Der 1976 in Chambéry (Rhône-Alpes) geborene Geiger Renaud Capuçon studierte am Pariser Konservatorium bei Gérard Poulet und Veda Reynolds. Anschliessend ging er nach Berlin, um seine Fertigkeiten bei Thomas Brandis zu vervollkommnen, und auch von Isaac Stern erhielt er wertvolle Ratschläge. 1997 verpflichtete ihn Claudio Abbado als Konzertmeister in das Gustav Mahler Jugendorchester, dem er drei Jahre lang angehörte. Parallel dazu entwickelte sich Capuçons Solistenkarriere, die ihn bald zu den bedeutenden Orchestern in Europa und Amerika führen sollte. So konnte er bereits 2002 unter Leitung von Bernard Haitink bei den Berliner Philharmonikern debutieren; sein Einstand beim Boston Symphony Orchestra folgte 2004 unter der Stabführung Christoph von Dohnányis. Eine weitere wichtige Station bildete eine Tournee mit dem Orchestre de Paris und Christoph Eschenbach in der Spielzeit 2004/05. In der laufenden Saison konzertiert Capuçon mit dem London Symphony unter Daniel Harding, mit dem Philadelphia Orchestra unter Semyon Bychkov und mit dem Chicago Symphony unter Yannick Nézet-Séguin. 2003 wirkte Capuçon im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA mit; als passionierter Kammermusiker arbeitete er u. a. mit Martha Argerich, Daniel Barenboim, Elena Bashkirova, Yefim Bronfman, Hélène Grimaud, Katia und Marielle Labèque, Jean-Yves Thibaudet, Yuri Bashmet, Truls Mørk und Paul Meyer zusammen. Bei vielen renommierten Festivals war er zu Gast, von Aix-en-Provence bis Salzburg, von Ludwigsburg bis Lockenhaus, von Edinburgh bis Tanglewood. Seine Platteneinspielungen, darunter auch Aufnahmen mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon, wurden mehrfach ausgezeichnet. 2005 ging er als «Solist des Jahres» aus den «Victoires de la Musique» hervor, 2006 erhielt er den «Prix Georges Enescu», 2007 den «Echo Klassik». Renaud Capuçon spielt die Guarneri del Gesù «Panette» aus dem Jahr 1737, die zuvor Isaac Stern gehört hatte.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 11. April 2000 mit Mozarts Sinfonia concertante KV 364; Stefan Anton Reck leitete das Gustav Mahler Jugendorchester.
1. Dezember 2010