Namgyal Lhamo wurde 1956 als Tochter tibetischer Eltern in Nepal geboren und wuchs in Indien auf, wo sie am Tibetan Institute of Performing Arts in Dharamsala die traditionelle tibetische Gesangskunst und Instrumentalmusik studierte. An dieser Akademie, die unter der Schirmherrschaft des heutigen Dalai Lama steht, avancierte sie bald zum «Star» und wurde als «tibetische Nachtigall» auch in der westlichen Welt bekannt. Seit 1980 lebt Namgyal Lhamo in den Niederlanden und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Erbe ihrer Vorväter zu bewahren und zu pflegen: Sie sammelt Gesänge, Gebete und Tänze aus den verschiedenen tibetischen Provinzen, schreibt neue Lieder, die im tibetischen Stil verwurzelt sind, und bringt diese Stücke weltweit zur Aufführung. Dabei begleitet sie sich selbst auf traditionellen Musikinstrumenten wie der Dranyen (Laute), dem Gyumang (Zither) oder der Lingbu (Flöte). Nicht zuletzt geht es ihr darum, mit ihrer künstlerischen Arbeit auf die Situation des tibetischen Volkes aufmerksam zu machen, dessen Kulturraum der Volksrepublik China annektiert wurde, wobei viele Klöster und Kulturdenkmäler der Zerstörung anheimfielen. Namgyal Lhamo trat bei Projekten wie «Earth Dance», «World Artists for Tibet» und Freiheitskonzerten in New York und Amsterdam auf; sie wurde zur 50-Jahres-Feier der Menschenrechtsdeklaration bei den Vereinten Nationen eingeladen. Bei diesen Konzerten präsentierte sie sich gemeinsam mit Kollegen wie Björk, Alanis Morissette und den Beastie Boys. Als Schauspielerin und Produzentin hat sie bei Filmen wie Karma (2006) und Drapchi (2010) mitgewirkt. Für ihr Musikvideo Paradise Lost (2008) wurde Namgyal Lhamo u. a. mit dem «Tibetan Music Award» ausgezeichnet. Mehrere CDs dokumentieren ihre Kunst: Zuletzt erschienen Pure und The Enchanted Land.
Mai 2012