Kosmos Boulez 1

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Lin Liao

Boulez | Colţea | Amarouch

Sa, 22.08. | 11.00 Uhr | Nr. 20701

KKL Luzern, Luzerner Saal

Karten ab Mo, 23. März 2020 | 12.00 (UTC + 1)


Pierre-Boulez-Paket: 20% Rabatt



Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

14.08.-13.09. 2020

 

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    Lin Liao  Dirigentin
    Pierre Boulez (1925–2016)
    Polyphonie X für 18 Instrumente (zwei Aufführungen)
    Victor Colţea (*1986)
    Neues Werk für Ensemble
    Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL
    Samir Amarouch (*1991)
    Neues Werk für Ensemble
    Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL

    Dieses Werk ist fast schon ein Mythos: Die zersplitterten, in all ihren Parametern einem rigiden Reihendenken unterworfenen Klänge von Polyphonie X provozierten 1951 bei den Donaueschinger Musiktagen einen veritablen Skandal und katapultierten den damals 26-jährigen Pierre Boulez schlagartig an die Spitze der Musikavantgarde. Doch der strich dieses faszinierend radikale Experiment seriellen Komponierens wenig später aus seinem offiziellen Werkkatalog, weil er es als zu theoriebefrachtet empfand. Die Partitur erschien nie im Druck, einziges Zeugnis war bislang der Mitschnitt der Premiere. Fast siebzig Jahre später wird Polyphonie X nun erstmals wieder aufgeführt – und das gleich zweimal, denn das komplexe Werk verlangt wiederholtes Hören. Die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY startet damit die auf mehrere Jahre angelegte Reihe «Kosmos Boulez», in der sie wichtige Werke ihres Gründers wiederentdeckt, die Boulez zu Lebzeiten zurückgezogen hatte. Und sie lässt sie in einen aufschlussreichen Dialog treten: mit anderen seiner Arbeiten, aber auch mit Musik der jungen Komponistengeneration.

    Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY

    2003 gründeten der Komponist und Dirigent Pierre Boulez und Festspielintendant Michael Haefliger die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY: ein weltweit einzigartiges Ausbildungsinstitut für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Sommer für Sommer erhalten hier junge, hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus aller Welt die Möglichkeit, zeitgenössische Partituren und Klassiker der Moderne eingehend zu studieren und sie anschliessend zur Aufführung zu bringen. Rund 1.200 Absolventen haben die Akademie in den vergangenen sechzehn Jahren durchlaufen, viele von ihnen waren sogar mehrere Sommer dabei. Seit 2016 hat der deutsche Komponist Wolfgang Rihm die künstlerische Gesamtleitung inne. Als Lehrer und Instrumentalcoaches stehen ihm international renommierte Interpreten der zeitgenössischen Musik zur Seite. 2019 nimmt der britische Komponist und Dirigent Sir George Benjamin eine wichtige Stellung ein und dirigiert zwei Konzerte, auch mit eigenen Werken. Zur Uraufführung gelangen zwei neue Orchesterpartituren von Marianna Liik und Josep Planells Schiaffino, die im Rahmen der «Roche Young Commissions» entstanden. Die Studierenden arbeiten aber auch mit «composer-in-residence» Thomas Kessler zusammen und bringen seine Stücke Utopia III und … said the shotgun to the head zu Gehör. Ausserdem widmen sie sich Kompositionen von Rihm und Dieter Ammann. Zum nunmehr vierten Mal findet das «Composer Seminar» statt, diesmal mit dem Schwerpunkt Streichquartett. Dabei werden die Teilnehmer ihre Arbeiten mit Wolfgang Rihm, Dieter Ammann, George Benjamin und weiteren Gästen diskutieren und sie mit dem JACK und dem Mivos Quartet praktisch erproben. Das Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY ging auch schon mehrfach auf Tournee: Gastspiele führten es in den vergangenen Jahren u. a. nach Paris, Essen und Köln, in die Berliner Philharmonie und die Hamburger Elbphilharmonie.

    August 2019

    Weitere Termine

    Lin Liao

    Die taiwanesische Dirigentin Lin Liao studierte Komposition und Klavier an der National University of the Arts in Taipeh sowie Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Ein wichtiger Mentor ihrer Karriere war Pierre Boulez, dessen Dirigier-Meisterkurs im Rahmen der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY sie 2007 besuchte; zum Abschluss wählte er sie für das Dirigat von Stockhausens GRUPPEN aus. Damals lernte Lin Liao auch Peter Eötvös kennen, der sie anschliessend als Assistentin für Konzerte beim Rotterdam Philharmonic und beim Asko|Schönberg-Ensemble verpflichtete und ausserdem 2009 zum Holland Festival einlud. Die zeitgenössische Musik bildet einen Schwerpunkt ihrer Arbeit, sei es als Chefdirigentin des Ensembles Laboratorium oder als Gast beim Ensemble Modern, beim Collegium Novum Zürich, beim Kammerensemble Neue Musik Berlin und beim Ensemble Aventure, beim Berliner «Ultraschall»-Festival, bei «ManiFeste» in Paris und bei den «Klangspuren Schwaz». Als Erste Kapellmeisterin am Schleswig-Holsteinischen Landestheater erarbeitete sich Lin Liao überdies ein breites Musiktheater-Repertoire. Weitere Opernengagements führten sie ans Opernhaus Chemnitz, an die Deutsche Oper am Rhein und an die Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, wo sie u. a. d’Alberts Tiefland, Mozarts Entführung und Verdis La traviata dirigierte. Auch taiwanesischen Komponisten fühlt sie sich verpflichtet: So brachte sie am National Theater von Taipeh Chang-Fa Yius Oper The Peach Blossom Fan mit einem Ensemble der Peking-Oper und einem westlichen Sinfonieorchester zur Uraufführung. Im Konzertbereich leitete Lin Liao das Radio-Symphonieorchester Wien, das Beethoven-Orchester Bonn, das Sinfonieorchester Wuppertal und das Orquestra Metropolitana de Lisboa. Im Leipziger Gewandhaus war sie mehrfach mit Education-Projekten zu erleben. Mehr unter www.linliao.net.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL im Sommer 2007; Lin Liao übernahm hier eine der drei Dirigentenpositionen bei einer Aufführung von Stockhausens Gruppen.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Das «Pierre-Boulez-Paket»
    20% Rabatt ab drei verschiedenen Konzerten mit Werken von Pierre Boulez