Late Night 1

Mivos Quartet | Saul Williams | Thomas Kessler

Kessler | Williams

Sa, 17.08.21.00 UhrNr. 19723

KKL Luzern, Luzerner Saal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Mivos Quartet:  Olivia de Prato, Violine | Maya Bennardo, Violine | Victor Lowrie Tafoya, Viola | Tyler J. Borden, Violoncello
    Saul Williams  Sprecher
    Thomas Kessler  Klangregie
    Thomas Kessler (*1937)
    Streichquartett mit Live-Elektronik
    Saul Williams (*1972)
    Solo-Performance
    Thomas Kessler (*1937)
    NGH WHT für Sprecher und Streichquartett

    Zu Beginn des neuen Jahrtausends, mit Mitte sechzig, wagte «composer-in-residence» Thomas Kessler noch einmal etwas ganz Neues: Er fusionierte Rap und zeitgenössische Musik. Ausgangspunkt war seine Begegnung mit dem US-Poeten Saul Williams, einem der Gründungsväter der Spoken-Word-Bewegung. NGH WHT ist die zweite Zusammenarbeit der beiden: Kessler vertonte Williams’ Gedicht, in dem es «um die Ursprünge des Hip-Hop, die Essenz des Widerstands geht», nicht in herkömmlicher Weise. Vielmehr «übersetzte» er Williams’ Sprach-Staccato direkt in Musik: «Das Streichquartett folgt seiner atemlosen Rezitation wie einer Synchronspur», erklärt der Komponist, «in einem Tempo, in welchem das Mitlesen des Textes sehr schwierig wäre.» Das amerikanische Mivos Quartet eröffnet die Late Night mit Kesslers 2013 entstandenem Streichquartett. Alle vier Musiker werden mit  einem  live-elektronischen  Setup ausgestattet, können ihren Sound via Laptop also selbst steuern. Teilweise klängen sie wie «vier grosse Sinfonieorchester, die zwar nicht auf dem Podium sitzen, aber dennoch wirklich und real den Raum füllen», so Kessler.

    Mit freundlicher Unterstützung von:
    Fondation Suisa
    Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Mivos Quartet

    Das in New York beheimatete Mivos Quartet, «eines der kühnsten und wildesten Ensembles für Neue Musik in Amerika» (The Chicago Reader), wurde 2008 gegründet und hat sich der Gegenwartsmusik verschrieben. Es hat zahlreiche neue Werke in Auftrag gegeben bzw. uraufgeführt und ist bestrebt, langfristig mit Komponistinnen und Komponisten unterschiedlicher musikästhetischer Orientierung zusammenzuarbeiten, unter ihnen Sam Pluta, Mark Barden, Richard Carrick, George Lewis, Eric Wubbels, Kate So-per, Scott Wollschleger und Patrick Higgins. Das Quartett vergibt zwei Kompositionspreise: den jährlich ausgelobten «Mivos/Kanter String Quartet Composition Prize», der Komponisten am Beginn ihrer Karriere unterstützen soll, sowie den «I Creation/Mivos Composition Prize» für Komponisten chinesischer Herkunft. Neben der Erweiterung des Streichquartett-Repertoires entwickeln die vier Musiker auch grenzüberschreitende Projekte, etwa in den Bereichen Multimedia oder Improvisation und in Zusammenarbeit mit Künstlern wie dem Slam-Poeten Saul Williams, den Saxophonisten Dan Blake, Ned Rothenberg und Chris Speed, dem Gitarristen Timucin Şahin und dem Trompeter Nate Wooley. Das Mivos Quartet gastierte bei renommierten Festivals wie der NY Phil Biennial, Wien Modern, den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, dem Düsseldorfer Asphalt Festival, dem HellHOT! New Music Festival in Hongkong und der Shanghai New Music Week, bei Música de Agora na Bahia, beim Aldeburgh Festival und bei Lo Spirito della Musica di Venezia. Überdies bietet das Mivos Quartet regelmässig Workshops an, so an zahlreichen amerikanischen Hochschulen sowie in Shanghai, Singapur, Hongkong und Istanbul. Das Quartett hat mehrere CDs und DVDs vorgelegt, darunter Reappearances (2013) und Garden of Diverging Paths (2016) sowie, gemeinsam mit Dan Blake, The Dust Moves (2016).

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    Saul Williams

    Der Dichter, Slam-Poet, Musiker und Schauspieler Saul Williams, geboren 1972 in Newburgh/New York, studierte am Morehouse College in Atlanta und an der New Yorker Tisch School of the Arts. Internationale Aufmerksamkeit brachte ihm neben seinen Texten das von Rick Rubin produzierte Debut-Album Amethyst Rock Star (2001) ein. Seither ist Williams in mehr als 30 Ländern aufgetreten und hat Vorträge an über 300 Universitäten gehalten. Er hat im Weissen Haus und im Louvre, im New Yorker Lincoln Center, in der Londoner Queen Eliza-beth Hall und im Opernhaus Sydney, aber auch in Townships, Gemeindezentren und Gefängnissen performt und mit so unterschiedlichen Künstlern wie der Band Nine Inch Nails, der Sängerin Erykah Badu oder dem Dichter Allen Ginsberg zusammengearbeitet. Auch hat er in zahlreichen Kino- und TV-Filmen mitgewirkt, etwa in Slam (1998), ausgezeichnet in Cannes und beim Sundance Film Festival.

    August 2019

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    Thomas Kessler

    Thomas Kessler, geboren 1937, ist in diesem Sommer «composer-in-residence» von LUCERNE FESTIVAL. Nach dem Germanistik- und Romanistikstudium in seiner Geburtsstadt Zürich und in Paris studierte er in Berlin Komposition bei Heinz Friedrich Har-tig, Ernst Pepping und Boris Blacher, leitete dort anschliessend das Elec-tronic Beat Studio und wechselte später nach Nancy ans Centre universitaire international de formation et de recherche dramatique. Von 1973 bis 2000 lehrte er Komposition und Musiktheorie an der Musik-Akademie Basel, wo er das Elektronische Studio aufbaute. Gemeinsam mit Gérard Zinsstag gründete er in Zürich die Tage für Neue Musik, mit Wolfgang Heiniger rief er in Basel das «Echt!Zeit»-Festival für live-elektronische Musik ins Leben. Kessler wurde 2005 mit dem «Kompositionspreis Marguerite Staehelin» des Schweizer Tonkünstlervereins und 2018 mit dem Schweizer Musikpreis geehrt und ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

    August 2019

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    Das «Thomas-Kessler-Paket»
    20% Rabatt ab drei verschiedenen Konzerten mit «composer-in-residence» Thomas Kessler