Lucerne Festival Academy 2

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Heinz Holliger u.a.

Vaughan | Milenko | Mozart | Holliger

So, 29.08. | 16.00 Uhr | Nr. 212312

KKL Luzern, Luzerner Saal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 50


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Lucerne Festival Academy 2

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Heinz Holliger u.a.

    Dirigentin (Milenko)

    Dirigentin (Vaughan)

    Heinz Holliger  Dirigent
    Alex Vaughan (*1987)
    Logos für Orchester
    Uraufführung «Roche Young Commissions»
    Kirsten Milenko (*1993)
    Traho für Orchester
    Uraufführung «Roche Young Commissions»
    Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
    Maurerische Trauermusik c-Moll KV 477 (479a)
    Heinz Holliger (*1939)
    Ostinato funebre für kleines Orchester
    Turm-Musik für Flöte solo, kleines Orchester und Tonband

    «Musik findet nur an den Grenzen statt. In der Mitte gibt es nichts, was die Kunst interessieren könnte», ist Heinz Holliger überzeugt. Weshalb ihn seit jeher krisenhafte Künstler faszinieren: Grenzgänger am Rande der Gesellschaft, die als «verrückt» eingestuft und ins Irrenhaus verfrachtet wurden. Für Holliger indes haben sie «einfach viel mehr Antennen». So hat er sich in seiner Turm-Musik, einem zentralen Teil seines über sechzehn Jahre hinweg entstandenen Scardanelli-Zyklus, intensiv mit Friedrich Hölderlin und dessen späten, stets mit dem Pseudonym Scardanelli signierten Gedichten auseinandergesetzt: Hölderlin (der ein guter Flötist gewesen sein soll) schrieb sie in den 37 Lebensjahren, die er als «unheilbar Geisteskranker» in der Abgeschiedenheit des Tübinger Turms verbrachte. Teil des Scardanelli-Zyklus ist auch das Ostinato funebre, das zugleich einem anderen Künstler die Reverenz erweist: Holliger zitiert und paraphrasiert, verzerrt und überschreibt hier Mozarts Maurerische Trauermusik. Darüber hinaus hebt das Lucerne Festival Contemporary Orchestra zwei Partituren aus der Taufe, die im Rahmen der «Roche Young Commissions» entstanden sind.

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

    Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra — kurz: LFCO — hat Lucerne Festival in diesem Jahr einen neuen Klangkörper ins Leben gerufen: ein Exzellenzorchester für die Aufführung neuer und neuester Musik. Das LFCO bildet damit das Pendant zum Lucerne Festival Orchestra und fokussiert sich auf Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts, von den Klassikern der Moderne bis hin zu Auftragswerken, die in Luzern uraufgeführt werden. Die internationalen Mitglieder des LFCO haben alle von der Ausbildung in der von Pierre Boulez initiierten und heute von Wolfgang Rihm geleiteten Lucerne Festival Academy profitiert. Dank der engen Anbindung an die Academy und ihr Netzwerk ist das LFCO in der Lage, eine Vorreiterrolle bei der Interpretation aktueller Musik und bei der Entwicklung zukunftsweisender Konzertformate einzunehmen. In seinen Projekten nutzt es die Möglichkeiten der neuen Technologien; interdisziplinäre Arbeiten lassen neuartige Hör- und Konzerterlebnisse entstehen. Zu erleben ist das LFCO mit zahlreichen Auftritten beim Luzerner Sommer-Festival, aber auch bei Lucerne Festival Forward im November. In seinem ersten Sommer arbeitet das LFCO mit den Dirigent*innen Heinz Holliger, Lin Liao, Johanna Malangré und Ilan Volkov zusammen und präsentiert Musik von Strawinsky und Webern bis zu Uraufführungen von Amarouch, Colţea, Milenko, Vaughan und composer-in-residence Rebecca Saunders. Mit Patricia Kopatchinskaja gestalten die Musiker*innen das inszenierte Konzert Bye-Bye Beethoven. Ausserdem wirken sie an Aufführungen von Kagels Staatstheater am Luzerner Theater mit.

