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Georg Friedrich Haas

Georg Friedrich Haas (LUCERNE FESTIVAL/Priska Ketterer) 

Georg Friedrich Haas, der 1953 in Graz geboren wurde und in Vorarlberg aufwuchs, studierte zunächst Mathematik und Physik, wechselte aber bald zur Musik und belegte die Fächer Klavier bei Doris Wolf und Komposition bei Ivan Eröd; bei Gösta Neuwirth erhielt er Einblick in die Praxis elektronischer Musik. Weitere Impulse vermittelte ihm ein Postgraduierten-Studium bei Friedrich Cerha, das er von 1981 bis 1983 in Wien absolvierte. Von 1982 bis 1987 arbeitete Haas als Lehrer für Musiktheorie am Oberstufenrealgymnasium in Graz, 1989 wurde er als Professor an die Musikhochschule der steirischen Hauptstadt berufen, und seit 2005 leitet er eine Kompositionsklasse an der Musikhochschule Basel. Georg Friedrich Haas gehört zu den Gründervätern des Musikprotokolls beim Steirischen Herbst, das erstmals 1988 stattfand; von 1991 bis 1994 war er für das Programm der Bludenzer Tage zeitgemässer Musik verantwortlich. Als Musikpublizist veröffentlichte er Texte zu Luigi Nono, Ivan Wyschnegradsky, Alois Hába und Pierre Boulez. Haas’ Œuvre umfasst nahezu alle Gattungen, vom Solostück bis zum Musiktheater. Seine Kammeroper Nacht wurde 1998 bei den Bregenzer Festspielen szenisch uraufgeführt, Die schöne Wunde nach Kafka und Poe folgten dort im Sommer 2003. Als sein jüngstes Werk für das Musiktheater kam 2008 Melancholia (Libretto: Jon Fosse) im Pariser Palais Garnier heraus. Eine umfangreiche Retrospektive der Haasschen Werke stand 2007 im Mittelpunkt des Festivals Wien Modern; in den letzten beiden Jahren feierten die Mendelssohn-Hommage Traum in des Sommers Nacht mit dem Leipziger Gewandhausorchester und limited approximations für sechs Flügel und Orchester bei den Donaueschinger Musiktagen ihre Weltpremieren. Georg Friedrich Haas erhielt für sein Schaffen u. a. den Sandoz-Preis (1992), den Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien (1998), den Preis der Stadt Wien für Musik (2004) und den Grossen Österreichischen Staatspreis (2007).

25. März 2011

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