Sinfoniekonzert 11

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Patricia Kopatchinskaja

Schönberg | Tschaikowsky

Do, 29.08.19.30 UhrNr. 19329

KKL Luzern, Konzertsaal

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Preise (CHF)

CHF 320 270 220 150 80 40


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Sommer-Festival

16.08.-15.09. 2019

 

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    Sinfoniekonzert 11

    Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Patricia Kopatchinskaja

    Arnold Schönberg (1874–1951)
    Konzert für Violine und Orchester op. 36
    Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893)
    Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

    Anfang der 1920er Jahre erfand Arnold Schönberg die Zwölftonlehre und glaubte, damit «die Vorherrschaft der deutschen Musik für die nächsten hundert Jahre gesichert» zu haben. Doch die Deutschen wussten es ihm schlecht zu danken. Als 1933 die Nazis die Macht ergriffen, trieben sie den Wiener Komponisten, der als Professor in Berlin lehrte, ins amerikanische Exil. Dort schuf er sein Violinkonzert, nach den Regeln der Zwölftontechnik, aber das war Schönberg gar nicht so wichtig – ihm ging es vielmehr um tiefe Empfindungen, um «den Blutkreislauf und das Nervensystem» seiner Musik. Patricia Kopatchinskaja und Kirill Petrenko nehmen ihn beim Wort, sie musizieren einen «funkelnden und verführerischen» Schönberg, wie die Süddeutsche Zeitung befand, wodurch sich das Stück «zu einem Verwandten des süffigen Tschaikowsky-Konzerts verwandelt». Tschaikowsky in Reinkultur bieten die Berliner Philharmoniker im zweiten Teil mit der Fünften Sinfonie, die den Komponisten erneut im Kampf gegen die Macht des Schicksals zeigt. Diesmal sogar mit Happy End. Aber sein letztes Wort als Sinfoniker hatte Tschaikowsky noch nicht gesprochen …

    Berliner Philharmoniker

    1882 schlossen sich 54 ambitionierte Musiker in Berlin zu einem neuen Orchester zusammen, um in eigener Verantwortung Konzerte zu veranstalten: Dies war die Geburtsstunde der Berliner Philharmoniker. Mit Hans von Bülow wählten sie einen der damals besten Dirigenten an ihre Spitze, der den Grundstein für die hohe Spielkultur legte. Ihm folgten Arthur Nikisch (1895–1922), Wilhelm Furtwängler (1922–54) und Herbert von Karajan (1955–89), die das Klangbild entscheidend prägten. Namentlich in der Ära Karajan erlangten die Berliner Philharmoniker mit Tourneen und vielen preisgekrönten Einspielungen weltweiten Ruhm. Seit Oktober 1963 residiert das Orchester in der Berliner Philharmonie, einem von Hans Scharoun entworfenen Konzertsaal mit 2.400 Plätzen. 1989, nach dem Tod Karajans, wählten die Berliner Philharmoniker Claudio Abbado zu ihrem neuen Chef: Er reicherte das Repertoire mit zeitgenössischen Werken an und präsentierte thematische Zyklen. Von 2002 bis zum Sommer 2018 hatte Sir Simon Rattle die Chefposition inne und brachte Musik vom Barock bis zur Gegenwart zu Gehör. Im Sommer 2019 tritt Kirill Petrenko seine Nachfolge an, doch dirigiert er die Philharmoniker auch schon in der laufenden Saison. Das Orchester, das in diesem Sommer sein 60. Jubiläum bei LUCERNE FESTIVAL feiert, geht unkonventionelle Wege in die Zukunft: mit einem preisgekrönten Education-Programm und mit der 2009 eröffneten «Digital Concert Hall», in der viele Konzerte via Internet ausgestrahlt werden. Seit 2014 produzieren die Philharmoniker CDs und DVDs in Eigenregie und veröffentlichen sie auf ihrem Label «Berliner Philharmoniker Recordings». Einmal im Jahr präsentieren sie sich auch als Opernorchester: bei ihren Osterfestspielen, die seit 2013 in Baden-Baden stattfinden. 2018 musizierten die Berliner Philharmoniker dort Wagners Parsifal, 2019 steht Verdis Otello auf dem Programm.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 30. August 1958 mit der Neunten Sinfonie von Beethoven unter Leitung Herbert von Karajans. 

    Weitere Informationen finden Sie unter www.berliner-philharmoniker.de.

