Bye-Bye Beethoven

Lucerne Festival Contemporary Orchestra | Patricia Kopatchinskaja u.a.

Beethoven | Ives | Haydn | Cage u.a.

Sa, 04.09. | 16.00 Uhr | Nr. 211340

KKL Luzern, Luzerner Saal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 100 50


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Bye-Bye Beethoven

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra | Patricia Kopatchinskaja u.a.

    Patricia Kopatchinskaja  Violine, Konzept und Musikalische Leitung
    Lani Tran-Duc  Visuelle Gestaltung
    Markus Güdel  Lichtdesign
    Jonas Link  Video

    «Bye-Bye Beethoven»
    Ein inszeniertes Konzert

    Bruchstücke aus Werken von Charles Ives, Joseph Haydn, John Cage, Johann Sebastian Bach, György Kurtág und Pauline Oliveros

    Ludwig van Beethoven (1770–1827)
    Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61

    «Wie bekommt man die alten Stücke wieder so frisch, dass man heute noch das Gefühl hat, was für ein Rebell und Innovator Beethoven war?», fragt Patricia Kopatchinskaja. Und hat rund um Beethovens berühmtes, ja allzu berühmtes Violinkonzert eine verrückte Konzert-Collage erdacht, die den Klassiker mit Bruchstücken von Bach bis Kurtág konfrontiert. «Vielleicht ist dieser Titel Bye-Bye Beethoven provokant», erklärt die Geigerin. «Wir wollen uns natürlich nicht von ihm verabschieden. Aber ich möchte mich von einem Betrieb verabschieden, der bei Beethoven, Bruckner, Brahms steckenbleibt und die Relevanz verliert. Mir kommt es vor, als wenn wir in einem riesigen Auto fahren würden, und alle schauen nach hinten und sagen: ‹Ach, wie schön es war›, und niemand schaut nach vorne.» Weshalb Patricia Kopatchinskaja und das Lucerne Festival Contemporary Orchestra das Gewohnte in vielerlei Hinsicht auf den Kopf stellen. So geht das Finale aus Haydns Abschiedssinfonie, bei dem das Orchester eigentlich nach und nach die Bühne verlässt, hier einmal umgekehrt vonstatten: Die Musiker*innen kommen herein, und die Musik läuft sozusagen rückwärts dazu … 

    Mit freundlicher Unterstützung von Carla Schwöbel-Braun

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

    Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra — kurz: LFCO — hat Lucerne Festival in diesem Jahr einen neuen Klangkörper ins Leben gerufen: ein Exzellenzorchester für die Aufführung neuer und neuester Musik. Das LFCO bildet damit das Pendant zum Lucerne Festival Orchestra und fokussiert sich auf Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts, von den Klassikern der Moderne bis hin zu Auftragswerken, die in Luzern uraufgeführt werden. Die internationalen Mitglieder des LFCO haben alle von der Ausbildung in der von Pierre Boulez initiierten und heute von Wolfgang Rihm geleiteten Lucerne Festival Academy profitiert. Dank der engen Anbindung an die Academy und ihr Netzwerk ist das LFCO in der Lage, eine Vorreiterrolle bei der Interpretation aktueller Musik und bei der Entwicklung zukunftsweisender Konzertformate einzunehmen. In seinen Projekten nutzt es die Möglichkeiten der neuen Technologien; interdisziplinäre Arbeiten lassen neuartige Hör- und Konzerterlebnisse entstehen. Zu erleben ist das LFCO mit zahlreichen Auftritten beim Luzerner Sommer-Festival, aber auch bei Lucerne Festival Forward im November. In seinem ersten Sommer arbeitet das LFCO mit den Dirigent*innen Heinz Holliger, Lin Liao, Johanna Malangré und Ilan Volkov zusammen und präsentiert Musik von Strawinsky und Webern bis zu Uraufführungen von Amarouch, Colţea, Milenko, Vaughan und composer-in-residence Rebecca Saunders. Mit Patricia Kopatchinskaja gestalten die Musiker*innen das inszenierte Konzert Bye-Bye Beethoven. Ausserdem wirken sie an Aufführungen von Kagels Staatstheater am Luzerner Theater mit.

