Sinfoniekonzert 4

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin | Leonidas Kavakos

Beethoven | Schostakowitsch

Do, 22.08. | 19.30 Uhr | Nr. 19315

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 4

    LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin | Leonidas Kavakos

    Ludwig van Beethoven (1770–1827)
    Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
    Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
    Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 43

    Als Dmitri Schostakowitsch am 28. Januar 1936 die Prawda aufschlug, traute er kaum seinen Augen: Auf Seite 3 fand er einen schrecklichen Verriss seiner Oper Lady Macbeth von Mzensk und musste lesen, dass er seine Hörer mit «Gepolter und Gekreisch» beleidigt und eine neurotische, kakophone Musik anstelle «schöner Lieder» geschrieben habe. Der Artikel  veränderte sein ganzes Leben, denn fortan musste er fürchten, verhaftet, verschleppt oder gar ermordet zu werden: Schostakowitsch war zum Spielball der Machthaber geworden. Seine Vierte Sinfonie, die er zu genau dieser Zeit komponierte, musste er wegen ihrer avancierten Klangsprache zurückziehen; erst 1961, ein Vierteljahrhundert später, wurde sie uraufgeführt. Auch bei Beethovens Violinkonzert dauerte es rund 40 Jahre, bis sich das Werk im Repertoire durchsetzen konnte – für zu lang, zu konfus und zu wenig glanzvoll hielten es die Zeitgenossen. Yannick Nézet-Séguin, der charismatische Chef der New Yorker Metropolitan Opera, dirigiert bei seinem Einstand am Pult des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA diese beiden Meisterwerke, denen so lange Unrecht widerfuhr.

    Gastronomisches Angebot des KKL beim Sommer-Festival 2019

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA

    Im Sommer 2003 schlug die Geburtsstunde des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, das vom italienischen Dirigenten Claudio Abbado und von Festspielintendant Michael Haefliger ins Leben gerufen wurde. Sie knüpften damit an das legendäre «Eliteorchester» an, in dem Arturo Toscanini 1938, im Gründungsjahr des Festivals, gefeierte Virtuosen seiner Zeit zu einem luxuriösen Klangkörper vereint und mit einem «Concert de Gala» vorgestellt hatte. Abbado leitete die Geschicke des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA bis zu seinem Tod im Januar 2014. Zu seinem Nachfolger wurde 2016 Riccardo Chailly ernannt, der seinen Vertrag mittlerweile bis 2023 verlängert hat. Das Orchester setzt sich aus international renommierten Solisten, Kammermusikern und Musikprofessoren sowie Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala zusammen. Beim Sommer-Festival 2019 wird Chailly mit ihnen drei verschiedene Programme erarbeiten, mit Werken von Rachmaninow, Tschaikowsky und Mahler; ein vierter Auftritt des Orchesters mit Musik von Beethoven und Schostakowitsch leitet als Gast der Kanadier Yannick Nézet-Séguin. Viele der Aufführungen des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA aus dem letzten Jahrzehnt wurden im Fernsehen übertragen und liegen mittlerweile auf DVD oder CD vor; sie wurden mit Preisen wie dem «Diapason d’or», dem «BBC Music Magazine Award» und dem «International Classical Music Award» ausgezeichnet. Zuletzt erschien im April 2019 ein DVD-Mitschnitt des Ravel-Programms aus dem vergangenen Jahr, im Herbst folgt eine CD mit Orchesterwerken von Richard Strauss. Gastspiele führten das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA bisher in zahlreiche europäische Musikmetropolen, aber auch nach New York, Tokio und Peking. Im Herbst 2019 konzertieren die Musikerinnen und Musiker zum zweiten Mal bei einer Residenz in Shanghai und sind ausserdem in Shenzhen, Peking und Mailand zu hören.

    Das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA ist seit seinen ersten Auftritten im Jahr 2003 alljährlich beim Sommer-Festival zu erleben.

