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«Jede Pause ist eine gute Pause»

Hélène Grimaud (Mat Hennek/DG) 

Hélène Grimaud über ihr Comeback und ihr Osterrezital in Luzern

Im letzten Sommer war die Enttäuschung gross, als die französische Starpianistin Hélène Grimaud ihr seit langem ausverkauftes Rezital bei LUCERNE FESTIVAL nach einer Operation absagen musste. Beim Osterfestival wird sie das Konzert nun nachholen. Und gibt zuvor schon Auskunft über das Programm.

Selbst den Krisen und schwierigen Momenten des Lebens kann Hélène Grimaud noch etwas Positives abgewinnen: «Jede Pause ist eine gute Pause, mit wie viel Schmerzen, Zweifeln, Verzicht und Verstörungen sie auch verbunden sein mag», bekennt sie im Rückblick auf das Jahr 2010, das ihr eine monatelange Unterbrechung der Konzerttätigkeit aufgenötigt hatte. «Ich habe gelernt, dass ich nichts mehr beweisen muss, nicht dem Publikum, dem Betrieb, den Kritikern oder mir selbst. Wer durch eine solche Krise gegangen ist, der weiss, dass er am Ende mit sich allein ist. Das macht gelassen. Und frei. Ich hoffe, dass ich mir diese Einsicht bewahren kann.»

Die Musik war es, die ihre Lebensgeister wieder beflügelte. Als erstes neues Projekt nahm sie sich die CD-Einspielung jenes Programms vor, das sie nun am 10. April in Luzern vorstellen wird: Sonaten von Wolfgang Amadé Mozart, Alban Berg und Franz Liszt, dazu die «Rumänischen Volkstänze» von Béla Bartók. «All diese Stücke leben von einer enormen Atemlosigkeit und Intensität», erklärt Hélène Grimaud. «Im Zentrum des Programms steht die Sonate op. 1 von Alban Berg, auf ihre Intimität und Décadence läuft alles zu. Flankiert von Liszts grandiosem Theaterdonner und Bartóks Momentaufnahmen spiegelt sie eine Operation am offenen Herzen, einen vitalen Zerfallsprozess. Mozart ist in diesem Kaleidoskop der Erste, der um diese Dinge weiss. Er weiss, dass die Welt immer zu gross und zu klein sein wird, um in eine 20-minütige Klaviersonate zu passen.»

24 Januar 2011

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