Erlebnistag – Konzert 1

Hespèrion XXI | La Capella Reial de Catalunya | Jordi Savall | Solisten

«Die Wege der Sklaverei»

So, 27.08.11.00 UhrNr. 17332

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


- Karten zu CHF 10 für Kinder, Schüler und Studenten bis inkl. 30 Jahre nur über "Bestplatzbuchung" möglich.

- 20% Ermässigung ab drei Konzerten am Erlebnistag – nur schriftlich und telefonisch buchbar.



Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    Erlebnistag – Konzert 1

    Hespèrion XXI | La Capella Reial de Catalunya | Jordi Savall | Solisten

    Jordi Savall  Leitung und Gambe
    Denise M’Baye  Sprecherin
    Kassé Mady Diabaté  Gesang
    Ballaké Sissoko  Kora
    Rajery  Valiha
    Driss el Maloumi  Oud
    Maria Juliana Linhares  Sopran
    Adriana Fernández  Sopran
    Zé Luis Nascimento  Perkussion

    «Die Wege der Sklaverei»
    Portugal, Spanien und Lateinamerika 1444 bis 1888

    Mit Unterstützung des Departament de Cultura der Generalitat de Catalunya, der Diputació de Barcelona und des Institut Ramon Llull

    Unter der Schirmherrschaft der UNESCO

    Für Jordi Savall, den grossen Musiker und Humanisten, ist es «eines der schmerzlichsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit»: Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Millionen und Abermillionen von Afrikanern verschleppt und versklavt. Mitnehmen konnten sie nur ihre Religion und ihre Kultur. Die Musik und die Tänze ihrer Heimat wurden so zum Ventil für Trauer, Klage und Leid, aber auch für Hoffnungen. Gemeinsam mit Musikern und Tänzern aus Afrika und Südamerika spüren Savall und seine Ensembles den Wegen der Sklaverei nach. Traditionelle Gesänge aus Mali, Marokko oder Madagaskar treten dabei in ein Wechselspiel mit spanischer, portugiesischer und lateinamerikanischer Musik, die den Sklaven in der Neuen Welt begegnete. «Wir wollen den Opfern Tribut zollen», erklärt Jordi Savall und erinnert daran, dass die ökonomische Vorrangstellung Europas und Amerikas nicht zuletzt durch die Tragödie der Sklaverei untermauert wurde: «Vielleicht sollten die Mächte der Gegenwart über ihre Verantwortung nachdenken und humanere Lösungswege für die sogenannte illegale Immigration nach Südeuropa vorschlagen.»

    Hespèrion XXI

    Im Jahr 1974 gründeten Jordi Savall und Montserrat Figueras zusammen mit dem Fagottisten Lorenzo Alpert und dem Lautenisten Hopkinson Smith in Basel das Ensemble Hespèrion XX, das seit dem Jahr 2000 als Hespèrion XXI firmiert. Der Name leitet sich aus dem Altgriechischen her: «Hesperien» ist dort die Bezeichnung für die beiden westlichsten Halbinseln Europas, Hispanien und Italien; auch wird das Wort für den Abendstern verwendet, den Planeten Venus, der im Westen aufscheint. Ziel des Ensembles ist es, die Entwicklung der Musik zwischen dem Mittelalter und dem Barock darzustellen; dies gilt insbesondere für die Kulturen des Mittelmeerraums und die Epoche rund um die reconquista, die Vertreibung der Juden und der Muslime von der iberischen Halbinsel im Jahr 1492. Den Aufführungen geht eine umfangreiche Forschungsarbeit voran, durch die viele bisher unveröffentlichte Partituren wieder zugänglich gemacht und spezielle Instrumente sowie die interpretatorische Praxis der damaligen Zeit erkundet werden. Dabei fühlen sich die Musikerinnen und Musiker dem ursprünglichen Geist der Werke verpflichtet und lassen deren Spiritualität neu erfahrbar werden. Das Repertoire von Hespèrion XXI umfasst unter anderem Werke der Sepharden, kastilische Romanzen und Musik aus dem Goldenen Zeitalter Spaniens. Zu den erfolgreichsten Programmen des Ensembles gehören die Cantigues de Santa Maria von Alfons dem Weisen, La Diáspora Sefardí und Projekte mit Musik aus Jerusalem, Istanbul und Armenien. Über sechzig CDs dokumentieren die künstlerische Arbeit von Hespèrion XXI, das weltweit mit Konzerten zu erleben ist und bei allen grossen Festivals der Alten Musik auftritt. Jordi Savall und seine Ensembles werden vom Departement Kultur der Generalitat de Catalunya und vom Institut Ramon Llull unterstützt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 2. September 1992 mit dem Programm Musica antiqua 1492.

