Identitäten 2

Ensemble ascolta | Simon Steen-Andersen

«Inszenierte Nacht»

Sa, 19.08.22.00 UhrNr. 17314

Neubad

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Preise (CHF)

CHF 50


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

11.08.-10.09. 2017

 

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    19.

    Aug

    Samstag
    22.00

    Neubad

    Identitäten 2

    Ensemble ascolta | Simon Steen-Andersen

    Ensemble ascolta: Erik Borgir, Violoncello | Andrew Digby, Posaune | Florian Hoelscher, Klavier und Synthesizer | Julian Belli, Schlagzeug | Boris Müller, Schlagzeug | Markus Schwind, Trompete | Hubert Steiner, Gitarre
    Simon Steen-Andersen  Inszenierung und Klangregie
    Malte Giesen  Klangregie
    Simon Steen-Andersen
    Inszenierte Nacht. Lesung nach den Buchstaben der Klassiker
    Werke von Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin, Wolfgang Amadé Mozart, Maurice Ravel und Robert Schumann

    Fest gefügt scheint die Identität der Meisterwerke. Im Grunde wissen wir schon vor dem Konzertbesuch, wie sie zu klingen haben – was die Gefahr ihrer Musealisierung bedingt. Der dänische Komponist Simon Steen-Andersen und das Ensemble ascolta verfolgen einen anderen Ansatz: So wie sich ein Theaterregisseur einem Stück nähert, hat sich Steen-Andersen berühmte Nachtmusiken von Bach bis Ravel vorgenommen. Er inszeniert sie neu für Aug und Ohr, aktualisiert und entstaubt sie – und rückt sie so aus der historischen Distanz ins Hier und Jetzt. Anders formuliert: Seine «Klassiker-Lesung» ist keine penible Philologie, sondern macht die einstmals verstörende Wirkung der Werke neu erfahrbar. In Schumanns Träumerei etwa scheint die Zeit stehenzubleiben, Ravels Scarbo mutiert vom Virtuosenstück zum Horror-Trip, und die berühmte Rache-Arie aus der Zauberflöte wird zur Techno-Hymne einer Drag Queen. «Vielleicht hören sich Mozarts ‹Königin der Nacht› oder Ravels Gaspard so an, wenn man gekokst hat», mutmasste die Stuttgarter Zeitung.

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    Ensemble ascolta

    Das Stuttgarter Ensemble ascolta wurde 2003 von sieben Musikern mit dem Ziel gegründet, herausragende neue Partituren zu erarbeiten und aufzuführen. Die Stammbesetzung, die sich auf Blech- und Schlaginstrumente konzentriert, beschreitet schon mit dieser Zusammenstellung neue Wege in der Ensemblelandschaft: Über 250 Werke wurden für ascolta bereits komponiert. Das Ensemble ist regelmässiger Gast bei vielen europäischen Festivals für Neue Musik: etwa in Huddersfield und in Witten, bei Ultraschall und MaerzMusik in Berlin, bei den Darmstädter Ferienkursen und den Donaueschinger Musiktagen, bei der Biennale in Salzburg und bei Wien Modern. In Stuttgart arbeitet ascolta mit dem dortigen Festival «Éclat» und der Akademie Schloss Solitude, mit der Staatsoper, der Musikhochschule und den Neuen Vocalsolisten zusammen. Überdies unterhält das Ensemble in der baden-württembergischen Landeshauptstadt eine eigene Konzertreihe mit dem Titel «ascolta plays …» Das Repertoire, das die Musiker zur Aufführung bringen, reicht von der klassischen Moderne über theatralische Konzepte der Fluxus-Generation bis zum Grenzbereich zwischen Neuer Musik und Rock. In Zusammenarbeit mit dem ZDF und Arte entstand ein Projekt, das Stummfilme der 1920er und 1930er Jahre mit neuen Kompositionen von Carola Bauckholt, Martin Smolka, Olga Neuwirth und anderen kombiniert. Auf diese Weise konnten bereits Stummfilmklassiker wie René Clairs Entr’acte oder Luis Buñuels Un chien andalou neu gedeutet werden. Zuletzt kam in dieser Reihe Arthur Robisons Schatten. Eine nächtliche Halluzination mit Musik von Johannes Kalitzke bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik 2016 heraus. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes entstand in den letzten Jahren mit Gebrauchsanweisungen ein multimediales Programm, das acht Komponist(inn)en und Videokünstler(inn)en gemeinschaftlich gestalteten.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 16. September 2006 mit Werken von Michel Roth, Annette Schmucki und Mischa Käser.

    Mai 2017

    Florian Hoelscher

    Florian Hoelscher absolvierte seine Klavierausbildung bei Robert Levin, Michel Béroff und Pierre-Laurent Aimard; wichtige Impulse erhielt er zudem von Peter Eötvös. Nach frühen Wettbewerbserfolgen konzertiert er als Solist und Kammermusiker in ganz Europa und den USA. So gastierte er mit Soloprogrammen beim Stuttgarter «Éclat»-Festival und bei den Klangspuren Schwaz, im Pariser Théâtre du Châtelet, beim Heidelberger Frühling und bei den Salzburger Festspielen und trat mit Dirigenten wie Stefan Asbury, Peter Eötvös, Christopher Hogwood oder Lothar Zagrosek auf. Florian Hoelscher ist Gründungsmitglied des Ensembles ascolta und wird regelmässig vom Ensemble Modern, vom Ensemble Aventure und von der musikFabrik eingeladen. Seine CD-Einspielungen, darunter Werke von Marco Stroppa und Jonathan Harvey, erhielten u. a. den «Diapason d’Or». Er unterrichtet als Professor für Klavier- und Kammermusik an der Hochschule Luzern – Musik.

    Juni 2015

    Simon Steen-Andersen

    Der dänische Komponist, Performer und Installationskünstler Simon Steen-Andersen, der 1976 in Odder (Jütland) geboren wurde, studierte Komposition bei Karl Aage Rasmussen in Aarhus, bei Mathias Spahlinger in Freiburg/Breisgau, bei Gabriel Valverde in Buenos Aires und bei Bent Sørensen in Kopenhagen. Seit 2008 lehrt er selbst an der Königlichen Musikakademie in Aarhus, ausserdem unterrichtete er auch bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Steen-Andersen arbeitet an der Schnittstelle von Instrumentalmusik und Elektronik, Video, Installation und Live-Performance, wobei er seinen Interpreten auch darstellerische und choreographische Qualitäten abverlangt. Sein Œuvre umfasst Werke für Solisten, Ensemble und Orchester, zum Teil ergänzt durch «Instrumente» und Gerätschaften aus der Alltagskultur oder elektroakustische Vorrichtungen. Formationen wie das Ensemble Modern, das Ensemble intercontemporain und das Klangforum Wien, das ensemble recherche und ascolta, das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und das Orchestre National de France, die London Sinfonietta und das JACK Quartet haben seine Musik aufgeführt. Einladungen führten Steen-Andersen zu den Donaueschinger Musiktagen, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, zum Ultraschall-Festival nach Berlin und zum Stuttgarter «Éclat». Simon Steen-Andersen wurde für sein Schaffen vielfach ausgezeichnet. 2008 erhielt er den Carl-Nielsen-Preis und den Kranichsteiner Musikpreis, 2013 den Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin, 2014 den «Nordic Council Music Prize», 2015 den «Carl Prize» und 2017 den Komponisten-Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. Steen-Andersen, der in Berlin lebt, ist seit 2016 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste.

    Mai 2017

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