Chorkonzert 4

Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks | Mariss Jansons | Solisten

Rihm

Sa, 08.04.18.30 UhrNr. 17109

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Oster-Festival

01.04.-09.04. 2017

 

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    08.

    Apr

    Samstag
    18.30

    KKL Luzern, Konzertsaal

    Chorkonzert 4

    Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks | Mariss Jansons | Solisten

    Mariss Jansons  Dirigent
    Wolfgang Rihm (*1952)
    Gruss-Moment 2 – in memoriam Pierre Boulez für Orchester
    Schweizer Erstaufführung
     
    Requiem-Strophen für Soli, gemischten Chor und Orchester

    Schweizer Erstaufführung | Auftragswerk der musica viva des Bayerischen Rundfunks

    räsonanz – Stifterkonzert. Eine Initiative der Ernst von Siemens Musikstiftung, in Kooperation mit LUCERNE FESTIVAL und musica viva des Bayerischen Rundfunks

    Mehr zur räsonanz Initiative lesen Sie hier

    «Ich gehe langsam, aus der Welt heraus / in eine Landschaft jenseits aller Ferne», heisst es in Hans Sahls Gedicht Strophen, das die letzte Etappe des Lebenswegs umkreist, bevor der Tod uns erwartet. Wolfgang Rihm hat diese Verse in seinem neuen abendfüllenden Chorwerk Requiem-Strophen vertont, zusammen mit einem Text von Johannes Bobrowski, Sonetten von Michelangelo und einem biblischen Psalm. Man mag sich an das Deutsche Requiem von Johannes Brahms erinnert fühlen, das ebenfalls nicht der Liturgie der Totenmesse folgt, sondern eine sehr persönliche Textauswahl des Komponisten bietet. Und wie Brahms hält auch Rihm bewussten Abstand zur Glaubensgewissheit: «Gott schenkt uns den Zweifel. Durch ihn bleibt er unauslöschlich in uns präsent», hat er einmal bekannt. Neun Tage nach der Münchner Uraufführung wird Rihms jüngste Partitur in Luzern erklingen: ein Heimspiel für den Leiter der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY.

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    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

    Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks wurde 1949 gegründet. Als erster Chefdirigent leistete Eugen Jochum während seiner elfjährigen Amtszeit die Aufbauarbeit und führte das Orchester nicht zuletzt durch seine Bruckner-Interpretationen zu internationalem Renommee. Ihm folgte Rafael Kubelík (1961–79), der das Repertoire um Werke slawischer Komponisten erweiterte, einen ersten Mahler-Zyklus dirigierte und sich auch für die Musik des 20. Jahrhunderts einsetzte. Mit Sir Colin Davis stand von 1983 bis 1992 ein ausgewiesener Berlioz-Spezialist an der Spitze des Orchesters, der sich zugleich als berufener Anwalt der Wiener Klassik und des Schaffens britischer Komponisten erwies. Lorin Maazel hatte von 1993 bis 2002 die Chefposition inne und präsentierte Zyklen der sinfonischen Werke von Beethoven, Brahms, Bruckner, Schubert und Mahler. Seit Oktober 2003 amtiert Mariss Jansons als Chefdirigent und erarbeitet ein breites Repertoire von Haydn bis zu Schostakowitsch und Komponisten der Gegenwart. Viele renommierte Gastdirigenten haben das Orchester geleitet: von Otto Klemperer und Karl Böhm über Sir Georg Solti, Carlo Maria Giulini und Leonard Bernstein bis zu heutigen Stars wie Herbert Blomstedt, Sir John Eliot Gardiner, Bernard Haitink, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin oder Franz Welser-Möst, die in der Saison 2016/17 am Pult stehen. Mit seinem Konzertzyklus im Rahmen der musica viva bringt das Orchester regelmässig neue Werke zur Uraufführung. Tourneen führen das BR-Symphonieorchester rund um die Welt: Zuletzt bereiste es im Spätherbst 2016 Japan, Taiwan sowie Südkorea und gastierte Anfang 2017 in Wien, Paris, Breslau, Kattowitz, Mailand, Luxemburg und Amsterdam. Seit 2004 ist das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks alljährlich «in residence» beim Luzerner Oster-Festival.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 28. August 1965 mit Werken von Bartók und Bruckner; es dirigierte Rafael Kubelík.