    Februar 2016

     

     

     

    La Capella Reial de Catalunya

    Das Vokalensemble La Capella Reial de Catalunya wurde 1987 von Mont-serrat Figueras und Jordi Savall mit dem Ziel gegründet, die hispanische Vokalpolyphonie vor 1800 zu erforschen und zur Aufführung zu bringen. Vorbild waren dabei die berühmten mittelalterlichen «Capelles Reials», die Königlichen Sängerkapellen, für die viele der grossen Meisterwerke profaner und sakraler Musik auf der Iberischen Halbinsel geschaffen wurden. Das Repertoire der Capella Reial de Catalunya erstreckt sich von den Cantigas Alfons des Weisen bis zu Mozarts Requiem; es umfasst vor allem Komponisten der Renaissance sowie des katalanischen, spanischen und europäischen Barock, von Mateu Flecha, Cristóbal de Morales und Francisco Guerrero bis zu Claudio Monteverdi und Heinrich Ignaz Franz Biber. Hinzu kommen sephardische Lieder, Romanzen des Don Quijote von Cervantes und die hispanische Musik des 15. Jahrhunderts, aber auch ein Abstecher zur zeitgenössischen Musik mit Werken von Arvo Pärt. Seit seiner Gründung tritt das Ensemble unter Leitung von Jordi Savall bei Konzerten in aller Welt auf und gastiert bei den wichtigsten Festivals der Alten Musik. Auch Opernaufführungen stehen auf dem Programm: So präsentierte sich die Capella Reial de Catalunya zum Beispiel mit Monteverdis L’Orfeo am Gran Teatre del Liceu, am Teatro Real Madrid, im Wiener Konzerthaus, an der Opéra de Bordeaux, im Brüsseler Palais des Beaux-Arts und beim Edinburgh Festival. Ausserdem wirkte das Ensemble an der Filmmusik zu Jacques Rivettes Jeanne La Pucelle mit, einem Historienfilm über das Leben der Jeanne d’Arc. Mehr als 40 CDs haben die Sängerinnen und Sänger mittlerweile veröffentlicht, vielfach ausgezeichnet mit renommierten Plattenpreisen. Seit 1990 steht La Capella Reial de Catalunya unter der Schirmherrschaft der Generalität von Katalonien und wird vom Institut Ramon Llull unterstützt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) im Rahmen des Oster-Festivals 1995, wo sich der Chor mit zwei Konzerten unter Leitung von Jordi Savall vorstellte.

    Februar 2016

    Tembembe Ensamble Continuo

    Das Tembembe Ensamble Continuo wurde im Jahr 1995 von Enrique Barona, Eloy Cruz und Leopoldo Novoa gegründet, um den Beziehungen zwischen der spanischen Barockmusik und der traditionellen Musik Mexikos und Lateinamerikas nachzuspüren. Hervorgegangen ist es aus einem Forschungsprojekt der Universidad Nacional Autónoma de México. Das Ensemble verbindet in seinen Konzerten Instrumentalmusik, Tanz und Gesang, ist in ganz Mexiko, in den USA, in Europa und Südostasien aufgetreten und wurde zu zahlreichen Festivals eingeladen, so ins österreichische Feldkirch, ins spanische Gijón, ins kolumbianische Bogotá und zum koreanischen Hi! Seoul Festival. Zu den künstlerischen Partnern des Ensembles zählen u. a. die Sängerin Ada Coronel, die Tänzerin Donají Esparza, der Geiger Ulises Martínez, die Gambistin Hille Perl, der Gitarrist Steve Player und der Lautenist Lee Santana. Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit Jordi Savall und Hespèrion XXI.

