Sinfoniekonzert 22 – räsonanz Stifterkonzert

London Symphony Orchestra | Sir Simon Rattle | Barbara Hannigan

Abrahamsen | Messiaen

Mo, 09.09. | 19.30 Uhr | Nr. 19350

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 22 – räsonanz Stifterkonzert

    London Symphony Orchestra | Sir Simon Rattle | Barbara Hannigan

    Hans Abrahamsen (*1952)
    let me tell you für Sopran und Orchester
    Olivier Messiaen (1908–1992)
    Éclairs sur l’Au-Delà … für grosses Orchester

    «Lass mich dir erzählen, wie es war»: Ophelia, Spielball in den Machtkämpfen am dänischen Königshof, erhält eine Stimme. Der walisische Schriftsteller Paul Griffiths hat ihre Worte aus Shakespeares Hamlet-Drama zu einem grossen Monolog verbunden, der Däne Hans Abrahamsen daraus einen bewegenden Zyklus von Orchesterliedern geformt. Feinfühlig entwirft er das usikalische Psychogramm eines jungen Mädchens, das sich an seine Liebe und Hoffnungen erinnert, von seiner seelischen Bedrängnis und existentiellen Verzweiflung berichtet. Dass let me tell you seit der Premiere im Jahr 2013 weltweit für Furore sorgt, liegt nicht zuletzt an Ausnahmesopranistin Barbara Hannigan, für die Abrahamsen das Werk komponiert hat. Hannigans stupende Vokalkunst verleitete den Figaro zur Mutmassung, sie stamme wohl «von einem anderen Planeten». Nicht mehr von dieser Welt zu sein scheint auch Olivier Messiaens grosses Orchesterwerk Éclairs sur l’Au-Delà ..., sein Opus ultimum. In elf Sätzen richtet es unseren Blick auf die Ewigkeit: mit mächtigen Bläsersätzen, Vogelstimmen-Polyphonie und verklärten Kantilenen der Streicher.

    räsonanz Stifterkonzert. Eine Initiative der Ernst von Siemens Musikstiftung, in Kooperation mit LUCERNE FESTIVAL und musica viva des Bayerischen Rundfunks

    Mehr zur räsonanz Initiative lesen sie hier.

    Gastronomisches Angebot des KKL beim Sommer-Festival 2019

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    London Symphony Orchestra

    Das London Symphony Orchestra (LSO) wurde 1904 als erstes selbstverwaltetes Orchester Englands gegründet und erwarb sich bald einen herausragenden Ruf in aller Welt. Während der vergangenen Jahrzehnte amtierten André Previn (1968–79), Claudio Abbado (1979–88), Michael Tilson Thomas (1988–95), Sir Colin Davis (1995–2007) und Valery Gergiev (2007–15) an der Spitze des Orchesters. 2017 begann die Amtszeit von Sir Simon Rattle als neuem Music Director; Gianandrea Noseda und François-Xavier Roth fungieren als Principal Guest Conductors. Das London Symphony Orchestra präsentiert jährlich über siebzig Konzerte im Barbican Centre, das seit 1982 seinen festen Sitz bildet. Regelmässige Residenzen führen das Orchester ins New Yorker Lincoln Center, in die Pariser Philharmonie und die Suntory Hall nach Tokio; hinzu kommen Auftritte in aller Welt, so zuletzt im Mai 2019 eine Südamerika-Tournee mit Stationen in Kolumbien, Peru, Argentinien, Uruguay und Chile. 2019/20 widmet sich Rattle schwerpunkthaft Werken von Beethoven, Bartók und Percy Grainger; zu den Gästen am Pult zählen dann u. a. Sir John Eliot Gardiner, Sir Antonio Pappano und Michael Tilson Thomas. Besonderen Wert legt das Orchester auf innovative und breitenwirksame Programmangebote für ein Publikum jeden Alters und Bildungsgrads. 65.000 Hörer werden pro Spielzeit mit diesen Projekten erreicht, die unter dem Titel «LSO Discovery» in der Kirche St. Luke’s stattfinden. Die Aktivitäten umfassen Familienkonzerte, Schulprojekte, eine Zusammenarbeit mit der Guildhall School of Music and Drama oder «Discovery Days». Mit «LSO Live» verfügt das Orchester über ein eigenes CD-Label, das schon mehr als 150 Aufnahmen veröffentlicht hat: Sie wurden mit Auszeichnungen wie dem «Grammy», dem «Classical Brit Award», dem «Orphée d’or» oder dem «Preis der deutschen Schallplattenkritik» bedacht.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 3. September 1982: Claudio Abbado dirigierte Elgars Cellokonzert und Berlioz’ Symphonie fantastique.

