22.03.2018 Cappella Andrea Barca | Sir András Schiff | Schaghajegh Nosrati - Bach | Mozart - Oster-Festival - Lucerne Festival

Sinfoniekonzert 3

Cappella Andrea Barca | Sir András Schiff | Schaghajegh Nosrati

Bach | Mozart

Do, 22.03.19.30 UhrNr. 18106

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Oster-Festival

17.03.-25.03. 2018

 

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    Sinfoniekonzert 3

    Cappella Andrea Barca | Sir András Schiff | Schaghajegh Nosrati

    Sir András Schiff  Klavier und Musikalische Leitung

    (Bach)

    Johann Sebastian Bach (1685–1750)
    Konzert für zwei Klaviere c-Moll BWV 1060
    Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
    Serenade für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte c-Moll KV 388 (384a) Nacht Musique
    Johann Sebastian Bach (1685–1750)
    Konzert für zwei Klaviere c-Moll BWV 1062
    Ricercar a 3 und Ricercar a 6 aus Musikalisches Opfer BWV 1079
    Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
    Konzert für Klavier und Orchester c-Moll KV 491

    «Ich empfand Bach immer als befreiend», bekennt Sir András Schiff: «Bei ihm fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser.» Tag für Tag beginnt er seine Exerzitien mit diesem Komponisten. Die Beweglichkeit profitiere enorm davon – Bach zu spielen sei «Labsal für Körper, Seele und Geist». Und auch für junge Leute sei er sehr interessant: «Dadurch, dass Bach so wenig vorschreibt – kaum Tempi, keine dynamischen Befehle, keine Phrasierung, keine Artikulation –, kann man sich in ihm und durch ihn ausdrücken.» Eine junge Bach-Interpretin, die ihn begeistert, hat Schiff in der deutsch-iranischen Pianistin Schaghajegh Nosrati gefunden: «Sie versteht und spielt diese grossartige Musik mit erstaunlicher Klarheit, Reinheit und Reife», urteilt er. Weshalb er sie nun eingeladen hat, gemeinsam mit ihm und der Cappella Andrea Barca zwei Bach’sche Doppelkonzerte aufzuführen. Mit Mozart aber rundet ein anderer «Hausgott» Schiffs das Programm, das ganz im Zeichen von c-Moll steht: Neben der zauberhaften Nacht Musique für acht Bläser gelangt auch Mozarts einziges Klavierkonzert in dieser Tonart zu Gehör.

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Cappella Andrea Barca

    Die 1999 von András Schiff für eine Gesamtaufführung der Mozartschen Klavierkonzerte gegründete Cappella Andrea Barca setzt sich aus international renommierten Solisten und Kammermusikern zusammen, die an kein festes Orchester gebunden sind. Ziel ist es, Kompositionen verschiedener Besetzungen – vom kleinen Ensemble bis zum sinfonischen Repertoire – im Geiste eines kammermusikalischen Miteinanders zur Aufführung zu bringen. Seit ihrer «Geburtsstunde» ist die Cappella Andrea Barca regelmässiger Gast der Mozartwoche Salzburg und gestaltet überdies das Festival «Omaggio a Palladio» in Vicenza. Tourneen führten sie in die grossen europäischen Metropolen und in die USA mit Konzerten in der Carnegie Hall, der Avery Fisher Hall und im Kennedy Center. Zum Namenspatron des Ensembles teilt András Schiff Folgendes mit: «Über das Leben des Andrea Barca wissen wir sehr wenig, trotz eifriger Bestrebungen der modernen Musikwissenschaft. Er wurde vermutlich zwischen 1730 und 1735 in Marignolle bei Florenz geboren, seine Eltern und Vorfahren waren Bauern. Er hatte eine enge Verbindung zu Mozart, bei dessen Privatkonzert am 2. April 1770 in der Villa Poggio Imperiale bei Florenz er als Umblätterer mitgewirkt haben soll. An diesem Tag hat er sich entschlossen, sein Leben hauptsächlich der Interpretation Mozartscher Klavierwerke zu widmen. Seine Begeisterung brachte ihn auch nach Salzburg, wo seine Bemühungen mit sehr gemischtem Erfolg von Seiten der berühmten Lokalpresse empfangen wurden. […] Von seinen zahlreichen Kompositionen muss vor allem die Oper La ribollita bruciata (Das angebrannte Aufgekochte) erwähnt werden, die als Höhepunkt der toskanischen Musikgeschichte angesehen werden kann. Der Tod des Andrea Barca – wann, wo und unter welchen Umständen er gestorben ist (wenn er überhaupt starb) – ist ein geheimnisvolles Rätsel geblieben.»

