Sinfoniekonzert 8

Gewandhausorchester Leipzig | Andris Nelsons | Sir András Schiff

Bartók | Debussy | Strawinsky

Mo, 26.08.19.30 UhrNr. 19324

KKL Luzern, Konzertsaal

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Preise (CHF)

CHF 240 200 150 100 60 30


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 8

    Gewandhausorchester Leipzig | Andris Nelsons | Sir András Schiff

    Andris Nelsons  Dirigent
    Béla Bartók (1881–1945)
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 Sz 119
    Claude Debussy (1862–1918)
    La Mer
    Igor Strawinsky (1882–1971)
    Konzertsuite aus dem Märchenballett Der Feuervogel (Fassung von 1919)

    Drei Klassiker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts präsentieren Andris Nelsons und sein fabelhaftes Gewandhausorchester in ihrem zweiten Luzerner Programm. Und beweisen damit, wie vielfältig, sinnlich und betörend schön die Musik dieser Epoche sein kann. Strawinskys erster Welterfolg, Der Feuervogel, speist sein ohrwurmträchtiges Melos aus der russischen Volksmusik und kleidet es dabei in die schillerndsten Orchesterklänge. Debussys La Mer spiegelt plastisch die rauschenden Wogen, das Schäumen der Gischt und die oszillierenden Farben des Wassers, mit unendlichen Varianten der Motive, denn keine Welle gleicht der anderen. Béla Bartóks Drittes Klavierkonzert aber, das der Komponist 1945 zu Papier brachte, gewissermassen im Wettlauf mit dem Tod, beschwört in seinem bewegenden Mittelsatz, dem «Adagio religioso»,  noch einmal die Magie der unberührten Natur, die Bartók fern der ungarischen Heimat, in seinem New Yorker Exil, so schmerzlich vermisste. Sir András Schiff wird dieses kompositorische Vermächtnis in allen Facetten ausloten und seinem grossen Landsmann und Idol damit die Reverenz erweisen.

    Sommer-Serie 2019: Machtspiele
    Unsere sommerliche Blog-Serie spürt dem Festivalthema «Macht» nach. 
    «Dieses Räuber- und Mördersystem». Béla Bartók im Kampf gegen den Faschismus

    Gewandhausorchester Leipzig

    Das Leipziger Gewandhausorchester gehört zu den ältesten bürgerlichen Musikinstitutionen der Welt: Seine Wurzeln reichen in das Jahr 1743 zurück, als Leipziger Kaufleute den Verein «Das grosse Concert» gründeten. Im Haus der Tuchwarenhändler («Gewandhaus») erhielt das Orchester 1781 einen repräsentativen Konzertsaal – und seinen heutigen Namen. Den europäischen Ruhm begründete Felix Mendelssohn, der 1835 das Amt des Gewandhauskapellmeisters antrat und als erster Dirigent im modernen Sinne wirkte. Zu seinen Nachfolgern gehörten Carl Reinecke (1860–95), Arthur Nikisch (1895–1922), Wilhelm Furtwängler (1922–28), Bruno Walter (1929–33), Franz Konwitschny (1949–62), Kurt Masur (1970–96) und Herbert Blomstedt (1998–2005). Von 2005 bis Sommer 2016 hatte Riccardo Chailly die Chefposition inne; zur Saison 2017/18 übernimmt Andris Nelsons die Leitung. Das Orchester ist Konzertorchester des Gewandhauses und Opernorchester der Stadt Leipzig; zudem bringt es – gemeinsam mit dem berühmten Thomanerchor – in der Thomaskirche wöchentlich Kantaten zur Aufführung. Das Gewandhausorchester trägt wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Sinfonik: Noch zu Lebzeiten Beethovens standen seine sämtlichen Sinfonien im Repertoire, der weltweit erste Bruckner-Zyklus wurde in Leipzig musiziert, und auch die erste komplette Wiedergabe der Schostakowitsch-Sinfonien erfolgte durch das Gewandhausorchester. Zahlreiche Werke wurden von den Leipziger Musikern uraufgeführt, darunter Beethovens Tripelkonzert, Schuberts Grosse C-Dur-Sinfonie, Schumanns Frühlingssinfonie und Brahms’ Violinkonzert. Unter der Leitung Chaillys erschienen in den letzten Jahren auf CD u. a. Gesamteinspielungen der Sinfonien Beethovens und der Orchesterwerke von Brahms, die mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Ende 2016 wird der gemeinsame Mahler-Zyklus, der seit 2011 entstand, auf DVD veröffentlicht.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 8. September 1998: Herbert Blomstedt dirigierte die Dritten Sinfonien von Honegger und Bruckner.