    August 2019

    Weitere Termine

    Sir Simon Rattle

    Seit 2017 steht Sir Simon Rattle als Musikdirektor an der Spitze des London Symphony Orchestra. Geboren 1955 in Liverpool, studierte er Klavier, Schlagzeug und Orchesterleitung an der Royal Academy of Music in London. 1980 begann seine enge Zusammenarbeit mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, das er von 1990 bis 1998 als Music Director leitete und zu einem internationalen Spitzenensemble formte. 2002 wechselte er als Chefdirigent zu den Berliner Philharmonikern, deren Repertoire er in seiner 16-jährigen Ära bis 2018 sukzessive erweiterte: durch die Integration Neuer Musik und szenischer Aufführungen, aber auch barocker Werke und musikhistorischer Raritäten. Viele der Konzerte wurden auf CD mitgeschnitten und mit Preisen ausgezeichnet. Mehrfach preisgekrönt, u. a. mit dem «Comenius Award» und dem Schillerpreis der Stadt Mannheim, wurde auch sein Berliner Education-Programm. Seit 1992 ist Sir Simon auch dem Orchestra of the Age of Enlightenment eng verbunden, mittlerweile als «Principal Artist»; überdies dirigiert er die führenden Orchester Europas und der USA. Als Operndirigent gab Rattle 1977 beim Glyndebourne Festival seinen Einstand. Weitere Auftritte führten ihn an die Opéra national de Paris, das ROH Covent Garden, die Niederländische Nationaloper, die Wiener Staatsoper und die Metropo-
    litan Opera in New York. Regelmässig arbeitet er mit der Staatsoper Berlin zusammen, wo er zuletzt Rameaus Hippolyte et Aricie (2018) herausbrachte; in der Saison 2019/20 widmet er sich dort Mozarts Idomeneo. Ausserdem wird er an der Metropolitan Opera Strauss’ Rosenkavalier dirigieren. 1994 wurde Simon Rattle als Knight Bachelor von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben; er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und Ritter der französischen Ehrenlegion. 2013 erhielt er den Léonie-Sonning-Musikpreis, 2018 die Ehrung «Freedom of the City of London».

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 8. September 1996 mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Werken von Berlioz, Beethoven, Tippett und Haydn.

    August 2019

     


     

    Weitere Termine

    Barbara Hannigan

    Die Sopranistin Barbara Hannigan, 1971 im kanadischen Waverley geboren, studierte Gesang bei Mary Morrison an der University of Toronto und bei Meinard Kraak am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Als Interpretin zeitgenössischer Musik gelangte sie rasch zu weltweiter Bekanntheit: Bis heute gestaltete sie mehr als 85 Uraufführungen und arbeitete dabei mit Komponisten wie Pierre Boulez, Sir George Benjamin, Gerald Barry, Salvatore Sciarrino, Pascal Dusapin, Hans Abrahamsen und Brett Dean zusammen. Gerühmt wird neben ihren vokalen Fertigkeiten auch ihre darstellerische Präsenz auf der Opernbühne: Höhepunkte der vergangenen Jahre bildeten Toshio Hosokawas Matsukaze und Alban Bergs Lulu in Brüssel, George Benjamins Written on Skin und Debussys Pelléas et Mélisande in Aix-en-Provence, Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten in München und Benjamins Lessons in Love and Violence am Londoner Royal Opera House. In der Saison 2019/20 wird sie bei der Weltpremiere von Abrahamsens The Snow Queen zu erleben sein. Im Konzertsaal tritt Barbara Hannigan regelmässig mit Sir Simon Rattle auf, aber auch mit Kent Nagano, Andris Nelsons, Vladimir Jurowski, Reinbert de Leeuw, Sir Antonio Pappano und Kirill Petrenko. Seit 2011 ist sie selbst als Dirigentin tätig, oft parallel zu ihren Engagements als Sängerin: So leitete sie Konzerte beim Cleveland Orchestra, beim Mahler Chamber Orchestra, beim London und beim Toronto Symphony Orchestra, bei den Münchner Philharmonikern und bei den Göteborger Sinfonikern, die sie zur neuen Spielzeit als Erste Gastdirigentin berufen haben. Mit Strawinskys The Rake’s Progress dirigierte sie im Frühjahr 2019 im Rahmen ihres Mentoring-Programms «Equilibrium» ihre erste Oper. Im Sommer war sie dann «artist-in-residence» beim Aldeburgh Festival und leitete das kalifornische Ojai Festival. 2020 erhält Barbara Hannigan den Léonie-Sonning-Musikpreis.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 24. August 2008 im Rahmen des «Pollini-Projekts» mit Werken von Luigi Nono. 

    August 2019

    Konzerteinführung | 18.30 Uhr | KKL Luzern, Auditorium
    Hans Abrahamsen im Gespräch mit Mark Sattler (in Englisch)