Berliner Philharmoniker 2

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Tabea Zimmermann

Schnittke | Schostakowitsch

Do, 01.09. | 19.30 Uhr

KKL Luzern, Konzertsaal

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Preise (CHF)

CHF 320 270 220 150 80 40


Sommer-Festival

08.08.-11.09. 2022

 

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    Berliner Philharmoniker 2

    Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Tabea Zimmermann

    Alfred Schnittke (1934–1998)
    Konzert für Viola und Orchester
    Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
    Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

    Polystilistik: Sie ist das Synonym für musikalische «Diversity». Als eigene Stilrichtung hat Alfred Schnittke sie in den 1970er Jahren ausgeprägt, um die Tradition mit der Moderne zu versöhnen. Sein Violakonzert von 1985 ist ein Paradebeispiel dafür. Es verbindet Neues mit Vertrautem, bringt Anklänge an Walzer, Marsch und Filmmusik, aber auch tief empfundene, lamentoartige Momente, eine «Stille mit innerem Beben», wie Tabea Zimmermann es nennt. Gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern, die unter ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko nicht zuletzt mit russischem Repertoire für Furore sorgen, wird die Trägerin des Siemens Musikpreises das Werk aufführen. In der Sowjetunion wurde Schnittkes Schaffen beargwöhnt – es entsprach nicht den Maximen des Sozialistischen Realismus. Das verbindet den Komponisten mit seinem grossen Vorbild Dmitri Schostakowitsch, der sogar um sein Leben fürchten musste, weil seine Musik dem Machthaber Stalin nicht gefiel. 1953, nach Stalins Tod, legte Schostakowitsch seine persönliche Abrechnung vor: die Zehnte Sinfonie, deren Scherzo den Diktator mit einem tönenden Pandämonium portraitiert. Ein erschütterndes Werk der Selbstbehauptung.

    Kurz-Einführung: Dmitri Schostakowitsch – Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

    Berliner Philharmoniker

    1882 schlossen sich 54 ambitionierte Mu-siker in Berlin zu einem neuen Orchester zusammen, um in eigener Verantwortung Konzerte zu veranstalten: Dies war die Geburtsstunde der Berliner Philharmoniker. Mit Hans von Bülow wählten sie einen der damals besten Dirigenten an ihre Spitze, der den Grundstein für die hohe Spielkultur legte. Ihm folgten Arthur Nikisch (1895-1922), Wilhelm Furtwängler (1922-54) und Herbert von Karajan (1955-89), die das Klangbild entscheidend prägten und den Weltruhm begründeten. Von 1989 bis 2002 setzte Claudio Abbado neue Akzente, vor allem mit zeitgenössischen Kompositionen. Sir Simon Rattle führte von 2002 bis 2018 die Erweiterung des Repertoires fort und etablierte innovative Konzertformate. Seit 2019 ist Kirill Petrenko Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Das klassisch-romantische Repertoire, russische Musik sowie zu Unrecht in Vergessenheit geratene Komponist*innen sind Schwerpunkte seiner Arbeit. Ein wichtiges Anliegen ist Petrenko zudem das Education-Programm. In der 2009 eröffneten «Digital Concert Hall» werden die philharmonischen Konzerte live via Internet ausgestrahlt. CD- und DVD-Veröffentlichungen kommen seit 2014 auf dem eigenen Label «Berliner Philharmoniker Recordings» heraus. Einmal im Jahr präsentieren sich die Philharmoniker auch als Opernorchester: bei ihren Osterfestspielen, die, nach 45 Jahren in Salzburg, seit 2013 in Baden-Baden stattfinden. Gefördert wird die Stiftung Berliner Philharmoniker durch das Land Berlin und den Bund sowie durch das grosszügige Engagement der Deutschen Bank als Hauptsponsor.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 30. August 1958 mit der Neunten Sinfonie von Beethoven unter Leitung Herbert von Karajans. 

    Weitere Informationen finden Sie unter www.berliner-philharmoniker.de.

