Sinfoniekonzert 13

Mariinsky Orchestra | Valery Gergiev | Leonidas Kavakos

Debussy | Sibelius | Chausson | Ravel | Schostakowitsch

Sa, 31.08.18.30 UhrNr. 19333

KKL Luzern, Konzertsaal

Karten ab Mo, 25. März 2019 | 12.00 (UTC + 1)


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 13

    Mariinsky Orchestra | Valery Gergiev | Leonidas Kavakos

    Valery Gergiev  Dirigent
    Claude Debussy (1862–1918)
    Prélude à l'après-midi d'un faune
    Jean Sibelius (1865–1957)
    Serenade g-Moll op. 69 Nr. 2
    Ernest Chausson (1855–1899)
    Poème op. 25
    Maurice Ravel (1875–1937)
    Tzigane. Konzertrhapsodie für Violine und Klavier
    Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
    Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

    «Artiste étoile» Leonidas Kavakos ist ein Mann für ungewöhnliche Projekte. Weshalb er bei seinem Auftritt mit dem Mariinsky Orchestra auch keines der kapitalen Violinkonzerte spielt, sondern drei bezaubernde kürzere Stücke: eine nordisch getönte Sibelius-Serenade, Chaussons schwelgerisches Poème und Ravels launisch-kapriziöse Tzigane. Mit den wechselnden Launen ihrer Vorgesetzten mussten auch die Komponisten zu allen Zeiten leben. Im blutigen 20. Jahrhundert aber konnte es ihnen passieren, dass sie wegen ihrer Kunst verfolgt, verhaftet oder gar zum Tode verurteilt wurden. Dmitri Schostakowitsch wusste davon sein Lied zu singen, nachdem er 1936 ins Visier der kommunistischen Machthaber geraten war: «Warten auf die Exekution ist eines der Themen, die mich mein Leben hindurch gemartert haben», erklärte Schostakowitsch. «Viele Seiten meiner Musik sprechen davon.» Seine Zehnte Sinfonie aber, die 1953, unmittelbar nach dem Tod Josef Stalins, entstand, ist eine Abrechnung mit dem Diktator, den Schostakowitsch im zweiten Satz sogar «portraitiert»: ein musikalisches Pandämonium, mit Trommelschlägen wie Gewehrsalven.

    Mariinsky Orchestra

    Das Mariinsky Orchestra zählt zu den ältesten Klangkörpern Russlands: Es wurde 1783 in St. Petersburg, während der Regentschaft Katharinas der Grossen, als Hofkapelle gegründet. Im der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Orchester wesentlich von Eduard Nápravník geprägt, der von 1863 bis 1914 regelmässig am Pult stand und viele Jahre auch die Sinfoniekonzerte der Kaiserlich-Russischen Musikgesellschaft leitete. Die ausserordentliche Qualität des Ensembles zog Musiker aus aller Welt an und namentlich Komponisten wie Hector Berlioz, Richard Wagner, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Gustav Mahler und Sergej Rachmaninow oder Pultstars wie Hans von Bülow und Arthur Nikisch. Viele Meilensteine des Repertoires wurden vom Mariinsky Orchestra uraufgeführt, darunter Opern und Ballette von Glinka, Tschaikowsky, Mussorgsky, Rimsky-Korsakow, Schostakowitsch und Chatschaturjan. 1935, zu Sowjetzeiten, wurde der Klangkörper (und mit ihm sein Stammhaus, das Mariinsky-Theater) in Kirow-Orchester bzw. Kirow-Theater umbenannt, nach einem ermordeten Leningrader Sekretär der KPdSU. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden die ursprünglichen Namen reaktiviert. Vladimir Dranishnikov, Ariy Pazovsky, Evgeny Mravinsky, Konstantin Simeonov und Yuri Temirkanov zählten zu den Dirigenten, die das Mariinsky Orchestra im 20. Jahrhundert entscheidend prägten. Seit 1988 wird das Orchester von Valery Gergiev geleitet, der das Repertoire wesentlich erweiterte und auch zuvor ignorierte Komponisten wie Strawinsky, Messiaen, Dutilleux, Henze, Schtschedrin, Gubaidulina oder Kancheli zu Gehör brachte; vor allem aber führt Gergiev seine Musikerinnen und Musiker regelmässig zu Auftritten in aller Welt: bei den wichtigsten Festival und in die grossen Musikmetropolen. Seit 2009 veröffentlicht das Orchester seine CDs auf dem eigenen Plattenlabel «Mariinsky».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 20. August 2000 unter der Leitung von Valery Gergiev, mit Werken von Bartók, Skrjabin und Mussorgsky/Ravel.

