Konzert Cecilia Bartoli

Cecilia Bartoli | Carlo Vistoli | Les Musiciens du Prince-Monaco | Gianluca Capuano

Pergolesi, Vivaldi

So, 22.08. | 14.30 Uhr | Nr. 211312

KKL Luzern, Konzertsaal

Ausverkauft

Preise (CHF)

CHF 290 190 130 40


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Konzert Cecilia Bartoli

    Cecilia Bartoli | Carlo Vistoli | Les Musiciens du Prince-Monaco | Gianluca Capuano

    Cecilia Bartoli  Mezzosopran
    Carlo Vistoli  Countertenor
    Antonio Vivaldi (1678–1741)
    Motette In furore iustissimae irae RV 626 
    Motette Clarae stellae, scintillate RV 625
    Concerto g-Moll für Blockflöte, Streicher und Basso continuo RV 439 La notte
    Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736)
    Stabat Mater f-Moll

    In diesem Sommer gibt sich Cecilia Bartoli mit einem geistlichen Programm die Ehre. Ausgewählt hat sie nicht nur Werke ihres «Hausgotts» Antonio Vivaldi, sondern auch Musik von Giovanni Battista Pergolesi, des «angelico maestro», wie ihn Vincenzo Bellini nannte. Denn Pergolesi, dessen Kompositionen wie ein Versprechen auf die Zukunft klingen und in manchen Wendungen schon auf Mozart oder Schubert vorausgreifen, wurde nur 26 Jahre alt. Wenige Wochen vor seinem Tod im März 1736 vollendete er sein berühmtes Stabat Mater, das den Schwerpunkt dieses Konzerts mit Bartolis Ensemble Les Musiciens du Prince-Monaco unter Gianluca Capuano bildet. Anders als bei der CD-Einspielung aus den Anfangsjahren ihrer Karriere übernimmt Cecilia Bartoli diesmal den höheren der beiden Vokalparts – für den tieferen hat sie den Countertenor Carlo Vistoli eingeladen, der bei Lucerne Festival schon in John Eliot Gardiners Monteverdi-Trilogie mitwirkte. Gemeinsam lassen sie Pergolesis schlichte und sangliche Kantilenen erblühen, die nicht durch Kunstfertigkeit überwältigen wollen, dafür aber umso tiefer zu Herzen gehen.

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Cecilia Bartoli

    Cecilia Bartoli, die aus Rom stammt, wurde von ihrer Mutter Silvana Bazzoni ausgebildet. 1987 gab sie ihr Operndebut, 1988 arbeitete die gerade 22-Jährige bei einer Produktion von Mozarts Così fan tutte erstmals mit Nikolaus Har­non­court zusammen. Gleich am Beginn ihrer Karriere standen auch Begeg­nungen mit Her­bert von Karajan, Sir Georg Solti und Daniel Barenboim. Cecilia Bartoli tritt seit dreissig Jahren an den renommiertesten Opern- und Konzerthäusern sowie bei den grossen internationalen Festspielen auf. Schon früh arbeitete sie nicht nur mit den führenden Sinfonieorchestern, sondern auch mit Ensembles der Alten Musik zusammen, darunter Les Arts Florissants, der Concentus Musicus Wien, Il Giardino Armonico, Les Musiciens du Louvre, das Freiburger Barockorchester, La Scintilla und I Barocchisti. 2016 gründete sie das in Monte-Carlo beheimatete Orchester Les Musiciens du Prince-Monaco. Die barocke Literatur, das Mozart-Fach und der Belcanto bilden die Schwerpunkte ihres Repertoires — dabei sorgte sie für die Wiederentdeckung vieler in Vergessenheit geratener Werke. Seit 2012 ist Bartoli Künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele in Salzburg, wo sie in den vergangenen Jahren u. a. als Bellinis Norma, als Rossinis Cenerentola, als Maria aus Bernsteins West Side Story sowie als Händels Ariodante und Alcina zu erleben war. 2021 gestaltete sie dort den Part des Piacere in einer szenischen Aufführung von Händels Oratorium Il trionfo del tempo. 2023 übernimmt sie die Leitung der Opéra de Monte-Carlo, als erste Frau in der Geschichte dieses Hauses. Bartolis CDs und DVDs wurden mehr als zwölf Millionen Mal verkauft, allein fünfmal wurde ihr der «Grammy» verliehen. Zuletzt, Ende 2020, veröffentlichte sie das Album Queen of Baroque, eine Sammlung ihrer besten Aufnahmen mit Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Unter den zahlreichen Auszeichnungen, mit denen sie geehrt wurde, finden sich der Léonie-Sonning-Musikpreis (2010), der Herbert von Karajan Musikpreis (2012) und der Polar Music Prize (2016).

