Sinfoniekonzert 27

Boston Symphony Orchestra | Andris Nelsons | Baiba Skride

Bernstein | Schostakowitsch

Mi, 12.09.19.30 UhrNr. 18352

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

17.08.-16.09. 2018

 

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    Sinfoniekonzert 27

    Boston Symphony Orchestra | Andris Nelsons | Baiba Skride

    Andris Nelsons  Dirigent
    Baiba Skride  Violine
    Leonard Bernstein (1918–1990)
    Serenade (nach Platos Symposium) für Violine, Streichorchester, Harfe und Schlagzeug
    Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
    Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 43

    Leonard Bernstein hatte unendlich viele Begabungen, und er besass sie im Überfluss. Arthur Rubinstein brachte diese Universalität einmal auf den etwas maliziösen Nenner, Bernstein sei «der grösste Pianist unter den Dirigenten, der grösste Dirigent unter den Komponisten und der grösste Komponist unter den Pianisten». Dass Bernstein aber auch als Komponist unter Komponisten keine Vergleiche scheuen muss – diese Erkenntnis beschert spätestens das Jubiläumsjahr 2018, das zu Bernsteins 100. Geburtstag ein Wiederhören mit vielen seiner Werke bringt. Andris Nelsons und Baiba Skride beweisen es mit der Serenade, einem fünfsätzigen Violinkonzert aus dem Jahr 1954. Im zweiten Teil spielt das fabelhafte Boston Symphony Orchestra Schostakowitschs erschütterndste Sinfonie, die Vierte mit ihrer gespenstischen Coda von 236 Takten, immer auf dem Orgelpunkt C und im pochenden Rhythmus des Herzschlags, der am Ende stillsteht. Dieses sehr persönliche Werk konnte Schostakowitsch erst 25 Jahre nach der Vollendung uraufführen, nach Stalins Tod. Zur Entstehungszeit hätte es ihm womöglich das Leben gekostet.

    Podcast «Kinderszenen»:
    Auch die Grossen waren einmal klein: Wie sah die Kindheit der grossen Komponisten aus. Erzählt von Susanne Stähr.

    Leonard Bernstein (Link
    Dimitri Schostakowitsch (Link)

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Boston Symphony Orchestra

    Am 22. Oktober 1881 gab das Boston Symphony Orchestra sein Eröffnungskonzert und verwirklichte damit den Traum seines Gründers, des Bürgerkriegsveteranen, Philanthropen und Geschäftsmanns Henry Lee Higginson, der sich für seine Heimatstadt ein eigenes bedeutendes Orchester wünschte. Zu den ersten Chefdirigenten zählten Musiker wie Georg Henschel, Arthur Nikisch, Max Fiedler, Karl Muck und Pierre Monteux. 25 Jahre, von 1924 bis 1949 währte die Amtszeit von Serge Koussevitzky, unter dessen Ägide das Boston Symphony Orchestra 1937 auch seine jährliche Sommerresidenz in Tanglewood begründete. Auf Koussevitzky folgten Charles Münch (1949–62), Erich Leinsdorf (1962–69), William Steinberg (1969–72), Seiji Ozawa (1973–2001) und James Levine, der als erster gebürtiger Amerikaner von 2004 bis 2011 an der Spitze des Orchesters stand. Seit 2014 amtiert als Music Director der lettische Maestro Andris Nelsons, der seinen Vertrag mittlerweile bis 2022 verlängert hat. In der Saison 2017/18 leitete er zwölf Programme mit breitgefächertem Repertoire, von denen drei auch in der New Yorker Carnegie Hall aufgeführt wurden, und bestritt mit dem Orchester eine erste gemeinsame Japan-Tournee. Als «Artistic Partner» fungiert seit 2016 der britische Komponist, Dirigent und Pianist Thomas Adès. Das Boston Symphony Orchestra erreicht durch seine Konzerte, die in der im Oktober 1900 eröffneten Symphony Hall stattfinden, aber auch durch Tourneen, Radio- und Fernsehübertragungen sowie Internet-Streaming jährlich ein Millionenpublikum. Mit den BSO Youth Concerts wirbt es um das Publikum der Zukunft und betreibt mit dem Tanglewood Music Center eine der besten Ausbildungsstätten für professionelle Nachwuchsmusiker. Als orchestereigene Ensembles widmen sich die Boston Symphony Chamber Music Players der Kammermusik und das Boston Pops Orchestra der leichteren Muse.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 27. August 1979 mit Werken von Bartók, Respighi und Ravel unter der Leitung von Seiji Ozawa.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Andris Nelsons

