Chorkonzert 3

Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble | Thomas Hengelbrock | Solisten

Bach

Do, 06.04.19.30 UhrNr. 17107

KKL Luzern, Konzertsaal

Vergangenes Konzert


Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

Oster-Festival

01.04.-09.04. 2017

 

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    Chorkonzert 3

    Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble | Thomas Hengelbrock | Solisten

    Daniel Behle  Evangelist
    Markus Butter  Christusworte
    Johann Sebastian Bach (1685–1750)
    Johannes-Passion BWV 245
    Zweite Fassung von 1725

    So haben Sie Bachs Johannes-Passion vermutlich noch nie gehört – und doch ist es authentischer Bach, von der ersten bis zur letzten Note. Thomas Hengelbrock spielt die älteste Passionsmusik des Leipziger Thomaskantors nämlich nicht in der heute gängigen Version, die auf dem Urtext von 1724 aufbaut, sondern in der Zweitfassung, die 1725 herauskam. Und die beginnt keineswegs mit dem wohlbekannten Chor «Herr, unser Herrscher», sie endet auch nicht mit dem Choral «Ach Herr, lass dein lieb Engelein», sondern ersetzt diese Stücke durch andere Choralbearbeitungen. Ganz abgesehen davon, dass hier auch noch drei zusätzliche Arien erklingen. Warum das Ganze? Bach wollte seiner Gemeinde offenbar nicht zwei Jahre hintereinander dasselbe Werk anbieten und entschied sich deshalb dafür, eine Alternativversion zu schaffen: ein faszinierender Blick in die Werkstatt des Komponisten. Welcher Variante die Krone gebührt? Urteilen Sie selbst! Hengelbrock, seine wunderbaren Ensembles und die hochrangigen Solisten bürgen in jedem Fall für ein Bach-Erlebnis erster Güte.

    Balthasar-Neumann-Chor und -Solisten

    Der Balthasar-Neumann-Chor, dessen Repertoire sich vom Frühbarock bis zur Moderne spannt, wurde 1991 von Thomas Hengelbrock gegründet. Seine Mitglieder sind professionelle Sängerinnen und Sänger, die bei den Aufführungen auch solistisch hervortreten. Die dramaturgisch ausgefeilten Konzertprogramme, die sie präsentieren, vereinen Raritäten von Komponisten wie Antonio Lotti oder Jan Dismas Zelenka mit bekannteren Repertoirewerken. Auch mit genreübergreifenden und szenischen Produktionen hat sich der Chor einen Namen gemacht: In enger Zusammenarbeit mit den Schauspielern Klaus Maria Brandauer und Johanna Wokalek entstanden zahlreiche musikalisch-literarische Projekte. Auf der Opernbühne ist der Balthasar-Neumann-Chor regelmässig bei Produktionen der Schwetzinger Festspiele oder am Festspielhaus Baden-Baden zu erleben. Zu einem Erfolgsstück in seinem Repertoire avancierte Pina Bauschs Inszenierung von Glucks Orpheus und Eurydike, die 2005 an der Opéra National de Paris Premiere feierte und 2012 auch in New York gezeigt wurde. Bei den Salzburger Festspielen 2015 stellten die Sängerinnen und Sänger Purcells Dido and Aeneas vor, inszeniert und dirigiert von Thomas Hengelbrock. Die Saison 2016/17 eröffnete der Chor im Zeichen Felix Mendelssohns: Gemeinsam mit dem Leipziger Gewandhausorchester interpretierte er das Oratorium Elias; zur Adventszeit folgten dann Konzerte mit weihnachtlichen Werken des Komponisten. Im Februar 2017 standen Monteverdis Selva morale e spirituale mit sechs Aufführungen in Spanien unter Pablo Heras-Casado auf dem Programm. Im April gastiert das Ensemble mit einem Schubert-Mozart-Abend beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, im Juni mit Beethovens Leonore unter Ivor Bolton bei den Dresdner Musikfestspielen. Der Balthasar-Neumann-Chor wurde 2005 mit dem Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg geehrt.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 19. März 1997 mit Werken von Antonio Lotti und Emanuele Rincon d’Astorga unter Leitung von Thomas Hengelbrock.

