Berliner Barock Solisten

Berliner Barock Solisten | Reinhard Goebel

Bach

Fr, 20.08. | 19.30 Uhr | Nr. 211310

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 200 130 90 30


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

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    Berliner Barock Solisten

    Berliner Barock Solisten | Reinhard Goebel

    Reinhard Goebel  Musikalische Leitung

    «300 Jahre Brandenburgische Konzerte»

    Johann Sebastian Bach (1685–1750)
    Brandenburgisches Konzert Nr. 1 F-Dur BWV 1046
    Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050
    Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048
    Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049
    Brandenburgisches Konzert Nr. 6 B-Dur BWV 1051
    Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047

    Vor genau 300 Jahren, am 24. März 1721, schickte Johann Sebastian Bach eine kalligraphische Reinschrift mit «Six concerts avec plusieurs instruments» an den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg. Unter dem Namen Brandenburgische Konzerte gehören sie heute zu den beliebtesten Werken im Barockrepertoire, auch weil sie die «verschiedenen Instrumente» – die Flöte, Oboe, Trompete, Violine, Viola oder das Cembalo – mit unvergleichlichen Soloparts versehen. Die Berliner Barock Solisten, die sich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker, Alte-Musik-Spezialist*innen und Gaststars wie dem Trompeter Reinhold Friedrich zusammensetzen, haben den legendären Zyklus gemeinsam mit Reinhard Goebel neu erarbeitet. 1985/86 sorgte Goebel mit seiner ersten Aufnahme der Werkgruppe für einen Paukenschlag. Damals verfuhr er nach den Prämissen der historischen Aufführungspraxis, heute sieht er es liberaler und präferiert einen freieren Zugang. Wie sehr ihm die Brandenburgischen Konzerte am Herzen liegen, beweist sein neues Buch über sie, das er während des Corona-Lockdowns verfasste. 

    Hier können Sie das digitale Konzertprogramm erwerben.

    Berliner Barock Solisten

    Die Berliner Barock Solisten wurden 1995 von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und renommierten Interpret*innen der Alten Musik in Berlin gegründet, um Werke des 17. und 18. Jahrhunderts stilgerecht und historisch informiert aufzuführen. Obwohl das Ensemble bewusst auf modernen oder modernisierten Instrumenten spielt, kommt das Resultat dem authentischen Originalklang sehr nahe. Mit dem Geiger Rainer Kussmaul, der 2017 verstarb, hatte das Ensemble in den ersten 15 Jahren seines Bestehens einen auf dem Gebiet der Barockmusik international erfahrenen Solisten als künstlerischen Leiter. Nach einer Interimszeit, in der die Konzerte unter Leitung von Bernhard Forck, Daniel Gaede, Frank Peter Zimmermann, Gottfried von der Goltz, Daniel Hope, Daishin Kashimoto und Daniel Sepec stattfanden, trat Reinhard Goebel 2018 Kussmauls Nachfolge an. Ein Schwerpunkt der Arbeit gilt Werken, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind, voran Kompositionen von Georg Philipp Telemann. Bei ihren Auftritten in ganz Europa, den USA und Asien haben die Berliner Barock Solisten mit Sänger*innen wie Christine Schäfer, Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Sandrine Piau, Michael Schade und Mark Padmore konzertiert. Die Schauspieler Armin Müller-Stahl und Burghart Klaussner wirkten als Sprecher mit, am Klavier oder Cembalo waren Andreas Staier, Christine Schornsheim und Kristian Bezuidenhout zu hören. Für die Einspielung von Bach-Kantaten mit Thomas Quasthoff erhielt das Ensemble 2005 den begehrten Grammy, für Bachs Brandenburgische Konzerte mit Reinhard Goebel 2018 den Opus Klassik.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 8. September 2003 mit Werken von Bach, Telemann, Albinoni und Vivaldi.

    Juli 2021

     

    Reinhard Goebel

    Reinhard Goebel, geboren 1952 in Siegen, begann seine Laufbahn als Geiger und spezialisierte sich dabei schon früh auf die Alte Musik. Er studierte zunächst bei Franzjosef Maier, dem Konzertmeister des Collegium Aureum, und anschliessend an der Musikhochschule Köln sowie bei Saschko Gawriloff an der Folkwangschule in Essen; nebenbei absolvierte er ein Studium der Musikwissenschaft an der Universität Köln. 1973 gründete Goebel die Musica Antiqua Köln, die er 33 Jahre lang leitete, zunächst als Konzertmeister, dann als Dirigent. Mit diesem Ensemble legte er massstabsetzende Einspielungen vor und stieg zu einem der Granden in der Szene der historisch informierten Aufführungspraxis auf. 2006 musste Reinhard Goebel wegen einer fokalen Dystonie das Geigenspiel aufgeben und konzentriert sich seither ganz auf die Arbeit am Pult. Dabei hat er mittlerweile die Berliner Philharmoniker, die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Leipziger Gewandhausorchester, das Royal Philharmonic Orchestra und zahlreiche deutsche Rundfunkorchester geleitet; Opernproduktionen brachte er an der Staatsoper Hannover, am Theater St. Gallen, am Nationaltheater Weimar, am Theater Freiburg und am Nationaltheater Mannheim heraus. 2018 ernannten ihn die Berliner Barock Solisten zu ihrem künstlerischen Leiter. In den letzten beiden Jahren widmete sich Reinhard Goebel schwerpunkthaft dem Projekt «Beethovens Welt», mit dem er unbekannte Werke des Komponisten erforscht und sie in Beziehung zur Musik seiner Zeitgenossen setzt. Fünf CDs mit sieben Ersteinspielungen entstanden als Ergebnis dieser Arbeit. Seit 2010 lehrt Goebel als Professor für historische Aufführungspraxis am Salzburger Mozarteum. Für seine musikalischen Verdienste verlieh ihm die Stadt Magdeburg 2002 den Telemann-Preis; Leipzig ehrte ihn 2017 mit der Bach-Medaille. Goebel ist ausserdem Träger des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen.

    Juli 2021

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