    Juli 2021

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    Lin Liao

    Die taiwanesische Dirigentin Lin Liao studierte Komposition und Klavier an der National University of the Arts in Taipeh sowie Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Ein wichtiger Mentor ihrer Karriere war Pierre Boulez, dessen Meisterkurs für Dirigenten sie 2007 im Rahmen der Lucerne Festival Academy besuchte; zum Abschluss wählte er sie, gemeinsam mit Pablo Heras-Casado und John Kevin Edusei, für das Dirigat von Karlheinz Stockhausens Gruppen aus. Damals lernte Lin Liao auch Peter Eötvös kennen, der sie anschliessend als Assistentin für Konzerte beim Rotterdam Philharmonic Orchestra und beim Asko|Schoenberg-En-semble verpflichtete und ausserdem 2009 zum Holland Festival einlud. Die zeitgenössische Musik bildet heute einen Schwerpunkt ihrer Arbeit: Regelmässig leitet sie führende Formationen wie das Ensemble intercontemporain, das Ensemble Modern oder das Collegium Novum Zürich. Mit dem WDR Sinfonieorchester trat sie im Rahmen der Reihe «Musik der Zeit» auf und konzipierte während der Corona-Pandemie eine multimediale Realisierung von Karlheinz Stockhausens Tierkreis. 2020 gastierte Lin Liao ausserdem beim Mozarteum Orchester Salzburg und trat bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik auf; 2021 dirigierte sie das Ensemble Ascolta, die Basel Sinfonietta und das Festivalorchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals. In den vergangenen Jahren war sie bereits zu Gast beim Ultraschall-Festival in Berlin, bei ManiFeste in Paris und bei den Klangspuren in Schwaz. In Taiwan leitet Lin Liao die Weiwuying Academy innerhalb der Contemporary Music Platform am National Kaohsiung Center for the Arts und widmet sich der Förderung talentierter taiwanesischer Musiker*innen im Bereich der Moderne.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL im Sommer 2007; Lin Liao übernahm hier eine der drei Dirigentenpositionen bei einer Aufführung von Stockhausens Gruppen.

    Juli 2021

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    Johanna Malangré

    Die deutsche Dirigentin Johanna Malangré studierte bei Johannes Schlaefli in Zürich und erhielt wichtige Anregungen in Meisterkursen von Bernard Haitink, Paavo Järvi, Reinhard Goebel und Nicolas Pasquet sowie im Sommer 2017 als Conducting Fellow der Lucerne Festival Academy. Weitere Erfahrungen sammelte sie als Assistenzdirigentin an der Kammeroper Köln und bei den Bergischen Symphonikern. 2019 gewann sie den MAWOMA-Dirigierwettbewerb in Wien und übernahm die Leitung des Hidalgo-Festivalorchesters in München. Im September 2022 tritt sie ihr Amt als Chefdirigentin des Orchestre National de Picardie an. Auch die Münchner Symphoniker, das Philharmonisches Orchester Kiel, das Orchestre de l’Opéra Royal de Versailles und das Wiener Kammerorchester hat sie bereits dirigiert.Im Opernbereich war sie u. a. in Pilsen, Cottbus und Meiningen mit Dvořáks Rusalka und Mozarts Figaro zu erleben.