    Februar 2017

    Balthasar-Neumann-Ensemble

    Das 1995 von Thomas Hengelbrock gegründete Balthasar-Neumann-Ensemble hat sich nach dem epochalen Barockarchitekten Balthasar Neumann (1687–1753) benannt, der im Zusammenspiel von Malerei und Skulptur, Bau- und Gartenkunst eine Symbiose verschiedener Disziplinen realisierte. Diesem Ideal entsprechend streben die Musikerinnen und Musiker ein enges Miteinander der Künste an: mit musikalisch-literarischen Projekten, inszenierten Konzerten und Opernproduktionen. Musiziert wird auf Grundlage der historisch informierten Aufführungspraxis, die jedoch nicht auf die Alte Musik beschränkt ist. Werke vom Frühbarock bis zur Moderne werden, ihrer Entstehungszeit und dem historischen Hintergrund entsprechend, auf authentischem Instrumentarium dargeboten. Regelmässig gastiert das Ensemble am Festspielhaus Baden-Baden, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, an der Opéra National de Paris, am Teatro Real in Madrid, am Konzerthaus Dortmund und bei den Salzburger Festspielen. Neben den gemeinsamen Projekten, die mit Hengelbrock und dem Balthasar-Neumann-Chor erarbeitet werden, suchen auch Dirigenten wie Teodor Currentzis oder Pablo Heras-Casado die Zusammenarbeit mit dem Ensemble. Zu den jüngsten DVD-Veröffentlichungen gehören Donizettis L’elisir d’amore mit Rolando Villazón als Regisseur und Interpret des Nemorino sowie Mozarts Don Giovanni mit Anna Netrebko und Erwin Schrott. Zu seinem 20. Jubiläum präsentierte das Ensemble Verdis La traviata im Originalklang am Festspielhaus Baden-Baden und brachte Purcells Dido and Aeneas bei den Salzburger Festspielen zur Aufführung. Jüngstes Projekt ist das epochenüberschreitende Cross-over-Programm Himmel, Erde, Meer unter der Leitung des jungen schwedischen Dirigenten Olof Boman, in dem das Balthasar-Neumann-Ensemble Musik des Frühbarocks mit Werken der Moderne verbindet. Evonik Industries begleitet die Forschung der Balthasar-Neumann-Ensembles: Musikwissenschaftliche Recherchen werden ermöglicht und Quellenerkundungen unterstützt.

    Februar 2017

    Thomas Hengelbrock

    Thomas Hengelbrock, 1958 in Wilhelmshaven geboren, studierte Violine bei Conrad von der Goltz und bei Rainer Kussmaul in Würzburg und Freiburg. 1980 wurde er Konzertmeister der Jungen Deutschen Philharmonie; daneben musizierte er u. a. im Concentus Musicus Wien. 1985 zählte Thomas Hengelbrock zu den Mitbegründern des Freiburger Barockorchesters, 1991 rief er den Balthasar-Neumann-Chor ins Leben, 1995 das Balthasar-Neumann-Ensemble. Von 1995 bis 1998 amtierte er als Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, von 2000 bis 2003 war er Musikdirektor der Wiener Volksoper, und 2001 gründete er das Feldkirch Festival, dem er bis 2006 vorstand. 2011 übernahm er die Leitung des NDR Sinfonieorchesters, des heutigen NDR Elbphilharmonie Orchesters, mit dem er im Januar 2017 die Hamburger Elbphilharmonie glanzvoll eröffnete. Seit Beginn der Saison 2016/17 ist Hengelbrock überdies als «Chef associé» beim Orchestre de Paris tätig. Als Operndirigent arbeitete er bei den Bayreuther und den Schwetzinger Festspielen, am Festspielhaus Baden-Baden, an der Opéra National de Paris, am Teatro Real in Madrid und am Royal Opera House in London. Mehrfach hat Hengelbrock auch selbst Regie geführt: So inszenierte und dirigierte er bei der Ruhr-triennale Purcells King Arthur oder bei den Salzburger Festspielen Mozarts Il re pastore sowie Purcells Dido and Aeneas. Bei Konzerten leitete er u. a. das Chamber Orchestra of Europe, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und die Münchner Philharmoniker; 2015/16 debutierte er beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und bei den Wiener Philharmonikern. Neben dem historischen Repertoire befasst er sich auch mit zeitgenössischer Musik, die er schon früh, als Assistent von Witold Lutosławski und Mauricio Kagel, intensiv studierte. 2016 wurde ihm der Karajan-Musikpreis verliehen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 19. März 1997 mit dem Freiburger Barockorchester und dem Balthasar-Neumann-Chor, auf dem Programm standen Werke von Emmanuele Rincon d’Astorga und Antonio Lotti.

