Die im niederländischen Delft geborene Mezzosopranistin Christianne Stotijn wurde am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam zunächst als Geigerin ausgebildet, bevor sie sich für die Gesangslaufbahn entschied. Im Jahr 2003 schloss sie ihr Studium ab, das sie zu Noelle Barker, Udo Reinemann und Jard van Nees geführt hatte; gegenwärtig wird sie von Janet Baker betreut. Ihr Operndebut gab Christianne Stotijn 2003 an der Nationale Reisopera mit Händels Arianna in Creta. Das barocke Musiktheater bildet für sie einen Schwerpunkt ihrer Bühnentätigkeit: An der Nederlandse Opera in Amsterdam war sie als Ottavia in Monteverdis L’incoronazione di Poppea zu erleben und am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel gestaltete sie gerade die Rolle der Cornelia in Händels Giulio Cesare. Doch auch Werke wie Tschaikowskys Pique Dame (Pauline an der Opéra National de Paris) und Rossinis L’Italiana in Algeri (Isabella beim Festival d’Aix-en-Provence) haben in ihr eine berufene Interpretin gefunden. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit aber steht der Konzertbereich: Christianne Stotijn konzertierte mit dem Koninklijk Concertgebouworkest, dem Orchestre des Champs-Elysées, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Concerto Köln und dem Orchestre National de France. Zu den Dirigenten, die sie verpflichteten, zählen Bernard Haitink, René Jacobs, Gustavo Dudamel, Andrew Davis, Gennady Roshdestvensky, Philippe Herreweghe und Frans Brüggen. Bereits als Gewinnerin des Borletti Buitoni Award (2005) und Mitglied im «BBC New Generation Artists Scheme» beschäftigte sie sich intensiv mit dem Liedgesang; seither präsentierte sie sich mit Rezitals und Kammermusik im Konzerthaus und dem Musikverein Wien, in der Carnegie Hall New York, dem Théâtre du Châtelet Paris, dem Mozarteum Salzburg und dem Teatro alla Scala in Mailand. Für ihre Einspielung von Frank Martins Cornet wurde Christianne Stotijn 2008 mit einem «Echo Klassik» ausgezeichnet.
1. Dezember 2008