamber Orchestra of Europe sowie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. 2018/19 war Leonidas Kavakos «artist-in-residence» beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, mit dem er dabei, als Solist und Dirigent, Beethovens Violinkonzert auf CD aufgenommen hat. Sein Zyklus aller Beethoven-Sonaten mit Enrico Pace wurde 2013 mit dem «Echo Klassik» ausgezeichnet. 2014 erhielt er den «Gra-mophone Artist of the Year Award». Zuletzt veröffentlichte er Brahms’ Klaviertrios mit Emanuel Ax und Yo-Yo Ma. Leonidas Kavakos, dem 2017 der Sonning-Musikpreis verliehen wurde, spielt die Stradivari «Willemotte» aus dem Jahr 1734.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 29. August 1999 bei einem Beethoven-Schnittke-Konzert mit Kim Kashkashian und Natalia Gutman.

    Juli 2019

    Weitere Termine

    18.30 Uhr | Konzerteinführung mit Susanne Stähr | KKL Luzern, Auditorium

    Patronatskonzert der Freunde LUCERNE FESTIVAL