    Juli 2021


     

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    Kirill Petrenko

    Kirill Petrenko ist seit August 2019 Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. 1972 im sibirischen Omsk geboren, übersiedelte er als 18-Jähriger mit seiner Familie nach Vorarlberg in Österreich. Seiner Dirigentenausbildung an der Hochschule für Musik in Wien folgten ab 1997 ein Engagement an der dortigen Volksoper und Positionen als Generalmusikdirektor am Meininger Theater (1999-2002), an der Komischen Oper Berlin (2002-07) und an der Bayerischen Staatsoper (2013-20). Als Gast wirkte er an Häusern wie der Wiener Staatsoper, der Dresdner Semperoper, am Royal Opera House Covent Garden in London, an der Metropolitan Opera in New York und der Opéra national de Paris. Von 2013 bis 2015 leitete er Wagners Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen. Petrenko eröffnete seine Amtszeit bei den Berliner Philharmonikern mit Beethovens Neunter Sinfonie. Neben der Auseinandersetzung mit dem klassisch-romantischen Kernrepertoire widmet er sich auch zu Unrecht vernachlässigten Werken und engagiert sich für die zeitgenössische Musik. In der Saison 2021/22 interpretiert er mit dem Orchester Werke von Komponisten, die unter dem NS-Terror zu leiden hatten: wie Leone Sinigaglia, Karl Amadeus Hartmann, Erwin Schulhoff und Alexander Zemlinsky. Ausserdem präsentiert er ein breites Repertoirespektrum von Felix Mendelssohn bis Bernd Alois Zimmermann. Mit der Leitung von Konzerten der Karajan-Akademie und des Bundesjugendorchesters setzt er sich für die Ausbildung junger Musiker*innen ein, ausserdem widmet er sich Education-Projekten. Bei den Osterfestspielen in Baden-Baden dirigiert er neben Konzerten auch Opernproduktionen. Auf Tourneen mit den Berliner Philharmonikern ist Petrenko regelmässig bei den Festspielen in Salzburg und Luzern, in den europäischen Musikmetropolen und demnächst auch in Asien zu erleben. Neben Werken von John Adams und Gustav Mahler hat er Sinfonien von Beethoven, Tschaikowsky und Franz Schmidt eingespielt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 7. September 2016 als er das Bayerische Staatsorchester bei einem Wagner-Strauss-Programm leitete.

    Juli 2021

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    Tabea Zimmermann

    Tabea Zimmermann, geboren 1966 im badischen Lahr, erhielt im Alter von drei Jahren ihren ersten Unterricht auf der Bratsche, studierte ab 1979 bei Ulrich Koch an der Freiburger Musikhochschule und beschloss die Ausbildung  1986/87 bei Sándor Végh am Salzburger Mozarteum. Schon 1982 gewann sie den «Concours de Ge-nève», 1983 den «Concours Maurice Vieux» in Paris und 1984 die «Budapest Music Competition». Umgehend wurde sie als Solistin zu renommierten Orchestern verpflichtet; insbesondere mit den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre de Paris, dem London Symphony Orchestra, dem Israel Philharmonic Orchestra und der Tschechischen Philharmonie verbindet sie eine enge Zusammenarbeit. Tabea Zimmermann war «artist-in-residence» u. a. an der Alten Oper Frankfurt, bei den «Pèlerinages» in Weimar, an der Philharmonie Luxemburg, bei den Bamberger Symphonikern und beim Ensemble Resonanz. Einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit bildet die Kammermusik: Mit Antje Weithaas, Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras bildet sie das Arcanto Quartett, das Werke von Mozart bis Bartók und Dutilleux auf CD vorgelegt hat. Viele zeitgenössische Komponisten haben neue Werke für sie geschaffen, darunter György Ligeti, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm, Bruno Mantovani, Enno Poppe, Michael Jarrell und Pascal Rophé. Intensiv setzt sie sich für das Schaffen von Paul Hindemith ein – und wurde für dieses Engagement mit dem Hindemith-Preis der Stadt Hanau gewürdigt. Ausserdem erhielt Tabea Zim­mermann den Frankfurter Musikpreis, den Hessischen Kulturpreis, den Premio dell’Acca­demia Musicale Chigiana in Siena und zahlreiche Auszeichnungen für ihre CDs. Seit 2013 ist sie Vorstandsvorsitzende des Vereins Beethoven-Haus in Bonn, seit 2015 leitet sie dort die Beethoven-Woche. Als Pädagogin lehrt Tabea Zimmermann seit 2002 an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» in Berlin.

    Juli 2019

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    Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
    mit Susanne Stahr

    Konzertsponsor