Mariinsky Orchestra 1

Mariinsky Orchestra | Valery Gergiev | Yuja Wang

Prokofjew | Rachmaninow | Strawinsky

Sa, 28.08. | 18.30 Uhr | Nr. 211319

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 290 190 130 40


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Mariinsky Orchestra 1

    Mariinsky Orchestra | Valery Gergiev | Yuja Wang

    Valery Gergiev  Dirigent
    Yuja Wang  Klavier
    Sergej Prokofjew (1891–1953)
    Vier Stücke aus dem Ballett Romeo und Julia op. 64
    Sergej Rachmaninow (1873–1943)
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 g-Moll op. 40
    Igor Strawinsky (1882–1971)
    Petruschka. Ballett in vier Bildern (Fassung von 1911)

    Wo spielt die Musik? In Igor Strawinskys Ballettmusik Petruschka scheint sie von überall her zu tönen, von nah und fern, von links und rechts, von vorn und hinten, doch gleichzeitig vermischen sich die verschiedenen Melodien und Rhythmen zu einer atemberaubend verrückten Melange, wie auf dem Rummelplatz. Genau dort ist auch die Bühnenhandlung um das russische Kasperle Petruschka, den tragischen Helden der Jahrmärkte, angesiedelt. Strawinsky öffnete mit seiner Partitur das Fenster weit in Richtung Moderne, indem er das musikalische Material frei collagiert, überblendet oder mit harten Schnitten aneinandersetzt – und das im Jahr 1911! Ungewohnt modern zeigt sich auch Sergej Rachmaninow in seinem Vierten Klavierkonzert, das «artiste étoile» Yuja Wang interpretiert: Etliche jazzige Klänge hat er hier mit eingebaut. Am Anfang dieses rein russischen Abends mit dem Mariinsky Orchestra und seinem Chef Valery Gergiev aber steht Sergej Prokofjew at his best: mit berührenden und schmissigen Stücken aus Romeo und Julia, einer Ballettversion der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt.

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Mariinsky Orchestra

    Das Mariinsky Orchestra wurde 1783 in St. Petersburg, während der Regentschaft Katharinas der Grossen, als Hofkapelle ge-gründet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte es unter der Leitung Eduard Nápravníks einen grossen Aufschwung. Seine ausserordentliche Qualität zog Musiker aus aller Welt an, darunter Komponisten wie Berlioz, Wagner, Tschaikowsky, Mahler und Rachmaninow oder Pultstars wie Hans von Bülow und Arthur Nikisch. Viele Meilensteine des Repertoires wurden vom Mariinsky Orchestra uraufgeführt, so etwa Opern und Ballette von Glinka, Tschaikowsky, Mussorgsky, Rimsky-Korsakow, Schostakowitsch und Chatschaturjan. 1935, zu Sowjetzeiten, wurde der Klangkörper (und mit ihm sein Stammhaus, das Mariinsky-Theater) in Kirow-Orchester (bzw. Kirow-Theater) umbenannt, nach einem ermordeten Leningrader Sekretär der KPdSU. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden die ursprünglichen Namen reaktiviert. Vladimir Dranishnikov, Ariy Pazovsky, Evgeny Mravinsky, Konstantin Simeonov und Yuri Temirkanov zählten zu den Dirigenten, die das Mariinsky Orchestra im 20. Jahrhundert entscheidend prägten. Seit 1988 wird es von Valery Gergiev geleitet, der das Repertoire wesentlich erweiterte und auch zuvor ignorierte Komponist*innen wie Strawinsky, Messiaen, Dutilleux, Henze, Schtschedrin, Gubaidulina oder Kancheli zu Gehör brachte; vor allem aber führt Gergiev seine Musiker*innen regelmässig zu Auftritten in aller Welt: zu den wichtigsten Festivals und in die grossen Musikmetropolen. Seit 2009 veröffentlicht das Orchester seine CDs auf dem eigenen Plattenlabel «Mariinsky».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 20. August 2000 unter der Leitung von Valery Gergiev, mit Werken von Bartók, Skrjabin und Mussorgsky/Ravel.

