Schumann-Zyklus 1

Luzerner Sinfonieorchester | Michael Sanderling | Steven Isserlis

Weber | Schumann

So, 22.08. | 19.30 Uhr | Nr. 211313

KKL Luzern, Konzertsaal

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Preise (CHF)

CHF 120 90 60 30


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Schumann-Zyklus 1

    Luzerner Sinfonieorchester | Michael Sanderling | Steven Isserlis

    Steven Isserlis  Violoncello
    Carl Maria von Weber (1786–1826)
    Ouvertüre zur Romantischen Oper Der Freischütz op. 77
    Robert Schumann (1810–1856)
    Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
    Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120

    Aufbruch in eine neue Ära: An diesem Abend eröffnet Michael Sanderling seine Amtszeit als neuer Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters. Und steuert zwei wichtige Bausteine zum grossen Schumann-Zyklus bei, mit dem Lucerne Festival die letzten 15 Jahre des Komponisten begleitet, von seiner glücklichsten Zeit bis zu seinem tragischen Ende in einer Nervenheilanstalt. Sanderling widmet sich der Vierten, die eine ganze Dekade in Schumanns Leben umspannt. Die Urfassung entstand schon 1841, doch zehn Jahre später überarbeitete Schumann das Werk noch einmal, änderte die Instrumentation, die er nun dunkler und schwerer anlegte. Aus derselben späten Phase, in der die Nachwelt schon Spuren des geistigen Verfalls erkennen wollte, stammt auch das Cellokonzert, für das Sanderling, selbst ursprünglich Cellist, den britischen Virtuosen und Schumann-Experten Steven Isserlis verpflichtet hat. Und der weist jeden Verdacht zurück: «Wer glaubt, dass Schumanns Werke Produkte des Wahnsinns seien, geht in die Irre. In Phasen der Depressivität komponierte er gar nicht.»

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Luzerner Sinfonieorchester

    1805 gegründet, ist das Luzerner Sinfonieorchester eines der ältesten Orchester der Schweiz. Neben verschiedenen Konzertreihen, die es im KKL Luzern durchführt, gestaltet es am Luzerner Theater sämtliche Opernproduktionen und organisiert das Festival «Zaubersee» mit russischer Kammermusik. Nicht nur das klassisch-romantische Repertoire prägt den Spielplan — auch Raritäten und zeitgenössische Werke werden aufgeführt. So gingen etwa Kompositionsaufträge an Wolfgang Rihm, Sofia Gubaidulina, Rodion Schtschedrin und Thomas Adès. Das vergangene Jahrzehnt prägte James Gaffigan als Chefdirigent, der von 2011 bis Sommer 2021 die Leitung innehatte. Mit dem heutigen Abend übernimmt Michael Sanderling dieses Amt. Wichtige Akzente am Pult setzten als Gäste Constantinos Carydis, Thomas Dausgaard, Lawrence Foster, Marek Janowski, Juanjo Mena, Andris Nelsons, Vasily Petrenko, John Storgårds und der frühere Chefdirigent Jonathan Nott, der von 1997 bis 2002 an der Spitze stand. Renommierte Solist*innen wie Martha Argerich, Renaud und Gautier Capuçon, Hélène Grimaud, Hilary Hahn, Daniil Trifonov und Krystian Zimerman treten in den Abonnementskonzerten auf. Regelmässig geht das Orchester auf Gastspielreisen, die es bislang in rund 30 Länder und 90 Städte führten. Zahlreiche, teils preisgekrönte Einspielungen dokumentieren seine Arbeit. Das Luzerner Sinfonieorchester unterhält eine eigene Orchesterakademie, fördert mit der Reihe «Rising Stars» den Nachwuchs und bietet ein umfassendes Musikvermittlungsprogramm an, das 2018 mit dem «Junge Ohren Preis» ausgezeichnet wurde.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 23. August 1993 mit Werken von Schnittke unter der Leitung von Vladimir Kiradjiev. 

    Weitere Informationen finden Sie unter www.sinfonieorchester.ch.