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL im August 2006 mit drei Mozart-Programmen unter der Leitung
    von András Schiff.

    Februar 2018

    Sir András Schiff

    Sir András Schiff wurde 1953 in Budapest geboren. Den ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von fünf Jahren bei Elisabeth Vadász, später setzte er sein Studium bei Pál Kadosa, György Kurtág und Ferenc Rados in seiner Heimatstadt sowie bei George Malcolm in London fort. Im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit stehen die Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. Seit 2004 hat Sir András Schiff den kompletten Zyklus aller Klaviersonaten Beethovens in mehr als zwanzig Städten aufgeführt und auf CD eingespielt. Regelmässig tritt er mit international bedeutenden Orchestern und Dirigenten auf; einen Schwerpunkt setzt er indes auf die Interpretation der Klavierkonzerte von Bach, Beethoven und Mozart unter eigener Leitung. Zu diesem Zweck gründete er 1999 die Cappella Andrea Barca, doch auch mit dem Chamber Orchestra of Europe arbeitet er eng zusammen. Seit früher Jugendzeit ist Schiff überdies ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Von 1989 bis 1998 leitete er die Musiktage Mondsee, von 1995 bis 2013 die Ittinger Pfingstkonzerte (gemeinsam mit Heinz Holliger), und seit 1998 führt er in Vicenza die Konzertreihe «Omaggio a Palladio» durch. Sir András Schiff, seit 2006 Ehrenmitglied des Beethoven-Hauses Bonn, wurde mit dem Robert-Schumann-Preis (2011), der Goldenen Mozart-Medaille (2012) und der Goldmedaille der Londoner Royal Philharmonic Society (2013) ausgezeichnet. Im Juni 2014 erhob ihn Queen Elizabeth II. in den Adelsstand, 2018 verlieh ihm Prince Charles die Ehrendoktorwürde des Royal College of Music. 2017 erschien sein Buch Musik kommt aus der Stille, das Essays und Gespräche mit Martin Meyer enthält. Sir András Schiff hat gegen die alarmierende politische Entwicklung in Ungarn Stellung bezogen. Nach beleidigenden Angriffen von Seiten ungarischer Nationalisten zog er die Konsequenz, in seiner Heimat keine Konzerte mehr zu geben.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) mit einem Rezital am 21. August 1990 und Werken von Janáček, Bartók, Schubert und Haydn.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Schaghajegh Nosrati

    Die deutsche Pianistin Schaghajegh Nosrati wurde 1989 als Kind einer aus dem Iran stammenden Familie in Bochum geboren. Nach langjährigem Klavierunterricht bei Rainer Maria Klaas wurde sie 2007 als Studentin von Einar Steen-Nøkleberg an die Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover aufgenommen. Ihr Masterstudium absolvierte sie bei Christopher Oakden, ihr Konzertexamen legte sie 2017 bei Ewa Kupiec ab. Wertvolle künstlerische Anregungen erhielt sie darüber hinaus von Robert Levin, Angela Hewitt, Murray Perahia und Daniel Barenboim. Zu ihrem wichtigsten Mentor aber wurde Sir András Schiff, der die «erstaunliche Klarheit, Reinheit und Reife» ihres Bach-Spiels rühmte. Breiteren Kreisen bekannt wurde Schaghajegh Nosrati, als sie 2014 den Zweiten Preis beim Internationalen Bach-Wettbewerb im Leipzig gewann. Bachs Werke stehen denn auch im Mittelpunkt ihres Repertoires, das allerdings auch die grossen Wiener Klassiker, Schumann und Chopin, Brahms und Rachmaninow umfasst, dazu etliche Raritäten, etwa von Charles-Valentin Alkan. Schaghajegh Nosrati konzertierte in der Alten Oper Frankfurt, im Leipziger Gewandhaus, im Brüsseler Palais des Beaux-Arts, in der Zürcher Tonhalle, der Berliner Philharmonie und im 92Y Cultural Center in New York. Anfang 2018 bestritt sie eine grosse Tournee mit András Schiff und der Cappella Andrea Barca, die sie in die Elbphilharmonie Hamburg, zur Mozartwoche Salzburg, in den Wiener Musikverein, ins Festspielhaus Baden-Baden sowie nach Luxemburg, Bratislava, Düsseldorf und Dortmund führte. 2015 erschien mit Bachs Kunst der Fuge ihre erste CD; ihre neueste Einspielung mit Klavierkonzerten des Komponisten wurde soeben mit dem «Preis der deutschen Schallplattenkritik» ausgezeichnet. Schaghajegh Nosrati, die beim Luzerner Piano-Festival 2018 auch ein Debutkonzert gestalten wird, lehrt an der Musikhochschule in Hannover.

    Februar 2017

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