    Februar 2017

    Weitere Termine

    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Der Chor des Bayerischen Rundfunks wurde vor siebzig Jahren, 1946, gegründet und bringt seither die grosse chorsinfonische Literatur und Oratorien vom Barock bis zur Gegenwart vor allem mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zur Aufführung. Dessen Chefdirigenten verantworteten auch stets die künstlerischen Geschicke des Chors: von Eugen Jochum über Rafael Kubelík, Sir Colin Davis und Lorin Maazel bis zu Mariss Jansons. Gerühmt werden die Flexibilität des Chors und die stilistische Vielfalt seines Repertoires. Binnen kürzester Zeit ist das Ensemble in der Lage, von der Klangaskese eines Renaissance-Madrigals zu einem romantischen Chorwerk oder den vokaltechnischen Herausforderungen zeitgenössischer Musik zu wechseln und dabei immer seine besondere Homogenität im Klangbild zu bewahren. Bei seiner eigenen Abonnementsreihe im Münchner Prinzregententheater widmet sich der Chor neben dem klassischen Werkkanon auch Crossover-Projekten oder der Jazzliteratur. Von 2005 bis Sommer 2016 amtierte der niederländische Dirigent Peter Dijkstra als künstlerischer Leiter, ein bekennender «Anti-Spezialist», der für die Vielseitigkeit der Programme bürgte. Mit der Saison 2016/17 wird Howard Arman seine Nachfolge antreten. Regelmässige Gastspiele und Einladungen zu den renommierten europäischen Musikfestivals prägen das Profil des Chors; dabei arbeitet er auch mit anderen europäischen Spitzenorchestern wie den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam oder der Sächsischen Staatskapelle Dresden zusammen. Hinzu kommen Konzerte mit Originalklangensembles wie Concerto Köln, B’Rock oder der Akademie für Alte Musik Berlin. Für seine Einspielungen wurde der Chor des Bayerischen Rundfunks schon dreimal mit dem «Echo Klassik» ausgezeichnet; 2015 wurde ihm der Bayerische Staatspreis für Musik zuerkannt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 30. August 1965 mit Janáčeks Aus einem Totenhaus unter Leitung von Rafael Kubelík.

    August 2016

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    Mariss Jansons

    Mariss Jansons wurde 1943 in Riga als Sohn des Dirigenten Arvīds Jansons geboren. Er studierte am Leningrader Konservatorium die Fächer Violine, Klavier und Dirigieren und vervollständigte seine Ausbildung als Schüler von Hans Swarowsky in Wien und bei Herbert von Karajan in Salzburg. 1971 war Jansons Preisträger beim Dirigentenwettbewerb der Karajan-Stiftung in Berlin, im selben Jahr ernannte ihn Evgeny Mravinsky zu seinem Assistenten bei den Leningrader (den heutigen St. Petersburger) Philharmonikern. Von 1979 bis 2000 war Mariss Jansons Musikdirektor beim Philharmonischen Orchester Oslo, von 1997 bis 2004 war er Chefdirigent des Pittsburgh Symphony Orchestra. Seit 2003 hat Jansons die Leitung beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks inne. Ab 2004 stand er ausserdem für elf Jahre dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam vor, das ihn 2015 zu seinem Ehrendirigenten ernannte. Als Gast arbeitet Mariss Jansons mit den besten Orchestern in den USA und Europa, darunter die Berliner und die Wiener Philharmoniker, deren Neujahrskonzert er in den Jahren 2006, 2012 und 2016 dirigierte. Seine Diskographie umfasst viele preisgekrönte Aufnahmen, so etwa die mit einem «Grammy» ausgezeichnete Dreizehnte Sinfonie von Schostakowitsch. Mariss Jansons ist Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde Wien und der Royal Academy of Music in London. Die Berliner Philharmoniker würdigten ihn mit der Bülow-Medaille, die Stadt Wien überreichte ihm das Goldene Ehrenzeichen, der Staat Österreich das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, die Bundesrepublik Deutschland das Grosse Verdienstkreuz mit Stern. 2013 wurde Jansons, der auch Träger des Bayerischen Maximiliansordens, des Ordens vom Niederländischen Löwen und «Commandeur des Arts et des Lettres» ist, mit der Verleihung des «Ernst von Siemens Musikpreises» eine der höchsten Ehrungen der Musikwelt zuteil.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 20. April 1992 mit dem London Symphony Orchestra: Auf dem Programm standen Werke von Weber und Strauss sowie Mahlers Erste Sinfonie.

