Grigory Sokolov, der 1950 in Leningrad geboren und früh schon von Emil Gilels gefördert wurde, gewann im Alter von sechzehn Jahren den Ersten Preis beim berühmten Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb. Seine mittlerweile mehr als vier Jahrzehnte umspannende internationale Karriere hat ihn in die wichtigsten Musikzentren der Welt geführt: nach London, Paris und Wien, nach Berlin, Madrid und Salzburg, nach München, Rom und New York. Als Solist in Orchesterkonzerten arbeitete Sokolov mit Dirigenten wie Myung-Whun Chung, Valery Gergiev, Trevor Pinnock, Neeme Järvi, Herbert Blomstedt und Sakari Oramo zusammen; er musizierte mit dem New York Philharmonic, dem Montreal Symphony Orchestra, dem Koninklijk Concertgebouworkest, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Philharmonia Orchestra in London und den Münchner Philharmonikern. Im Mittelpunkt seines künstlerischen Wirkens aber steht das Solorepertoire, das er in einer denkbar breiten Auswahl interpretiert: von wenig bekannten Cembalowerken des Barock über die grossen Klassiker und Romantiker bis zur Musik des 20. Jahrhunderts. Minutiös bereitet er seine Rezitale vor und macht sich vor jedem Auftritt genauestens vertraut mit der Feinmechanik der jeweiligen Instrumente, auf denen er konzertieren wird; selbst am Tag des Konzerts probt er noch viele Stunden im Saal, um die akustischen Bedingungen und die Spezifika des Flügels zu erkunden. Sokolovs Klavierabende tragen Ereignischarakter für eine wachsende Schar von Kennern und Enthusiasten, denn er versteht es, höchste Virtuosität mit Poesie, rhythmischer Freiheit und erlesener Phrasierungskunst zu verbinden. Seine CD-Aufnahmen sind grösstenteils live eingespielt: Grigory Sokolov zieht den magischen Moment des Konzertereignisses der sterilen Atmosphäre im Studio vor. Zuletzt erschien auf DVD ein Konzertmitschnitt aus dem Pariser Théâtre des Champs-Elysées, der von Bruno Monsaingeon gefilmt wurde.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 22. November 2001 mit Werken von Haydn, Mozart und César Franck.
14. Oktober 2010