    August 2019

    Weitere Termine

    Yannick Nézet-Séguin

    Yannick Nézet-Séguin, 1975 in Montréal geboren, studierte Klavier, Dirigieren, Komposition und Kammermusik am Conservatoire de Musique du Québec. Als 19-Jähriger lernte er Carlo Maria Giulini kennen, den er bei Proben und Konzerten begleiten durfte und von dem er wichtige Impulse erhielt. Nach ersten Stationen als Chorleiter u. a. an der Opéra de Montréal gründete Nézet-Séguin 1995 sein eigenes Ensemble La Chapelle de Mont-
    réal und wurde im Jahr 2000 zum Musikdirektor des Orchestre Métropo-litain in Montréal berufen. Von 2008 bis Sommer 2018 leitete er als Chefdirigent das Rotterdam Philharmonic; seit 2012 steht er an der Spitze des Philadelphia Orchestra, seit 2018 amtiert er ausserdem als Musikdirektor der Metropolitan Opera in New York, wo er 2019/20 Puccinis Turandot, Massenets Werther und eine Neuproduktion von Bergs Wozzeck herausbringen wird. Im September eröffnet er eine Residenz in der New Yorker Carnegie Hall. Yannick Nézet-Séguin tritt bei den führenden europäischen Orchestern auf: bei den Berliner Philharmonikern, die er im Frühjahr 2019 auf einer Europa-Tournee dirigierte, den Wiener Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Chamber Orchestra of Europe und dem London Philharmonic Orchestra, dem er von 2008 bis 2014 als Principal Guest Conductor verbunden war. In den USA dirigierte er auch das Boston Symphony und das Los Angeles Philharmonic. Bei den Salzburger Festspielen debutierte Nézet-Séguin 2008 mit Gounods Roméo et Juliette; auch am Londoner Royal Opera House, an der Mailänder Scala und der Wiener Staatsoper war er zu Gast. Am Festspielhaus Baden-Baden erarbeitete er einen Zyklus der sieben letzten Mozart-Opern, die bei der DG als CD-Mitschnitt erscheinen. Yannick Nézet-Séguin ist mehrfacher Ehrendoktor, «Companion of the Order of Canada» sowie Officier im «Ordre du Québec» und im «Ordre de Montréal». 2016 wurde er von Musical America zum «Artist of the Year» gewählt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 13. September 2011 am Pult der Wiener Philharmoniker mit Werken von Messiaen, Schubert, Debussy und Ravel
     
    August 2019

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    Leonidas Kavakos

    Der griechische Geiger Leonidas Kavakos ist «artiste étoile» beim Luzerner Sommer-Festival 2019. 1967 in Athen geboren, begann er als Fünfjähriger mit dem Geigenspiel. Sein Studium absolvierte er bei Stelios Kafantaris am Konservatorium seiner Heimatstadt und bei Josef Gingold an der Universität von Indiana. 1985 ging Kavakos als Sieger aus dem Sibelius-Wettbewerb in Helsinki hervor, 1988 gewann er die «Naumburg Violin Competition» in New York und den «Premio Paganini» in Genua. Mit der Weltersteinspielung des Sibelius-Konzerts in der lange für «unspielbar» gehaltenen Urfassung sorgte er für eine Sensation und wurde 1991 mit dem «Gramophone Concerto of the Year Award» ausgezeichnet. Seitdem tritt Kavakos als Solist mit vielen renommierten Orchestern auf, etwa mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig und der Dresdner Staatskapelle, dem Philadelphia Orchestra und der Filarmonica della Scala, dem Chicago Symphony, dem Los Angeles, dem Israel oder dem New York Philharmonic. Zunehmend widmet sich Kavakos auch selbst dem Dirigieren und leitete das London, das Boston und das Houston Symphony Orchestra, das Budapest Festival Orchestra, das New York und das Rotterdam Philharmonic, die Wiener Symphoniker, das Chamber Orchestra of Europe sowie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. 2018/19 war Leonidas Kavakos «artist-in-residence» beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, mit dem er dabei, als Solist und Dirigent, Beethovens Violinkonzert auf CD aufgenommen hat. Sein Zyklus aller Beethoven-Sonaten mit Enrico Pace wurde 2013 mit dem «Echo Klassik» ausgezeichnet. 2014 erhielt er den «Gramophone Artist of the Year Award». Zuletzt veröffentlichte er Brahms’ Klaviertrios mit Emanuel Ax und Yo-Yo Ma. Leonidas Kavakos, dem 2017 der Léonie-Sonning-Musikpreis verliehen wurde, spielt die Stradivari «Willemotte» aus dem Jahr 1734.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 29. August 1999 bei einem Beethoven-Schnittke-Konzert mit Kim Kashkashian und Natalia Gutman.

    August 2019

    Weitere Termine

    18.30 Uhr | KKL Luzern, Auditorium
    Konzerteinführung mit Susanne Stähr

    Konzertsponsor