Jean-Yves Thibaudet, Jahrgang 1961, stammt aus Lyon, begann mit fünf Jahren seine Klavierausbildung und trat als Siebenjähriger erstmals öffentlich auf. 1974 wurde er bereits an das Pariser Conservatoire aufgenommen, wo ihn Aldo Ciccolini und Lucette Descaves, die noch mit Maurice Ravel zusammengearbeitet hatte, unterrichteten. Hier legte er die Fundamente für seine gerühmten Interpretationen französischer Musik. Thibaudets internationale Karriere nahm ihren Anfang, als er 1981 die «Young Concert Artists Auditions» in New York gewann und kurz danach bei einem Konzert für Arturo Benedetti Michelangeli einsprang. Seither hat ihn seine Laufbahn mit vielen bedeutenden Orchestern zusammengebracht: in den USA mit dem Bos-ton und dem Chicago Symphony, dem New York und Los Angeles Philharmonic sowie dem Cleveland Orchestra, in Europa mit dem London Symphony, dem Concertgebouworchester oder dem Orchestre National de France. Regelmässig gibt Thibaudet Rezitale in den grossen Konzertsälen der Welt – allein in der Saison 2010/11 standen Auftritte u. a. in Berlin, Frankfurt und Amsterdam, in der New Yorker Carnegie Hall sowie in mehreren anderen amerikanischen Städten auf seinem Programm. Ausserdem absolvierte er eine Deutschland-Tournee mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski. Thibaudets Diskographie umfasst mehr als vierzig Einspielungen, deren Repertoire sich von der Romantik bis zu Duke Ellington spannt; dafür wurde er mit Preisen wie dem «Diapason d’Or», dem «Echo Klassik», dem «Gramophone Award» und dem «Edison Prize» ausgezeichnet. Zuletzt erschien 2010 eine Platte mit Musik von George Gershwin. Jean-Yves Thibaudet ist «Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres»; für sein Lebenswerk erhielt er 2007 den «Victoire d’Honneur». Im Juni 2010 wurde er überdies in die Hollywood Bowl Hall of Fame aufgenommen.
Debut bei LUERNE FESTIVAL (IMF) am 30. August 1995 mit Ravels G-Dur-Klavierkonzert mit dem Concertgebouworchester unter Riccardo Chailly.
August 2011