    Februar 2017

    Weitere Termine

    Mojca Erdmann

    Die in Hamburg geborene Sopranistin Mojca Erdmann sammelte ihre ersten Bühnenerfahrungen im Kinderchor an der dortigen Staatsoper. Nach dem Abitur studierte sie Violine und absolvierte ihre Gesangsausbildung bei Hans Sotin in Köln. 2002 erhielt sie beim Bundeswettbewerb Gesang nicht nur den Ersten Preis, sondern auch eine Auszeichnung als beste Interpretin zeitgenössischer Musik. Ihre Vorliebe für Werke der Gegenwart spiegelt sich in zahlreichen Engagements: 2009 gestaltete sie die Uraufführung von Wolfgang Rihms Monodram Proserpina bei den Schwetzinger Festspielen, und auch bei der Weltpremiere seines Dionysos in Salzburg (2010) wirkte sie mit; 2012 war sie mit Rodion Schtschedrins Kleopatra und die Schlange bei den Salzburger Pfingstspielen zu erleben, 2016 mit Miroslav Srnkas South Pole an der Bayerischen Staatsoper. Ihre Karriere begann Mojca Erdmann als Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin. 2006 gab sie als Mozarts Zaide ihren Einstand bei den Salzburger Festspielen; 2007 und 2009 gestaltete sie dort die Zelmira in Haydns Armida, 2014 folgte die Sophie im Rosenkavalier. Sir Simon Rattle verpflichtete Mojca Erdmann für Aufführungen von Janáčeks Jenůfa und Ravels L’Enfant et les sortilèges. 2008 war sie unter seiner Stabführung als Waldvogel im Siegfried bei den Festspielen von Aix-en-Provence zu erleben. 2011 debutierte Mojca Erdmann als Zerlina im Don Giovanni an der Metropolitan Opera in New York, 2012 sang sie an der Berliner Staatsoper ihre erste Lulu, und 2014 eröffnete sie als Marzelline in Fidelio die Saison der Mailänder Scala. Zuletzt, im Herbst 2016, war sie mit der Susanna in Mozarts Figaro erstmals am Gran Teatre del Liceu in Barcelona zu Gast; Anfang 2017 interpretierte sie Beat Furrers Spazio immergente bei der Salzburger Mozartwoche und Werke von Dai Fujikura sowie Harrison Birtwistle beim Ultraschall Festival in Berlin.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 2. September 2007 mit Ligetis Requiem in einem Konzert mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott.