    Juli 2018


     

    Weitere Termine

    Kirill Petrenko

    Kirill Petrenko übernimmt ab der Saison 2019/20 das Amt des Chefdirigenten bei den Berliner Philharmonikern. Geboren 1972 im westsibirischen Omsk als Sohn eines Geigers und einer Musikwissenschaftlerin, trat er schon mit elf Jahren als Pianist mit dem Sinfonieorchester seiner Heimatstadt auf. 1990 übersiedelte die Familie nach Vorarlberg, wo er sein Musikstudium am Landeskonservatorium Feldkirch aufnahm, um es 1995 an der Musik-universität Wien mit Auszeichnung abzuschliessen. Gleich danach wurde er als Kapellmeister an die Wiener Volks­oper verpflichtet; 1997 wechselte er als Generalmusikdirektor ans Meininger Theater und sorgte dort mit einer Produktion von Wagners Ring des Nibelungen für Furore, deren Teile an vier aufeinanderfolgenden Abenden Premiere hatten. Von 2002 bis 2007 amtierte Kirill Petrenko als Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin, seit 2013 hat er dieselbe Position an der Bayerischen Staatsoper inne, wo er 2018/19 Neuproduktionen von Verdis Otello und Strauss’ Salome herausbringen wird. Als Gastdirigent trat Petrenko an renommierten internationalen Bühnen auf wie der Wiener Staatsoper und der Dresdner Semperoper, dem Gran Teatre del Liceu in Barcelona, dem Londoner Covent Garden, der Opéra national de Paris und der New Yorker Metropolitan Opera. Von 2013 bis 2015 dirigierte er bei den Bayreuther Festspielen die Nibelungen-Tetralogie. Auf dem Konzertpodium hat Petrenko mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, den Staatskapellen von Berlin und Dresden, dem Cleveland Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem London und dem Israel Philharmonic, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia zusammengearbeitet. 2014 wurde er sowohl von den Kritikern des Magazins Opernwelt als auch von der Jury des «International Opera Award» zum Dirigenten des Jahres gewählt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 7. September 2016 als er das Bayerische Staatsorchester bei einem Wagner-Strauss-Programm leitete.

    Juli 2018

    Weitere Termine

    Patricia Kopatchinskaja

    Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja ist «artiste étoile» beim Luzerner Sommer-Festival 2017. Sie wurde 1977 im moldawischen Chişinău in eine Musikerfamilie geboren – die Mutter spielt ebenfalls Geige, der Vater das Cimbalom. 1989 emigrierte die Familie nach Wien: Dort nahm Patricia Kopatchinskaja als 17-Jährige ihr Studium an der Musikuniversität auf; vier Jahre später wechselte sie an die Hochschule der Künste nach Bern, wo sie ihre Ausbildung bei Igor Ozim abschloss. Als Siegerin des Internationalen Szeryng-Wettbewerbs (2000) wurde sie in Fachkreisen bekannt; 2002 erhielt sie den «Credit Suisse Young Artist Award». Heute arbeitet Patricia Kopatchinskaja mit führenden Orchestern zusammen und sorgt mit ungewöhnlichen, oft radikalen Interpretationen für Aufsehen. Sie ist in der Alten Musik ebenso zuhause wie im romantischen Repertoire oder in der Moderne, spielt rege Kammermusik und entwickelt inszenierte Konzerte. In der Saison 2016/17 war sie «artist-in-residence» am Berliner Konzerthaus und in der Londoner Wigmore Hall. Sie musizierte Ligetis Violinkonzert mit der Filarmonica della Scala, den Berliner Philharmonikern sowie dem Helsinki Philharmonic und Prokofjews Zweites mit dem London Philharmonic; gemeinsam mit dem russischen Ensemble musicAeterna und Teodor Currentzis ging sie auf Europa-Tournee und spielte Berg und Mozart. 2018 übernimmt sie als Music Director die Verantwortung beim kalifornischen Ojai Festival. Für ihre CDs wurde Kopatchinskaja mit dem «Echo Klassik» (2009 und 2013), dem «International Classical Music Award», dem «Prix Caecilia» und dem «Recording of the Year Award» des Magazins Gramophone ausgezeichnet. Zuletzt erschienen ihre Interpretationen der Violinkonzerte von Schumann (Leitung: Heinz Holliger) und Tschaikowsky (mit Currentzis) sowie das Album Death and the Maiden mit Werken von Dowland bis Kurtág.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 7. September 2002 mit dem Sibelius-Konzert und den Wiener Philharmonikern unter Mariss Jansons.

    April 2017

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