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Tastenrausch und Totentanz: Alexei Volodin spielt Liszt

Alexei Volodin (Andrea Felvégi) 

«Mutig, bisweilen kompromisslos vertritt er seine Ansichten auf der Grundlage einer nicht nur hervorragenden, sondern erregend ausgebildeten Technik», schwärmte die Jury des «Concours Géza Anda», als sie Alexei Volodin 2003 mit dem Ersten Preis bedachte. Und hat damit Weitblick bewiesen, denn seine interpretatorische Eigensinnigkeit hat sich Volodin, der am 26. November mit Liszts Erstem Klavierkonzert zu Gast ist, bis heute bewahrt. «Man muss auf der Bühne eine Einstellung haben, sonst hat man dort nichts verloren», ist er überzeugt − und er pointiert: «Es gibt viele professionelle Musiker, aber nur wenige wahre Künstler.»

Alexei Volodin ist einer der wichtigsten jungen Exponenten der grossen russischen Klavierschule. Studiert hat er in Moskau bei Elisso Wirssaladze, einer Schülerin des legendären Heinrich Neuhaus, zu seinen Idolen zählen Rachmaninow und Horowitz, Gilels und Pletnev. «Unser Klang ist gross, rund, warm und singend. Technische Kontrolle und Professionalität werden extrem hoch geschätzt.» Hinzu komme das Bedürfnis russischer Pianisten, «nicht aus dem Handgelenk, sondern mit dem ganzen Körper und Körpergewicht zu spielen» − ohne allerdings in rein äusserliche Starallüren zu verfallen: Mikhail Pletnev beispielsweise, so Volodin, sehe, «wenn er auf die Bühne kommt, eher langweilig aus – aber er spielt wie ein Gott.» Vor allem geht es Volodin jedoch darum, «die Wahrheit und den Geist der Musik neu zu erschaffen». Denn «perfekt kann eine Maschine sein oder ein Computer. Aber in künstlerischen Dingen kann es keine Perfektion geben, das wäre das Ende jeder Kunst. An die Stelle von ‹Perfektion› möchte ich lieber den Begriff ‹Inspiration› setzen.»

Gemeinsam mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter Kirill Karabits interpretiert Alexei Volodin am 26. November zwei der vertracktesten Werke des Klavierrepertoires: Franz Liszts Erstes Klavierkonzert und seinen berühmt-berüchtigten «Totentanz».
 

02 November 2011

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