    Februar 2017
     

    Daniel Behle

    Der Tenor Daniel Behle, Jahrgang 1974, studierte zunächst Schulmusik, Posaune und Komposition. Anschliessend nahm er Gesangsunterricht bei seiner Mutter, der Sopranistin Renate Behle, und dem Tenor James Wagner. 2003 begann er seine Laufbahn im Ensemble des Staatstheaters Oldenburg, 2005 wechselte er an die Wiener Volksoper und 2007 an die Oper Frankfurt. Seit 2010 ist Daniel Behle freischaffend tätig und singt seither an den Staatsopern von Wien, München und Berlin, an der Opéra National de Paris, am Grand Théâtre de Genève und am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. 2014 stellte er sich als Matteo in Strauss’ Arabella bei den Osterfestspielen in Salzburg vor; beim Festival von Aix-en-Provence gastierte er als Belmonte in Mozarts Entführung. Ebenfalls mit einer Mozart-Partie, dem Ferrando in Così fan tutte, war er im Herbst 2016 erstmals am Royal Opera House in London zu erleben. Seine erste Wagner-Partie gestaltete Behle 2015 mit dem Erik im Fliegenden Holländer an der Oper Frankfurt; im Sommer 2017 gibt er seinen Einstand bei den Bayreuther Festspielen, wo er den David in den Meistersingern übernehmen wird. Und im Herbst 2017 wird er bei Beethovens Missa solemnis gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern auftreten. Daniel Behle ist ein gefragter Liedsänger, der u. a. bei der Schubertiade, den Schwetzinger Festspielen, beim Strauss-Festival in Garmisch oder in der Londoner Wigmore Hall auftrat und mehrere Lied-CDs eingespielt hat, darunter auch eine eigene Bearbeitung von Schuberts Winterreise, die er mit dem Schnyder Trio aufgenommen hat. Mit diesem Ensemble veröffentlichte er im Oktober 2016 auch seine jüngste CD, Mein Hamburg: eine Hommage an seine Heimatstadt mit weltbekannten Hits und eigenen Songs. Als Komponist hat er überdies einen Zyklus mit Ringelnatz-Liedern vorgelegt, die er im Beethoven-Haus Bonn zur Aufführung brachte. 

    Februar 2017

    Markus Butter

    Der österreichische Bariton Markus Butter, geboren 1973 in Bruck an der Mur, erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Mitglied und Solist bei den Wiener Sängerknaben, ehe er am Konservatorium und ab 1994 an der Musikuniversität in Graz Gesang studierte. Seine Berufslaufbahn begann er im Jungen Ensemble an der Bayerischen Staatsoper und an der Deutschen Oper am Rhein; von 2005 bis 2015 war er Ensemblemitglied an der Dresdner Semperoper, die ihn 2009 mit dem Christel-Goltz-Preis auszeichnete. Gegenwärtig steht er an der Oper Graz fest unter Vertrag, wo er Partien wie den Escamillo in Bizets Carmen, Kurwenal in Wagners Tristan oder den Gefangenen in Dallapiccolas Il prigioniero gestaltet. Regelmässig gastiert Markus Butter am Theater an der Wien; hier war er in Mozarts Don Giovanni, Haydns Orlando paladino, Johann Strauss’ Fledermaus und Weills Dreigroschenoper zu erleben. Bei den Salzburger Festspielen stellte er sich als Ottokar in Webers Freischütz vor, bei den Bregenzer Festspielen mit HK Grubers Geschichten aus dem Wiener Wald. Sein Repertoire umfasst auch italienische Rollen wie den Lescaut in Puccinis Manon Lescaut und den Marcello in La bohème oder den Germont in Verdis La traviata. Nicht zuletzt ist Markus Butter ein gefragter Konzertsänger: Mit dem London Symphony Orchestra unter Sir Antonio Pappano gestaltete er die Uraufführung von Peter Maxwell Davies’ Zehnter Sinfonie, unter Nikolaus Harnoncourt konzertierte er mit den Berliner Philharmonikern und an der Mailänder Scala. Weitere Auftritte führten ihn mit Daniel Harding und der Staatskapelle Dresden, mit Paavo Järvi und dem Orchestre de Paris, mit Semyon Bychkov und dem WDR Sinfonieorchester Köln sowie mit Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra zusammen. Auf CD hat Markus Butter u. a. Dvořáks Stabat Mater und Bachs Johannes-Passion vorgelegt.

    Februar 2017

    18.30 Uhr | Einführung mit Susanne Stähr | Auditorium

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