EN | FR | KONTAKT | SUCHE

Erstmals bei LUCERNE FESTIVAL: Michi Gaigg

Michi Gaigg  

Gleich vier Dirigenten feiern im Sommer 2009 ihren Einstand bei LUCERNE FESTIVAL: Michi Gaigg, Andris Nelsons, Antonio Pappano und Jukka-Pekka Saraste. Wir möchten Ihnen im Rahmen dieses und der nächsten Newsletter das Quartett vorstellen und beginnen – Ladies first – mit der Dame im Bunde.

Die Offenbarung kam per Post. Von ihrem Taschengeld bestellte sich die 16-jährige Michi Gaigg, die gerade ihr Violinstudium am Mozarteum aufgenommen hatte, beim Bertelsmann Lesezirkel eine Langspielplatte mit den Orchestersuiten von Johann Sebastian Bach – Nikolaus Harnoncourt hiess der Interpret. «Ich hatte damals noch keine Ahnung, wer das ist», erzählt sie. «Dann habe ich mir das Ganze angehört und bin schier in Ohnmacht gefallen: Das war ein Klang! Die Art des Musizierens, dieses Verschmelzen von Holzbläsern und Streichern! Von da an war alles anders.» Michi Gaigg, tatkräftig seit eh und je, fasste sich ein Herz und suchte die Begegnung mit dem bewunderten Vorbild. Es traf sich günstig, dass Harnoncourt damals auch einen Lehrauftrag an der Salzburger Hochschule übernommen hatte, kritisch beargwöhnt von den etablierten Kollegen, die seine Ideen der historischen Aufführungspraxis zum Teil für Spinnerei erklärten. «Harnoncourt war seinerzeit geradezu verfemt», erinnert sich Michi Gaigg. «Manche Professoren haben ihren Schülern unter Androhung, aus dem Unterricht zu fliegen, sogar verboten, seine Vorlesungen zu besuchen. Einer von ihnen war Sándor Vegh. Heute wundert mich das sehr, denn seine Mozart-Interpretationen sind gar nicht so weit von Harnoncourts Auffassung entfernt.»
Michi Gaigg indes folgte dem Mentor auf seinem Weg. Wie Harnoncourt einst mit dem Concentus Musicus Wien, begründete auch sie ihr eigenes Ensemble, zunächst L’Arpa Festante München, 1996 dann das Orfeo Barockorchester Linz, und leitete es vom ersten Violinpult aus. Mittlerweile hat sie allerdings ihren Platz auf der klassischen Dirigentenposition gefunden und bringt dabei sogar Opern zur Aufführung: von Händel und Telemann, Haydn und Rossini. «In der Kunst ist es wichtiger zu berühren als zu beeindrucken», lautet ihr Credo, mit dem sie sich bewusst gegen glatte und hochglanzpolierte Darbietungen wendet. Wer ihre vielfach preisgekrönten Aufnahmen hört oder ihre Konzerte besucht, kann sich gar nicht genug erfreuen am musikantischen Geist und der Spontaneität der Interpretationen, denen zuweilen ein improvisatorischer Gestus innewohnt – kein Wunder, glaubt die passionierte Jazzliebhaberin Michi Gaigg doch, dass gerade die Barockmusik auch Swing und Groove kennt. Doch hören Sie selbst: Bei LUCERNE FESTIVAL sind Michi Gaigg und das Orfeo Barockorchester Linz am 12. September zu Gast.

Online Kartenverkauf
 

14 Mai 2009

LUCERNE FESTIVAL ist Mitglied von
Top Events of Switzerland