    Juli 2021

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    Patricia Kopatchinskaja

    Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja wurde 1977 im moldawischen Chişi-nău in eine Musikerfamilie geboren – die Mutter spielt ebenfalls Geige, der Vater das Cimbalom. 1989 emigrierte die Familie nach Wien: Dort nahm Patricia Kopatchinskaja als 13-Jährige ihr Studium an der Musikuniversität auf; vier Jahre später wechselte sie an die Hochschule der Künste nach Bern, wo sie ihre Ausbildung bei Igor Ozim abschloss. Als Siegerin des Internationalen Szeryng-Wettbewerbs (2000) wurde sie in Fachkreisen bekannt; 2002 erhielt sie den «Credit Suisse Young Artist Award». Heute arbeitet Patricia Kopatchinskaja mit führenden Orchestern zusammen und sorgt mit ungewöhnlichen, oft radikalen Interpretationen für Aufsehen. Sie ist in der Alten Musik ebenso zu Hause wie im romantischen Repertoire oder in der Moderne, spielt rege Kammermusik und entwickelt inszenierte Konzerte. Dieses breite Spektrum stellte sie im Sommer 2017 als «artiste étoile» auch bei LUCERNE FESTIVAL vor. In der Saison 2018/19 trat Kopatchinskaja unter der Leitung von Kirill Petrenko mit dem Bayerischen Staatsorchester und den Berliner Philharmonikern auf. Sie gab mit Peter Eötvös’ Violinkonzert Seven ihr Debut beim Cleveland Orchestra, ging mit Teodor Currentzis und dem Tschaikowsky-Konzert auf Japan-Tournee und konzertierte mit dem Orchestre symphonique de Montréal unter Kent Nagano. Als singende und spielende Rezitatorin präsentierte sie gemeinsam mit Musikern der Berliner Philharmoniker Schönbergs Pierrot lunaire. Für ihre CDs wurde Kopatchinskaja u. a. mit dem «International Classical Music Award», dem «Prix Caecilia» und dem «Recording of the Year Award» des Magazins Gramophone ausgezeichnet. Für ihr Album Death and the Maiden mit Werken von Dowland bis Kurtág erhielt sie 2018 den «Grammy». Zuletzt veröffenlichte sie das Album Pierrot lunaire (2021).

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 7. September 2002 mit dem Sibelius-Konzert und den Wiener Philharmonikern unter Mariss Jansons.

    Juli 2021

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    Lani Tran-Duc

    Lani Tran-Duc wurde 1982 in München geboren. Nach ihrem Architekturstudium an der Berliner Universität der Künste und an der Escola Tècnica Superior d'Arquitectura del Vallès (ETSAV) in Barcelona arbeitete sie von 2010 bis 2012 als Ausstattungsassistentin am Hamburger Thalia Theater. Bereits während ihrer Assistenzzeit entwarf sie Bühnenbilder für das Thalia Theater und für die Theater-Fabrik Kampnagel. Seither ist sie freischaffend als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig, für Theater- und Opernproduktionen wie auch im Tanz- und Performance-Bereich, u. a. bei den Wiener Festwochen, am Staatstheater Darmstadt und bei Konzert Theater Bern. In der vergangenen Spielzeit führten sie Produktionen ans Theater Erlangen, ans Opernhaus Graz und ans Deutsche Theater Göttingen. Für Jon Fosses Besuch am Hamburger Lichthof Theater wurde Lani Tranc-Duc 2014 in der Kategorie «Bestes Bühnenbild» mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.

    Juli 2017

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    Markus Güdel

    Der Luzerner Markus Güdel, Jahrgang 1983, ist seit 2003 als freischaffender Lichtdesigner in der gesamten Schweiz tätig. Er hat mit zahlreichen Regisseuren und Dramaturgen zusammengearbeitet und die Lichtgestaltung und Technische Leitung bei Musicals, Theater-, Konzert- und Crossover-Projekten übernommen. 2003 gründete er die Lichttechnikfirma «light.vision Lichttechnik GmbH», für die er seither als Geschäftsführer und Projektleiter tätig ist. In diversen kulturellen Institutionen – u. a. Le Théâtre Emmen, Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester ZJSO und Musical Plus – engagiert sich Markus Güdel über die Tätigkeit als Lichtdesigner hinaus als Produzent, Technischer Leiter, Vereinsvorstand oder Berater für kulturelle und technische Belange. Daneben berät und vertritt er seit Herbst 2015 als Rechtsanwalt unter dem Label «kulturjurist.ch» Kulturschaffende rund um Rechtsfragen im Kulturbereich.

    www.konzertlicht.ch
    www.kulturjurist.ch

    August 2019

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    Jonas Link

    Parallel zu seinem Studium der Medientechnik an der HAW Hamburg war Jonas Link, geboren 1987 in Würzburg, freiberuflich als Videotechniker am Hamburger Thalia Theater tätig und assistierte dort u. a. Peter Baur, Meika Dresenkamp und Studio Braun. Nach seinem Studienabschluss im Jahr 2013 erarbeitete er das Videodesign für Matthew Herberts musikalische Performance One Day sowie, gemeinsam mit Peter Baur, Bühnenvideos für Bastian Krafts Jedermann-Inszenierung beim Young Directors Project der Salzburger Festspiele; zudem entstanden am Thalia Theater und am Deutschen Theater in Berlin erste eigene Arbeiten als Videokünstler. Die Zusammenarbeit mit Peter Baur führte Jonas Link 2016 ans Schauspielhaus Zürich (Andorra und Homo Faber) und ans Wiener Burgtheater (Ludwig II.); in Frankfurt arbeitete er mit Ulrich Rasche zusammen (Sieben gegen Theben/Antigone), und für Patricia Kopatchinskajas szenisches Konzert Bye Bye Beethoven schuf er die Video-Animationen.

    Juli 2017

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