    Juli 2017

    Jordi Savall

    Beim Oster-Festival 2016 präsentiert sich der Dirigent, Gambist und Musikforscher Jordi Savall als «artist-in-residence»: mit einem weltmusikalisch inspirierten «Dialog der Seelen», einem Solorezital und einem barocken Chorkonzert. 1941 in Igualada (Katalonien) geboren, studierte er zunächst Violoncello in Barcelona, ehe er sich bei August Wenzinger an der Schola Cantorum Basiliensis auf der Viola da gamba ausbilden liess. Gemeinsam mit seiner im Jahr 2011 verstorbenen Frau Montserrat Figueras gründete er 1974 das Ensemble Hespèrion XX (heute Hespèrion XXI), das sich insbesondere der Alten Musik Spaniens und des Mittelmeerraums widmet. 1987 rief er das Vokalensemble La Capella Reial de Catalunya ins Leben, 1989 folgte als orchestrales Gegenstück Le Concert des Nations. Zahlreiche Wiederentdeckungen sind Jordi Savall zu verdanken, von sephardischen Romanzen bis zu Opern von Vicente Martín y Soler – zu Unrecht vergessene musikalische Schätze, die er einem Millionenpublikum vorstellte. Etwa 140 Auftritte pro Jahr führen ihn rund um den Globus. Breiteren Kreisen wurde Savall auch durch den Film Die Siebente Saite bekannt, der um das Leben des Gambisten Mr de Sainte-Colombe kreist; für den Soundtrack wurde ihm der «César» überreicht. Mehr als 230 Aufnahmen hat Jordi Savall bis heute veröffentlicht und erhielt dafür Preise wie den «Grammy», den «Cannes Classical Award» und den «International Classical Music Award»; seit 1998 erscheinen die CDs auf seinem eigenen Label Alia Vox, zumeist als aufwendig ausgestattete Hörbücher. Jordi Savall ist vielfacher Ehrendoktor, Botschafter der Europäischen Union für den kulturellen Dialog und «Künstler für den Frieden» der UNESCO. 2009 wurde er mit dem Händel-Preis der Stadt Halle, 2010 mit dem Internationalen Friedensmusikpreis und 2012 mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis geehrt. Der Londoner Guardian schrieb über ihn: «Jordi Savall steht ein für die unendliche Vielfalt eines gemeinsamen kulturellen Erbes. Er ist ein Mann unserer Zeit.» Jordi Savall und seine Ensembles werden vom Departement Kultur der Generalitat de Catalunya und vom Institut Ramon Llull unterstützt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 2. September 1992 mit dem Ensemble Hespèrion XX und spanischer Musik des 15. und 16. Jahrhunderts.

    Februar 2016
     

     

    Denise M’Baye

    Denise M’Baye wurde als Tochter einer deutschen Mutter und eines senegalesischen Vaters im Wendland geboren. Nach ihrem Abitur machte sie sich rasch als Schauspielerin einen Namen. Sie wurde für TV-Serien wie Um Himmels Willen, Rote Rosen oder Notruf Hafenkante engagiert, spielte in Fernsehfilmen wie Das Wasser des Lebens, aber auch in Kinoproduktion (u. a. Vineta) und steht regelmässig auf der Theaterbühne, etwa am Schauspiel Hannover (Sanft und grausam, Disco Pigs) und am Klecks Theater. Als Sprecherin wirkte sie u. a. an der Hörbuch-Inszenierung Die Tagebücher von Adam und Eva nach Mark Twain mit. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin tritt Denise M’Baye als Tänzerin und Sängerin auf. So arbeitete sie eng mit dem Elektro-Projekt Mo’Horizont zusammen und hat bereits zwei Soloalben (Denise M’Baye und Zwei) herausgebracht. Derzeit arbeitet sie mit dem Musiker und Produzenten Christian Decker an ihrer dritten Platte.

    Juli 2017

    Der Erlebnistag im Paket! 

    Wenn Sie mindestens drei ver­schiedene Konzerte des Er­leb­nistags buchen, erhalten Sie 20% Rabatt auf jede Karte. Den «Erlebnistag im Paket» können Sie telefonisch oder schriftlich buchen. Alle Infor­mationen finden Sie auf dem Bestellschein.