    Juli 2021

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    Heinz Holliger

    1939 in Langenthal im Kanton Bern geboren, studierte Heinz Holliger in Bern, Paris und Basel die Fächer Oboe (bei Émile Cassagnaud und Pierre Pierlot), Klavier (bei Sava Savoff und Yvonne Lefébure) sowie Komposition (bei Sándor Veress und Pierre Boulez). Seine Karriere als Oboist begann 1959, als er den Ersten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf gewann; 1961 siegte er überdies beim ARD-Musikwettbewerb in München — und feierte seinen Einstand bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern (IMF), dem heutigen Lucerne Festival. Heinz Holliger hat die spieltechnischen Möglichkeiten seines Instruments erweitert und setzt sich bis heute mit Nachdruck für die zeitgenössische Musik wie auch für weniger bekannte Werke ein. Zahlreiche Komponist*innen widmeten ihm neue Partituren. 1977 nahm Holliger seine Dirigentenlaufbahn auf, die ihn zu den Berliner und den Wiener Philharmonikern brachte, zum Cleveland Or-chestra, zum Royal Concertgebouworkest oder zum Philharmonia Orchestra. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit dem Chamber Orchestra of Europe. Mit seinem eigenen Schaffen präsentierte sich Heinz Holliger 1998 als «composer-in-residence» bei den IMF Luzern. 2002 wurde seine Oper Schneewittchen in Zürich uraufgeführt, und dort kamen 2018 auch seine Lenau-Szenen Lunea heraus. Seine reichhaltige Diskographie erstreckt sich von barockem Oboenrepertoire über Orchesterwerke von Schumann und Koechlin bis zu zahlreichen Aufnahmen eigener Werke; zurzeit entsteht eine Gesamteinspielung der Schubert-Sinfonien mit dem Kammerorchester Basel. Holliger wurde mit zahlreichen Preisen ge-würdigt, darunter der Sonning-Musikpreis (1987), der Frankfurter Musikpreis (1988), der Siemens-Musikpreis (1991), der Premio Abbiati der Biennale di Venezia (1995), der Zürcher Festspielpreis (2007) und der Robert-Schumann-Preis (2017). Seit 2016 ist er Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 31. August 1961 als Oboist mit Veress’ Passacaglia concertante.

    Juli 2021

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    Felix Renggli

    Der 1961 in Basel geborene Felix Renggli studierte Flöte bei Gerhard Hildenbrand, Aurèle Nicolet und Peter-Lukas Graf. Er schloss seine Ausbildung an der Musik-Akademie Basel mit dem Solistendiplom ab und spielte danach als Soloflötist im Tonhalle-Orchester Zürich, im Städtischen Orchester St. Gallen, im Gulbenkian-Orchester Lissabon und im Chamber Orchestra of Europe; ausserdem wirkte er im Schweizerischen Festspielorchester mit. Seine Konzerttätigkeit hat ihn als Solisten und Kammermusiker durch ganz Europa, nach Südamerika, in die USA sowie nach Japan und China geführt. Felix Renggli gastierte bei den Salzburger Festspielen, beim Kammermusikfest Lockenhaus und bei Festivals in Paris, Bourges, Rio de Janeiro und Akiyoshidai. Sein Repertoire erstreckt sich von der Alten Musik, die er auf historischen Instrumenten aufführt, über den Werkkanon der Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Partituren und Uraufführungen. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihm mit dem Oboisten, Dirigenten und Komponisten Heinz Holliger, der ihm entscheidende Impulse für seine musikalische Arbeit gegeben hat. Gemeinsam mit dem Cellisten Daniel Haefliger und dem Bratschisten Jürg Dähler gründete Felix Renggli 1999 die «Swiss Chamber Concerts», die als erste gesamtschweizerische Kammermusikreihe gelten dürfen; bis heute haben die drei Mu-siker gemeinsam die künstlerische Leitung des Projekts inne. Renggli hat zahlreiche CDs vorgelegt, die mit Ensembles wie der Camerata Bern, dem Arditti Quartet, Nova Stravaganza und den Swiss Chamber Soloists entstanden. 1994 wurde er als Nachfolger seines Lehrers Peter-Lukas Graf zum Leiter einer Konzertklasse an die Hochschule für Musik in Basel berufen; seit 2004 lehrt Felix Renggli als Professor an der Staatlichen Musikhochschule in Freiburg/Breis-gau und gibt darüber hinaus Meisterkurse
    in aller Welt.

    Debut als Solist bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 5. September 1990 mit Cristóbal Halffters Mizar II.

    Juli 2021

    Konzerteinführung | 15.00 | KKL Luzern, Luzerner Saal
    Kirsten Milenko, Alex Vaughan und Heinz Holliger im Gespräch mit Mark Sattler

    Hauptsponsor und Partner Lucerne Festival Academy