Sinfoniekonzert 3

Chamber Orchestra of Europe | Bernard Haitink | Anna Lucia Richter

Schubert | Mahler

Di, 20.08.19.30 UhrNr. 19311

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 3

    Chamber Orchestra of Europe | Bernard Haitink | Anna Lucia Richter

    Franz Schubert (1797–1828)
    Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485
    Gustav Mahler (1860–1911)
    Sinfonie Nr. 4 G-Dur

    «Er wirkt immer mehr wie der Erzvater Jakob, und alle die anderen, diese jungen Pult-Hüpfer von noch nicht einmal sechzig oder siebzig Jahren, sitzen wie Söhne zu seinen Füssen», urteilte Christian Wildhagen in der Neuen Zürcher Zeitung, als Bernard Haitink im vergangenen Sommer Mahlers Neunte Sinfonie dirigierte. Und Wildhagen gestand, dass es «wahrlich Anlass für ein bisschen Schwärmerei» gebe. Denn Haitink habe für einen Meilenstein in der Mahler-Rezeption gesorgt, habe sie dank seiner Reife und mit der Gelassenheit seines Alters auf eine neue Stufe gehoben. Das Glückserlebnis soll nicht ohne Fortsetzung bleiben: Mit diesem Konzert am Pult seines Lieblingsorchesters, des Chamber Orchestra of Europe, wird der nunmehr 90-jährige Haitink noch einmal die unerschöpfliche, unergründliche Vierte Sinfonie des Komponisten ausloten, die am Ende mittenmang ins Paradies führt. Paradiesische Klänge bietet aber auch schon der erste Teil des Abends, mit Schuberts Fünfter Sinfonie, einem beschwingten Jugendwerk, das alle Schwermut löst und das Ideal der lichten Schönheit beschwört.

    In Kooperation mit der Schweizer Paraplegiker-Stiftung

    Gastronomisches Angebot des KKL beim Sommer-Festival 2019

     

     

    Chamber Orchestra of Europe

    Das Chamber Orchestra of Europe (COE) wurde im Jahr 1981 von einer Gruppe junger Musikerinnen und Musiker gegründet, die sich im European Union Youth Orchestra kennengelernt hatten. Heute umfasst die Stammbesetzung des frei finanzierten Ensembles rund 60 Mitglieder: Sie vereint Solisten und Stimmführer internationaler Klangkörper, renommierte Kam-mermusiker und Musikprofessoren. Von Beginn an prägte die Kooperation mit bedeutenden Dirigenten und Solisten das Profil. In den ersten Jahren war vor allem Claudio Abbado ein wichtiger Mentor: Er präsentierte mit dem COE auch szenische Werke wie Rossinis Il viaggio a Reims und Il barbiere di Siviglia oder Mozarts Figaro und Don Giovanni. Mit Aufführungen und der Einspielung aller Beethoven-Sinfonien sowie durch Opernproduktionen bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen und der styriarte setzte auch Nikolaus Harnoncourt Akzente. Heute arbeitet das COE eng mit Bernard Haitink, Yannick Nézet-Séguin und Sir András Schiff zusammen, die allesamt Ehrenmitglieder des Orchesters sind. In der Saison 2018/19 standen zudem Auftritte mit Robin Ticciati, Leonidas Kavakos, Nikolaj Szeps-Znaider und Pierre-Laurent Aimard auf dem Programm; mit Sir Antonio Pappano und Janine Jansen absolvierte das Ensemble im Mai und Juni 2019 eine Tour durch Deutschland, die Niederlande und Italien. Ab der Saison 2021/22 wird das COE als «orchestra-in-residence» im neuen Casals Forum der Kronberg Academy wirken. Mehr als 250 Werke hat das Orchester aufgenommen; seine CDs wurden mit über 60 internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der «Grammy», der «Record of the Year»-Award von Gramophone und der MIDEM «Classical Download Award». Zuletzt erschienen im Januar 2019 Schumanns Klavier- und Cellokonzert mit Martha Argerich, Gautier Capuçon und Bernard Haitink sowie im Sommer Mozarts Zauberflöte, dirigiert von Yannick Nézet-Séguin.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 21. August 1986 mit Werken von Prokofjew, Mendelssohn und Brahms unter Claudio Abbado. 

    Weitere Informationen finden Sie unter www.coeurope.org.