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 7. September 1995 mit einem Liederrezital, am Klavier György Fischer.

    Juli 2021

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    Carlo Vistoli

    1987 in Lugo bei Ravenna geboren, studierte der Countertenor Carlo Vistoli zunächst Klavier, Gitarre und Musikwissenschaft in Bologna. Nebenher liess er seine Stimme bei William Matteuzzi ausbilden und absolvierte dann die Klasse für Barockgesang von Sonia Prina am Konservatorium «Girolamo Fres-cobaldi» in Ferrara; ausserdem besuchte er Meisterkurse von Monica Bacelli, Romina Basso, Marijana Mijanović und Sara Mingardo. 2012 gewann Vistoli den Cleto-Tomba-Wettbewerb, 2013 die Barockkonkurrenz des Concorso Renata Tebaldi. 2015 absolvierte er die Gesangsakademie «Le Jardin des Voix» von William Christie, mit dem er seither regelmässig zusammenarbeitet. Sir John Eliot Gardiner verpflichtete Vistoli 2017 für sein Monteverdi-Projekt, in dessen Rahmen die drei erhaltenen Opern zum 450. Geburtstag des Komponisten in vielen europäischen Metropolen und in den USA zur Aufführung gelangten. Als Ottone in Monteverdis Poppea wirkte Vistoli 2018 dann auch an einer von Christie geleiteten Neuproduktion bei den Salzburger Festspielen mit. Weitere Auftritte führten ihn als Idraspe in Cavallis Erismena zum Festival d’Aix-en-Provence, als Ruggiero in Vivaldis Orlando furioso ans Teatro La Fenice nach Venedig und als Glucks Orfeo ans Teatro dell’Opera di Roma. Mit Gardiner präsentierte er Händels Semele in Barcelona, Paris, Rom und am Mailänder Teatro alla Scala; mit Joyce DiDonato bestritt er eine Europa-Tournee, auf der Händels Agrippina unter der Leitung von Maxim Emelyanychev in Luxemburg, London, Madrid, Barcelona und Paris erklang. Im September 2021 ist Carlo Vistoli bei einer Neuproduktion von Cavalieris Rappresentatione di anima e di corpo am Theater an der Wien zu erleben, im Mai 2022 gestaltet er unter der Leitung von Philippe Jaroussky den Tolomeo in Händels Giulio Cesare bei einer Aufführungsserie am Théâtre des Champs-Élysées in Paris. Er hat zahlreiche CDs eingespielt, darunter die Soloalben Arias for Nicolini und Amor tiranno.

    Debut bei Lucerne Festival am 5. September 2015 mit dem «Jardin des Voix» und dem Projekt Un Jardin à l’italienne unter William Christie.

    Juli 2021

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    Les Musiciens du Prince - Monaco

    Das Barockensemble Les Musiciens du Prince-Monaco wurde im Frühjahr 2016 auf Initiative von Cecilia Bartoli an der Opéra de Monte-Carlo gegründet und wird von Prinz Albert II. und seiner Schwester Caroline Prin-zessin von Hannover unterstützt. Es vereint internationale Spitzenmusiker*innen, die mit der Tradition der europäischen Hofmusik vom 17. bis 19. Jahrhundert eng vertraut sind. Das Repertoire erstreckt sich von Barockkomponisten wie Antonio Vivaldi oder Georg Friedrich Händel bis zum Opernschaffen Gioachino Rossinis; ein Schwerpunkt gilt auch Raritäten und wiederentdeckten Werken. Noch in ihrem Gründungsjahr bestritten die Musiciens du Prince-Monaco mit Cecilia Bartoli eine erste Europatournee. Seit 2017 gastieren sie regelmässig sowohl bei den Salzburger Pfingst- als auch bei den dortigen Sommerfestspielen. Ausserdem war das Ensemble am Konzerthaus Dortmund und im Concertgebouw Amsterdam, in der Hamburger Elbphilharmonie, der Berliner, der Pariser und der Luxemburger Philharmonie, im Wiener Musikverein sowie am Brüsseler Palais des Beaux-Arts zu erleben. Das Jahr 2021 begann für das Orchester mit Aufführungen von Rossinis Le Comte Ory an der Opéra de Monte-Carlo, bei denen Cecilia Bartoli den Part der Comtesse Adèle übernahm. In Salzburg gestalteten sie dann im Mai Händels Il trionfo del tempo und Mozarts La clemenza di Tito. Les Musiciens du Prince-Monaco sind Residenzensemble an der Opéra de Monte-Carlo, wo im Januar 2022 eine Neuproduktion von Rossinis Il turco in Italia auf dem Programm steht. Ausserdem gastieren sie in der Saison 2021/22 mit Pergolesis Stabat Mater in Paris, Amsterdam, Hamburg und Essen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 16. September 2018 mit Rossinis La cenerentola unter der Leitung von Gianluca Capuano.