    Februar 2017

    Anna Prohaska

    Die Sopranistin Anna Prohaska, als Tochter einer irisch-englischen Sängerin und eines österreichischen Opernregisseurs 1983 in Neu-Ulm geboren, studierte Gesang an der Berliner Hochschule für Musik «Hanns Eisler» bei Norma Sharp und Brenda Mitchell. Als 18-Jährige feierte sie ihren Bühneneinstand mit der Flora in Brittens The Turn of the Screw an der Komischen Oper Berlin und wurde dafür mit dem Bayerischen Theaterpreis ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2006/07 ist Anna Prohaska Ensemblemitglied an der Deutschen Staatsoper Berlin, wo sie u. a. als Mozart-Interpretin (Blonde in der Entführung und Susanna im Figaro), als Poppea in Händels Agrippina, Euridice in Glucks Orfeo und Sophie in Strauss’ Rosenkavalier zu erleben war. Die Salzburger Festspiele verpflichteten sie für Produktionen von Dvořáks Rusalka, Nonos Al gran sole und für Mozarts Da-Ponte-Trilogie; 2017 tritt sie dort als Cordelia bei einer Neuproduktion von Reimanns Lear auf. Anna Prohaska gastierte an der Mailänder Scala, der Bayerischen Staatsoper, in London, Paris und Aix-en-Provence. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle: Zuletzt, im Februar 2017, wirkte sie bei Aufführungen von Ligetis Le Grand Macabre in der Inszenierung von Peter Sellars mit. Weitere Auftritte in der laufenden Saison führten sie an die Niederländische Nationaloper nach Amsterdam  (Händels Jephtha) und ans Theater an der Wien (Purcells The Fairy Queen). Anna Prohaska widmet sich gleichermassen der Alten wie der Neuen Musik; Wolfgang Rihm komponierte für sie die Stücke Mnemosyne und Samothrake. Als Liedsängerin präsentiert sie thematische Abende wie Glaube und Ekstase, Sirènes, Behind the Lines oder, gemeinsam mit dem Schauspieler Lars Eidinger, Hamlet und Ophelia. 2010 wurde Anna Prohaska mit dem Schneider-Schott-Musikpreis, 2016 mit dem Kunstpreis Berlin ausgezeichnet.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 19. März 2010 mit Bergs Lulu-Suite unter Leitung von Claudio Abbado.

    Februar 2017

    Hanno Müller-Brachmann

    Der Bassbariton Hanno Müller-Brachmann, der aus dem Südbadischen stammt, sammelte seine ersten musikalischen Erfahrungen in der Knabenkantorei Basel. Später studierte er Gesang bei Ingeborg Most an der Freiburger Musikhochschule, in der Berliner Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau und bei Rudolf Piernay in Mannheim. 1996 gab Müller-Brachmann sein Operndebut an der Berliner Staatsoper in Telemanns Orpheus mit René Jacobs am Pult, von 1998 bis 2011 gehörte er zum festen Ensemble des renommierten Hauses, wo er vom Mozart-Repertoire bis hin zu dramatischen Partien wie Orest (Strauss’ Elektra), Kaspar (Webers Freischütz), Golaud (Debussys Pelléas et Mélisande) sowie dem Wotan in Wagners Ring ein breites Rollenspektrum erarbeiten konnte. Gastauftritte führten Hanno Müller-Brachmann an die Staatsopern von München, Hamburg und Wien, nach San Francisco, Paris und Madrid. Er arbeitete mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Sir John Eliot Gardiner, Michael Gielen, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta und Sir Simon Rattle zusammen. Unter Claudio Abbados Leitung gestaltete er den Papageno bei einer CD-Einspielung von Mozarts Zauberflöte, die mit dem «Gramophone Award» ausgezeichnet wurde. Als Liedinterpret trat Müller-Brachmann beim Edinburgh Festival, bei der Schubertiade in Schwarzenberg, in der Londoner Wigmore Hall und in vielen europäischen Metropolen auf. Anfang 2017 sang er Bachs h-Moll-Messe mit dem Boston Symphony Orchestra unter Andris Nelsons und Brittens War Requiem mit dem Orchestre de la Suisse Romande in Genf. Im Mai wird er für Aufführungen von Debussys Pelléas mit Franz Welser-Möst beim Cleveland Orchestra zu Gast sein, im Juni folgt Beethovens Missa solemnis mit Bernard Haitink an der Mailänder Scala. Seit Herbst 2011 lehrt Hanno Müller-Brachmann als Professor für Gesang an der Musikhochschule in Karlsruhe.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 6. September 2005 mit Beethovens Neunter Sinfonie, gespielt vom London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Kurt Masur.

    Februar 2017

    17.30 Uhr | Einführung mit Mark Sattler | Auditorium