    August 2019

     

    Weitere Termine

    Bernard Haitink

    Bernard Haitink, geboren in Amsterdam, feierte im März seinen 90. Geburtstag. Vor 65 Jahren, im Juli 1954, stand der ausgebildete Geiger erstmals am Pult und leitete das niederländische Radio Filharmonisch Orkest. 1956 folgte sein Einstand beim Amsterdamer Concertgebouw Orchestra, das ihn 1961 an seine Spitze berief: 27 Jahre trug er dort die Verantwortung. Heute fungiert er als Ehrendirigent des Orchesters, mit dem er zuletzt im Dezember 2018 auftrat, als er Werke von Mozart und Bruckner dirigierte. Weitere Chefpositionen führten Haitink zum London Philharmonic Orchestra (1967–79), zum Glynde­bourne Festival (1977–88), ans Londoner Royal Opera House (1987–2002), zur Säch­sischen Staatskapelle Dresden (2002–04) und als Principal Conductor zum Chicago Symphony Orchestra (2006–10). Als Gastdirigent leitet Bernard Haitink regelmässig die Berliner und die Wiener Philharmoniker, das Boston Symphony Orchestra und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Insbesondere seine Bruckner- und Mahler-Deutungen setzten Massstäbe, doch ist Haitink auch ein gleichermassen profilierter Interpret der Wiener Klassik. Bei LUCERNE FESTIVAL präsentierte er in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Chamber Orchestra of Europe zyklische Aufführungen der Werke von Beethoven, Brahms und Schumann. Auch als Pädagoge war er dem Festival eng verbunden und gab von 2011 bis 2018 jährlich zu Ostern einen Meisterkurs für Dirigenten. Haitink ist «Knight of the British Empire», «Companion of Honour» und Mitglied im Oranier-Orden des Hauses Nassau. 2017 wurde er zum Commander im «Orden vom Niederländischen Löwen» ernannt. Die Berliner und die Wiener Philharmoniker sowie das Chamber Orchestra of Europe beriefen ihn zu ihrem Ehrenmitglied. Nach diesem Sommer wird Bernard Haitink seine Karriere beenden: Sein letztes Konzert gibt er am 6. September bei LUCERNE FESTIVAL.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 17. August 1966 mit dem Schweizerischen Festspielorchester und Werken von Schubert, Martin und Mahler. 

    Juli 2019

    Weitere Termine

    Anna Lucia Richter

    Die deutsche Sopranistin Anna Lucia Richter, Jahrgang 1990, entstammt einer grossen Musikerfamilie. Nach erstem Gesangsunterricht bei ihrer Mutter Regina Dohmen wurde sie von Kurt Widmer und Klesie Kelly-Moog ausgebildet. 2011 gewann sie den Mendelssohn-Preis, 2012 den Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau. Anna Lucia Richter ist eine passionierte Liedinterpretin und stellte sich mit Rezitalen beim Heidelberger Frühling, bei der Schubertiade in Schwarzenberg und der Ruhrtriennale, in der Londoner Wigmore Hall, im Amsterdamer Concertgebouw und in der New Yorker Park Avenue Armory vor. Dabei arbeitete sie mit Pianisten wie Hartmut Höll, Gerold Huber, Michael Gees und Igor Levit zusammen. Wolfgang Rihm komponierte für sie den Liederzyklus Ophelia Sings. Auf der Opernbühne war Anna Lucia Richter als Euridice und La Musica in einer Produktion von Monteverdis L’Orfeo zu erleben, die Sasha Waltz inszenierte und Pablo Heras-Casado dirigierte. Mit Henzes Elegie für junge Liebende gastierte sie am Theater an der Wien, unter Teodor Currentzis gestaltete sie die Servilia in Mozarts La clemenza di Tito bei Aufführungen in Bremen, Genf, Dortmund und Paris. Im Oktober 2019 wird sie als Zerlina bei einer von Jan Bosse inszenierten Neudeutung des Don Giovanni an der Hamburgischen Staatsoper zu erleben sein. Anna Lucia Richter tritt als Konzertsängerin mit vielen international renommierten Orchestern und Dirigenten wie Giovanni Antonini, Riccardo Chailly, Teodor Currentzis, Iván Fischer, Bernard Haitink, Daniel Harding oder Paavo Järvi auf. Im Januar 2019 eröffnete sie als «Junge Wilde» ihre dreijährige Residenz am Konzerthaus Dortmund. Auf CD veröffentlichte sie zuletzt, im Frühjahr 2019, unter dem Titel Heimweh ein Album mit Schubert-Liedern.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL zur Eröffnung des Sommer-Festivals 2015 als sie Mahlers Vierte Sinfonie mit dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA unter Bernard Haitink interpretierte.

    August 2019

    Weitere Termine

    18.30 Uhr | KKL Luzern, Auditorium
    Konzerteinführung mit Susanne Stähr