    Juli 2021

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    Gianluca Capuano

    1968 in Mailand geboren, studierte Gianluca Capuano Orgel, Komposition und Dirigieren am Konservatorium seiner Heimatstadt und schloss auch ein Studium der Philosophie an der dortigen Universität ab. Früh spezialisierte er sich auf die Alte Musik sowie die historisch informierte Aufführungspraxis und trat als Dirigent, Organist und Continuo-Spieler in ganz Europa, den USA, Russland und Japan auf. Dabei arbeitete er mit Künstler*innen wie Michael Chance, Emma Kirkby, Cecilia Bartoli, Max Emanuel Cencic, Philippe Jaroussky, Diego Fasolis oder Lorenzo und Vittorio Ghielmi zusammen. 2006 gründete Capuano das Ensemble Il canto di Orfeo, mit dem er auch am Mailänder Teatro alla Scala auftrat, wo er sich 2013 mit Raskatovs Hundeherz vorstellte und 2015 an einer Produktion von Bernd Alois Zimmermanns Soldaten mitwirkte. Gemeinsam mit dem Concerto Köln erarbeitete er Leonardo Vincis Artaserse. Beim Edinburgh Festival, am Théâtre des Champs-Élysées und am Festspielhaus Baden-Baden leitete er Bellinis Norma mit Cecilia Bartoli in der Hauptrolle, und diese Zusammenarbeit setzte sich 2017 bei den Salzburger Festspielen fort, wo er seither am Pult der Musiciens du Prince-Monaco Werke von Händel, Rossini und Mozart dirigierte. Seit 2019 amtiert Luca Capuano als Chefdirigent dieses Ensembles. In der Saison 2020/21 gab er sein Debut an der Wiener Staatsoper mit Donizettis L’elisier d’amore; das führte sogleich zur Wiedereinladung mit Rossinis La cenerentola, die er in der Donaumetropole im Juni 2022 leiten wird. Auch dem Opernhaus Zürich ist Capuano verbunden: Dort war er mit Haydns Orlando paladino, Mozarts La finta giardiniera und Glucks Iphigénie en Tauride zu Gast, 2022 folgt Rossinis L’italiana in Algeri. Ausserdem feiert er in der kommenden Saison seinen Einstand an der Bayerischen Staatsoper, mit Rossinis Il turco in Italia. Auf CD hat Capuano ein Arienalbum mit dem Tenor Javier Camarena und eine Viardot-Hommage mit der Mezzosopranistin Varduhi Abrahamyan vorgelegt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 16. September 2018 am Pult der Musiciens du Prince-Monaco mit Rossinis La cenerentola.

    Juli 2021

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    Jean-Marc Goujon

    Der französische Flötist Jean-Marc Goujon, der sein Instrumentalstudium in Paris absolvierte, ist seit mehr als fünfzehn Jahren Mitglied von Jean-Christophe Spinosis Ensemble Matheus. Regelmässig tritt er mit dieser Formation im Théâtre du Châtelet, im Théâtre des Champs-Elysées und in der Salle Gaveau in Paris auf; Gastspiele führten ihn aber auch in den Palais des Beaux-Arts nach Brüssel, in das Wiener Konzerthaus, nach Potsdam, Bilbao und Lissabon sowie zu vielen renommierten Festivals der Alten Musik. Für die Einspielung von Vivaldis Orlando furioso mit Philippe Jaroussky, Jennifer Larmore und Marie-Nicole Lemieux wurden ihm u. a. der belgische «Prix Caecilia», der «BBC Music Award» und eine Würdigung für die beste Aufnahme des Jahres bei den «Victoires de la Musique» verliehen. Jean-Marc Goujon ist auch als Improvisator und Jazzmusiker tätig; er lehrt an der École Nationale de Musique im bretonischen Brest.

    August 2012