    Mai 2017

    Weitere Termine

    Valery Gergiev

    Valery Gergiev, der 1953 in Moskau geboren wurde und im Kaukasus aufwuchs, studierte am Leningrader Konservatorium bei Ilja Musin und eröffnete seine Karriere 1977 als Gewinner des Karajan-Wettbewerbs in Berlin. Im Jahr darauf begann seine Zusammenarbeit mit der Kirow-Oper, dem heutigen Mariinsky-Theater, wo er mit Prokofjews Krieg und Frieden debutierte. 1988 wurde Gergiev dort zum Künstlerischen Leiter, 1996 zum Generaldirektor berufen; verbunden mit diesem Amt ist auch die Intendanz der Festivals «Stars of the White Nights» und «New Horizons». Mit dem Mariinsky-Ensemble gastierte er u. a. in Japan, China, Israel, den USA und vielen europäischen Musikzentren. 2006 konnte er in St. Petersburg einen neuen Konzertsaal einweihen, der eigens für das Mariinsky Orchestra errichtet wurde, 2013 folgte die Eröffnung eines zweiten, neuen Opernhauses. Schon 1994 hatte Valery Gergiev seinen Einstand an der New Yorker Metropolitan Opera gefeiert, die ihn von 1997 bis 2008 als Ersten Gastdirigenten verpflichtete. Parallel dazu stand er von 1995 bis 2007 an der Spitze des Rotterdam Philharmonic Orchestra, und von 2007 bis 2015 bekleidete er die Chefposition beim London Symphony Orchestra. Seit 2015 amtiert Valery Gergiev als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker; seinen dortigen Vertrag hat er mittlerweile bis 2025 verlängert. Ausserdem leitete er die Sinfonieorchester von Boston, Chicago und San Francisco, das Cleveland und das Philadelphia Orchestra, die Berliner und die Wiener Philharmoniker sowie das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam. Er ist Vorsitzender des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs und Leiter des Moskauer Osterfestivals. Valery Gergiev erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Schostakowitsch-Preis und den Titel «Russischer Volkskünstler»; 2006 wurde er mit dem «Polar Music Prize» und dem Karajan-Musikpreis geehrt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 20. August 1999 mit Rotterdams Philharmonisch Orkest und Werken von Kancheli und Beethoven.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Leonidas Kavakos

    Leonidas Kavakos, 1967 in Athen geboren, begann als Fünfjähriger mit dem Geigenspiel. Sein Studium absolvierte er bei Stelios Kafantaris am Konservatorium seiner Heimatstadt und bei Josef Gingold an der Universität von Indiana. 1985 ging Kavakos als Sieger aus dem Sibelius-Wettbewerb in Helsinki hervor, 1988 gewann er die «Naumburg Violin Competition» in New York und den «Premio Paganini» in Genua. Seitdem tritt er als Solist mit vielen renommierten Orchestern auf, etwa mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig und der Dresdner Staatskapelle, dem Philadelphia Orchestra und der Filarmonica della Scala, dem Chicago Symphony, dem Los Angeles oder dem New York Philharmonic. Dirigenten wie Riccardo Chailly, Daniele Gatti, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Mariss Jansons und Sir Simon Rattle waren dabei seine Partner am Pult. Zunehmend widmet sich Leonidas Kavakos auch selbst dem Dirigieren und leitete das London, das Boston und das Houston Symphony Orchestra, das Budapest Festival Orchestra, das New York und das Rotterdam Philharmonic, die Wiener Symphoniker, das Chamber Orchestra of Europe sowie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. 2017/18 prägte er als «artist-in-residence» das Programm des Amsterdamer Concertgebouw und des Wiener Musikvereins; 2018/19 nimmt er diese Position beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ein. Im Bereich der Kammermusik spielt Kavakos u. a. im Trio mit Emanuel Ax und Yo-Yo Ma, aber auch mit Renaud und Gautier Capuçon, Hélène Grimaud und Yuja Wang zusammen. Sein Zyklus aller Beethoven-Sonaten mit Enrico Pace wurde 2013 mit dem «Echo Klassik» ausgezeichnet. 2014 erhielt er den «Gramophone Artist of the Year Award». Zuletzt veröffentlichte er im Herbst 2017 sämtliche Brahms-Klaviertrios mit Ax und Ma. Leonidas Kavakos, dem 2017 der Sonning-Musikpreis verliehen wurde, spielt die Stradivari «Willemotte» aus dem Jahr 1734.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 29. August 1999 bei einem Beethoven-Schnittke-Konzert mit Kim Kashkashian und Natalia Gutman.

    Juli 2018

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