Podiumsdiskussion Stockhausen

Kathinka Pasveer | Peter Eötvös | Wolfgang Rihm u.a.

So, 02.09. | 15.00 Uhr

KKL Luzern, Auditorium

Vergangenes Konzert


Sommer-Festival

17.08.-16.09. 2018

 

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    Podiumsdiskussion Stockhausen

    Kathinka Pasveer | Peter Eötvös | Wolfgang Rihm u.a.

    Kathinka Pasveer  Musikerin, Tänzer-Mimin und Tänzer-Coach
    Peter Eötvös  Dirigent und Komponist
    Wolfgang Rihm  Komponist
    Thomas Ulrich  Theologe
    Mark Sattler  Moderation

    «Die religiöse und musikalische Bedeutung von Inori»

    Zur Vertiefung der zwei Aufführungen von Inori im Rahmen der Reihe «Kosmos Stockhausen» sprechen die Flötistin und langjährige Lebensgefährtin Stockhausens Kathinka Pasveer, der Theologen Thomas Ulrich, der Komponist und Dirigent Peter Eötvös und Wolfgang Rihm über die religiöse und musikalische Bedeutung des epochalen Werks. Darüber hinaus erhalten Sie spannende Einblicke in den Einstudierungsprozess der Luzerner Inori-Produktion und die Arbeit der jungen Musiker, Dirigenten und Tänzer.

    In Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche Luzern

    Peter Eötvös

    Komponist, Dirigent, Pädagoge: Peter Eötvös verbindet diese drei Rollen in einer aussergewöhnlichen Karriere. Geboren 1944 im ungarischen Transsilvanien, studierte er Komposition und Klavier an der Budapester Musikakademie sowie Dirigieren an der Kölner Musikhochschule. Von 1968 bis 1976 spielte er als Pianist und Schlagzeuger im Ensemble von Karlheinz Stockhausen, von 1971 bis 1979 arbeitete er am Studio für Elektronische Musik des WDR. 1978 wurde Eötvös auf Einladung von Pierre Boulez zum musikalischen Leiter des Ensemble intercontemporain bestellt – ein Amt, das er bis 1991 innehatte. Als Dirigent arbeitete er u. a. mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem BBC Symphony Orchestra, dem Budapest Festival Orchestra, den Göteborger Sinfonikern, den Radio-Sinfonieorchestern in Wien, Stuttgart und Frankfurt oder dem Ensemble Modern zusammen, leitete von 1994 bis 2005 das Radio-Kammerorchester Hilversum und gestaltete 2015 zusammen mit dem London Symphony Orchestra ein Konzert zu Boulez’ 90. Geburtstag. In der vergangenen Saison war er Residenzkünstler der Hamburger Elbphilharmonie, 2018/19 ist er Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden. Der Komponist Peter Eötvös reüssierte mit Opern wie Tri Sestri, Angels in America, Love and Other Demons oder Die Tragödie des Teufels. 2007 war er «composer-in-residence» bei LUCERNE FESTIVAL und brachte sein Violinkonzert Seven zur Uraufführung. In diesem Sommer feiert hier sein Orchesterstück Reading Malevich Premiere. Eötvös lehrte an den Musikhochschulen von Köln und Karlsruhe; 1991 gründete er in Budapest das Internationale Eötvös-Institut und die dazugehörige Stiftung für junge Dirigenten und Komponisten. Für seine künstlerische Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, zuletzt u. a. mit dem ungarischen Sankt-Stephans-Orden (2016) und der Goethe-Medaille (2018).

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 6. September 1987 mit dem Ensemble intercontemporain und Werken von Varèse bis Carter.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Wolfgang Rihm

    Der deutsche Komponist Wolfgang Rihm, seit Sommer 2016 der Künstlerische Leiter der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY, wurde 1952 in Karlsruhe geboren und begann schon früh mit dem Komponieren. Noch während er das humanistische Gymnasium besuchte, wurde er 1968 in die Kompositionsklasse von Eugen Werner Velte an der Musikhochschule in Karlsruhe aufgenommen. Später setzte er seine Ausbildung bei Karlheinz Stockhausen in Köln (1972/73) und schliesslich bei Klaus Huber in Freiburg (1973–1976) fort. An der Universität Freiburg besuchte er ausserdem musikwissenschaftliche Seminare bei Hans Heinrich Eggebrecht. Durch eine Reihe grosser Orchesterwerke gelang Wolfgang Rihm in den späten siebziger Jahren der internationale Durchbruch. Er zählt heute zu den fruchtbarsten und vielseitigsten Komponisten der Gegenwart und hat ein facettenreiches Œuvre geschaffen, das mittlerweile mehr als 400 Werke umfasst, darunter allein neun Musiktheaterwerke: Faust und Yorick (1976), Jakob Lenz (1977/78), Die Hamletmaschine (1983/86), Oedipus (1987), Die Eroberung von Mexico (1987/91), Séraphin (1994), Das Gehege (2006), Proserpina (2009) sowie Dionysos, der 2010 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. Seit 1985 lehrt Rihm als Professor für Komposition an die Musikhochschule Karlsruhe. LUCERNE FESTIVAL ist er seit langem eng verbunden: 1997 prägte er als «composer-in-residence» das Programm, im Folgejahr erklang zur Eröffnung des KKL Luzern sein Orchesterwerk IN-SCHRIFT; weitere Werkaufträge folgten, so die Sinfonie Nähe fern (2011/12), das Hornkonzert (2014) und sein Gruss-Moment zum 90. Geburtstag von Pierre Boulez. Wolfgang Rihm, der auch mehrere Bände mit Essays und Gesprächen veröffentlicht hat, gehört zahlreichen Akademien an und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter der Ernst von Siemens Musikpreis (2003), der Robert-Schumann-Preis (2014), der «Grawemeyer Award» (2015) und der Preis der Europäischen Kirchenmusik (2017). Er ist «Commandeur dans l’Ordre des Arts et des Lettres», Träger des Grossen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Mitglied des Ordens «Pour le Mérite».

     

    Februar 2017

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