    Andris Nelsons wurde 1978 in Riga geboren, wuchs in einer Musikerfamilie auf und begann seine Karriere als Trompeter an der Lettischen Nationaloper. Parallel dazu bildete er sich als Dirigent fort, studierte diese Disziplin bei Alexander Titov in St. Petersburg und nahm Privatunterricht bei Mariss Jansons. Schon 2003 wurde Nelsons zum Chefdirigenten der Lettischen Nationaloper berufen, wo er vier Jahre lang die Verantwortung trug; von 2008 bis Juni 2015 stand er dann an der Spitze des City of Birmingham Symphony Orchestra. Seit 2014 amtiert er als Music Director beim Boston Symphony Orchestra, seit Februar 2018 hat er ausserdem die Position des Gewandhauskapellmeisters beim Leipziger Gewandhausorchester inne. Binnen kurzer Zeit gelang es Nelsons, zum Stammgast bei international führenden Orchestern und an bedeutenden Opernbühnen zu werden. Er dirigierte an der Wiener, der Münchner und der Berliner Staatsoper, an der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House in London und bei den Bayreuther Festspielen; er konzertiert regelmässig mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Philharmonia Orchestra, dem New York Philharmonic und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. LUCERNE FESTIVAL ehrte ihn 2012 mit der Ernennung zum «artiste étoile» und betraute ihn 2014 und 2015 mit der Leitung mehrerer Konzerte des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA. Die Einspielungen, die Andris Nelsons vorgelegt hat, wurden mit vielen internationalen Preisen geehrt. Gegenwärtig erarbeitet er mit dem Boston Symphony Orchestra einen Schostakowitsch-Zyklus, der sämtliche Sinfonien und die Oper Lady Macbeth von Mzensk umfasst; bereits die ersten beiden CDs der Reihe erhielten jeweils den «Grammy». 2019 wird er mit den Wiener Philharmonikern alle neun Beethoven-Sinfonien veröffentlichen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 31. August 2009 mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und Werken von Britten, Berlioz, Debussy und Ravel.

    Andris Nelsons im Interview

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Baiba Skride

    Die 1981 geborene lettische Geigerin Baiba Skride begann ihr Studium in ihrer Heimatstadt Riga. 1995 wechselte sie an die Musikhochschule Rostock, um ihre Ausbildung bei Petru Munteanu fortzusetzen. Als Siegerin beim «Concours Reine Elisabeth» in Brüssel eröffnete sie 2001 ihre internationale Karriere, die sie mittlerweile zu zahlreichen Orchestern von Weltrang geführt hat. So konzertierte Baiba Skride mit den Berliner Philharmonikern, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Boston und dem Chicago Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic, dem Cleveland Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra. In der Saison 2017/18 spielte sie Schostakowitschs Zweites Violinkonzert mit den Berliner Philharmonikern unter Dima Slobodeniouk und Bergs Violinkonzert mit dem Gewandhausorchester unter Andris Nelsons. Sie debutierte mit dem Beethoven-Konzert beim Mariinsky Orchestra und erarbeitete dieses Werk auch mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester. Zunehmend widmet sich Baiba Skride der zeitgenössischen Musik: So brachte sie 2017 Sofia Gubaidulinas Tripelkonzert für Violine, Violoncello und Bajan beim Boston Symphony Orchestra zur Uraufführung und präsentierte das Werk anschliessend noch in den Niederlanden, in Deutschland und in Frankreich. Kammermusik nimmt einen wichtigen Teil ihrer künstlerischen Arbeit ein: dies im Zusammenspiel mit den Cellisten Sol Gabetta, Harriet Krijgh, Alban Gerhardt und Daniel Müller-Schott, dem Harfenisten Xavier de Maistre oder den Pianisten Bertrand Chamayou und Lauma Skride, ihrer jüngeren Schwester. Sie hat diverse CDs vorgelegt, u. a. mit Violinkonzerten von Sibelius, Nielsen, Brahms, Strawinsky, Schostakowitsch und Tschaikowsky. Baiba Skride spielt die Stradivari «Yfrah Neaman», die ihr von der Familie des verstorbenen libanesischen Geigers grosszügig zur Verfügung gestellt wird.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 4. September 2012 mit Gubaidulinas Violinkonzert Offertorium, das sie mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Andris Nelsons aufführte.

    Juli 2018

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