    Juli 2021

    Weitere Termine

    Michael Sanderling

    Mit Beginn der Saison 2021/22 übernimmt Michael Sanderling als Chefdirigent die Leitung des Luzerner Sinfonieorchesters: Am heutigen Abend gibt er sein Antrittskonzert. Er wurde 1967 als Sohn der Kontrabassistin Barbara Sanderling und des Dirigenten Kurt Sanderling in Berlin geboren und begann seine Laufbahn als Cellist. Nach seinem Studium an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» und Kursen bei William Pleeth, Yo-Yo Ma, Gary Hoffman und Lynn Harrell gewann Sanderling 1987 den Ersten Preis beim Maria-
    Canals-Wettbewerb in Barcelona und wurde noch im selben Jahr als Solocellist ins Ge-wandhausorchester Leipzig engagiert. Von 1994 bis 2006 war er auf derselben Position beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tätig. Als Solist gastierte er u. a. beim Boston Symphony Orchestra, beim Los Angeles Philharmonic und beim Orchestre de Paris. Parallel zu seinen Auftritten mit dem Violoncello nahm Michael Sanderling seine Dirigentenkarriere in Angriff: Bei einem Konzert des Kammerorchesters Berlin im Jahr 2000 trat er erstmals ans Pult. Von 2003 bis 2013 war er der Deutschen Streicherphilharmonie als Chefdirigent verbunden, von 2006 bis 2010 amtierte er als Künstlerischer Leiter der Kammerakademie Potsdam. Acht Jahre, von 2011 bis 2019, stand Sanderling an der Spitze der Dresdner Philharmonie; mit diesem Orchester gab er 345 Konzerte in 78 Ländern und spielte sämtliche Sinfonien von Schostakowitsch und Beethoven ein. Als Gast trat Sanderling mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Tonhalle-Orchester Zürich, den Münchner Philharmonikern, dem Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Orchestre de Paris, dem Toronto Symphony Orchestra und dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra auf. 2018 debutierte er beim Royal Concertgebouworkest, 2019 bei den Berliner Philharmonikern. Auch als Operndirigent ist Michael Sanderling bereits hervorgetreten: mit Produktionen von Prokofjews Krieg und Frieden in Köln und Glass’ The Fall of the House of Usher in Potsdam.

    Bei Lucerne Festival (IMF) war Sanderling bisher zweimal als Cellist zu Gast: am 26. August 1989 mit dem Trio Ex Aequo und am 19. August 1992 mit Brahms’ Doppelkonzert, das er mit Antje Weithaas und dem Schweizerischen Festspielorchester unter Kurt Sanderling aufführte.

    Juli 2021

    Steven Isserlis

    Der britische Cellist Steven Isserlis, 1958 in London geboren, studierte bei Jane Cowan am International Cello Centre und bei Richard Kapuscinski am Oberlin Conservatory of Music. Seit rund vierzig Jahren tritt er weltweit als Solist und Kammermusiker auf. Zu den Höhepunkten der letzten Spielzeiten gehörten für ihn Konzerte mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestra of the Age of Enlightenment und dem Los Angeles Philharmonic, mit den Wiener Philharmonikern bei der Salzburger Mozartwoche oder mit dem London Philharmonic unter Vladimir Jurowski bei den Dresdner Musikfestspielen. Regelmässig arbeitet Steven Isserlis mit renommierten Kammerorchestern wie dem Mahler, dem Australian, dem Scottish und dem St. Paul Chamber Orchestra zusammen, wobei er häufig auch die musikalische Leitung übernimmt. Kammermusik spielt er u. a. mit Joshua Bell, Isabelle Faust, Janine Jansen, Tabea Zimmermann, Jeremy Denk, Steven Hough, Alexander Melnikov, Olli Mustonen und Dénes Várjon. Isserlis’ Repertoire und seine Interpretationen spiegeln die Vielfalt seiner Interessen, die sich von der historisch-informierten Aufführungspraxis über die Romantik — und namentlich das Schaffen Robert Schumanns — bis zur zeitgenössischen Musik spannen. So brachte er neue Werke von John Tavener, Thomas Adès, Wolfgang Rihm, David Matthews und György Kurtág zur Uraufführung. Mit grosser Leidenschaft widmet sich Isserlis auch speziellen Konzerten für Kinder; er verfasste die Kinderbücher Warum Händel mit Hofklatsch hausierte und Warum Beethoven mit Gulasch um sich warf. Als Autor ist er ausserdem für Tageszeitungen, Fachzeitschriften und Radiosender tätig. Seine reiche Diskographie umfasst Musik aus drei Jahrhunderten, von Bach bis zur Gegenwart. Sein jüngstes Album No Longer Mourn for Me mit Werken von Tavener wurde mit dem BBC Music Magazin Award 2021 ausgezeichnet. Steven Isserlis ist Träger des Robert-Schumann-Preises; 2017 erhielt er den Glashütte-Preis der Dresdner Musikfestspiele.

    Bisher ein Auftritt bei Lucerne Festival: Am 17. März 2002 interpretierte Steven Isserlis hier das Cellokonzert von Dvořák; es spielte das Orchestre des Champs-Elysées unter Philippe Herreweghe.

    Juli 2021

    Weitere Termine
    Konzertsponsor Artemis Group / Franke Group