    Juli 2021

    Weitere Termine

    Valery Gergiev

    Der 1953 in Moskau geborene Valery Gergiev studierte am Leningrader Konservatorium bei Ilja Musin und gelangte 1977 als Preisträger des Karajan-Wettbewerbs in Berlin zu internationaler Bekanntheit. Im Jahr darauf begann seine Zusammenarbeit mit der Kirow-Oper, dem heutigen Mariinsky-Theater, wo er mit Prokofjews Krieg und Frieden debutierte. 1988 wurde Gergiev dort zum Künstlerischen Leiter, 1996 zum Generaldirektor berufen; verbunden mit diesem Amt ist auch die Intendanz der Festivals «Stars of the White Nights» und «New Horizons». Mit dem Mariinsky-Ensemble gastierte er u. a. in Japan, China, Israel, den USA und vielen europäischen Musikzentren. 2006 konnte er in St. Petersburg einen neuen Konzertsaal einweihen, der eigens für das Mariinsky Orchestra errichtet wurde, 2013 folgte die Eröffnung eines zweiten, neuen Opernhauses. Schon 1994 hatte Valery Gergiev seinen Einstand an der New Yorker Metropolitan Opera gefeiert, die ihn von 1997 bis 2008 als Ersten Gastdirigenten verpflichtete. Parallel dazu stand er von 1995 bis 2007 an der Spitze des Rotterdam Philharmonic Orchestra, und von 2007 bis 2015 bekleidete er die Chefposition beim London Symphony Orchestra. Seit 2015 amtiert Valery Gergiev als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, mit denen er u. a. eine 2020 veröffentlichte Gesamtaufnahme der Bruckner-Sinfonien einspielte. Als Gast leitete er die Sinfonieorchester von Boston, Chicago und San Francisco, das Cleveland und das Philadelphia Orchestra, die Berliner und die Wiener Philharmoniker sowie das Royal Concertgebouworkest. Mit Wagners Tannhäuser gab er 2019 seinen Einstand bei den Bayreuther Festspielen. Gergiev ist Vorsitzender des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs und Leiter des Moskauer Osterfestivals. In seinem Heimatland wurden ihm der Schostakowitsch-Preis und der Titel «Russischer Volkskünstler» verliehen. Seit 2003 ist er UNESCO Artist for Peace, 2006 erhielt er den Polar Music Prize und den Karajan-Musikpreis.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 20. August 1999 mit Rotterdams Philharmonisch Orkest und Werken von Kancheli und Beethoven.

    Juli 2021

    Weitere Termine

    Yuja Wang

    Als «artiste étoile» prägt Yuja Wang den Luzerner Festspielsommer 2021. Die 1987 in Peking geborene Pianistin begann ihre Klavierausbildung im Alter von sechs Jahren. Sie studierte zunächst am Zentralen Musikkonservatorium ihrer Heimatstadt, ging dann als 14-Jährige nach Kanada an das Mount Royal College in Calgary und ein Jahr später zu Gary Graffman an das Curtis Institute of Music in Philadelphia, wo sie 2008 ihr Konzertdiplom erhielt. Schon 2003 konnte Yuja Wang beim Tonhalle-Orchester Zürich debutieren. Danach schlossen sich Auftritte in den USA an: beim Boston, Chicago und San Francisco Symphony, beim New York und Los Angeles Philharmonic sowie beim Philadelphia Orchestra. In Europa wiederum arbeitete Yuja Wang mit den Berliner Philharmonikern und der Staatskapelle Berlin, mit dem Royal Concertgebouworkest, dem Orchestre de Paris, der Filarmonica della Scala oder den St. Petersburger Philharmonikern zusammen. Im Frühsommer 2021 interpretierte sie mit dem London Symphony Orchestra und Michael Tilson Thomas Rachmaninows Zweites Klavierkonzert sowie Strauss’ Burleske mit dem Gewandhausorchester Leipzig und Andris Nelsons. Mozarts d-Moll-Konzert interpretierte sie im Juli mit Sir John Eliot Gardiner und dem Mariss Jansons Festival Orchestra beim Riga Jurmala Music Festival sowie anschliessend auf einer Tournee mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter Gustavo Gimeno. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Yuja Wang mit dem Geiger Leonidas Kavakos; auf CD haben die beiden die Brahms-Sonaten herausgebracht. Zuletzt, im Frühling 2020, veröffentlichte sie John Adams’ neues Klavierkonzert Must the Devil Have All the Good Tunes?, das sie ein Jahr zuvor mit dem Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel aus der Taufe gehoben hatte. Das Magazin Musical America wählte Yuja Wang zur «Künstlerin des Jahres» 2017.

    Debut bei Lucerne Festival im August 2009 mit Prokofjews Drittem Klavierkonzert, begleitet vom Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado.

    Juli 2021

     


     

    Weitere Termine

    Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
    mit Malte Lohmann

    Das Auditorium öffnet 30 Minuten vor dem Beginn der Einführung. Aufgrund der aktuellen Situation sowie der Vorgaben der Covid-Verordnung des Bundes ist die Zahl der Sitzplätze eingeschränkt.