    Weitere Informationen finden Sie unter www.gewandhaus.de.

    August 2016

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    Andris Nelsons

    Andris Nelsons wurde 1978 in Riga geboren, wuchs in einer Musikerfamilie auf und begann seine Karriere als Trompeter an der Lettischen Nationaloper. Parallel dazu bildete er sich als Dirigent fort, studierte diese Disziplin bei Alexander Titov in St. Petersburg und nahm Privatunterricht bei Mariss Jansons. Schon 2003 wurde Nelsons zum Chefdirigenten der Lettischen Nationaloper berufen, wo er vier Jahre lang die Verantwortung trug; von 2008 bis Juni 2015 stand er dann an der Spitze des City of Birmingham Symphony Orchestra. Seit 2014 amtiert er als Music Director beim Boston Symphony Orchestra, seit Februar 2018 hat er ausserdem die Position des Gewandhauskapellmeisters beim Leipziger Gewandhausorchester inne. Binnen kurzer Zeit gelang es Nelsons, zum Stammgast bei international führenden Orchestern und an bedeutenden Opernbühnen zu werden. Er dirigierte an der Wiener, der Münchner und der Berliner Staatsoper, an der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House in London und bei den Bayreuther Festspielen; er konzertiert regelmässig mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Philharmonia Orchestra, dem New York Philharmonic und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. LUCERNE FESTIVAL ehrte ihn 2012 mit der Ernennung zum «artiste étoile» und betraute ihn 2014 und 2015 mit der Leitung mehrerer Konzerte des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA. Die Einspielungen, die Andris Nelsons vorgelegt hat, wurden mit vielen internationalen Preisen geehrt. Gegenwärtig erarbeitet er mit dem Boston Symphony Orchestra einen Schostakowitsch-Zyklus, der sämtliche Sinfonien und die Oper Lady Macbeth von Mzensk umfasst; bereits die ersten beiden CDs der Reihe erhielten jeweils den «Grammy». 2019 wird er mit den Wiener Philharmonikern alle neun Beethoven-Sinfonien veröffentlichen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 31. August 2009 mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und Werken von Britten, Berlioz, Debussy und Ravel.

    Andris Nelsons im Interview

    Juli 2018

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    Sir András Schiff

    Sir András Schiff wurde 1953 in Budapest geboren. Den ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von fünf Jahren bei Elisabeth Vadász, später setzte er sein Studium bei Pál Kadosa, György Kurtág und Ferenc Rados in seiner Heimatstadt sowie bei George Malcolm in London fort. Im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit stehen die Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. Seit 2004 hat Schiff den kompletten Zyklus aller Klaviersonaten Beethovens in mehr als zwanzig Städten aufgeführt und auf CD eingespielt. Regelmässig tritt er mit international bedeutenden Orchestern und Dirigenten auf; einen Schwerpunkt setzt er indes auf die Interpretation der Klavierkonzerte von Bach, Beethoven und Mozart unter eigener Leitung. Zu diesem Zweck gründete er 1999 die Cappella Andrea Barca, doch auch mit dem Chamber Orchestra of Europe arbeitet er eng zusammen. Seit früher Jugendzeit ist Schiff überdies ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Von 1989 bis 1998 leitete er die Musiktage Mondsee, von 1995 bis 2013 die Ittinger Pfingstkonzerte (gemeinsam mit Heinz Holliger), und seit 1998 führt er in Vicenza die Konzertreihe «Omaggio a Palladio» durch. Sir András Schiff, seit 2006 Ehrenmitglied des Beethoven-Hauses Bonn, wurde mit dem Robert-Schumann-Preis (2011), der Goldenen Mozart-Medaille (2012) und der Goldmedaille der Londoner Royal Philharmonic Society (2013) ausgezeichnet. Im Juni 2014 erhob ihn Queen Elizabeth II. in den Adelsstand, 2018 verlieh ihm Prince Charles als Präsident des Royal College of Music die Ehrendoktorwürde. 2017 erschien sein Buch Musik kommt aus der Stille, das Essays und Gespräche mit Martin Meyer enthält. Sir András Schiff hat gegen die alarmierende politische Entwicklung in Ungarn Stellung bezogen. Nach beleidigenden Angriffen von Seiten ungarischer Nationalisten zog er die Konsequenz, in seiner Heimat keine Konzerte mehr zu geben.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) mit einem Rezital am 21. August 1990 und Werken von Janáček, Bartók, Schubert und Haydn.

    Oktober 2018

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