Parallel zu seinem Medizinstudium, das er mit der Promotion im Fach Orthopädie abschloss, liess der 1969 in Straubing geborene Bariton Christian Gerhaher seine Stimme an der Münchner Musikhochschule ausbilden, wo er gemeinsam mit seinem Klavierpartner Gerold Huber die Liedklasse von Friedemann Berger absolvierte. Ausserdem besuchte er Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf und Inge Borkh. Im Jahr 1998 begann Gerhaher seine professionelle Sängerlaufbahn und gab wenig später seinen Einstand in der New Yorker Carnegie Hall. Seitdem gastiert er als Liedsänger in den renommierten Musikzentren der Welt und arbeitet mit führenden Orchestern unter Leitung von Dirigenten wie Pierre Boulez, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Mariss Jansons, Kent Nagano, Simon Rattle oder Christian Thielemann zusammen. Neben seinen Auftritten mit Lied- und Konzertrepertoire ist Christian Gerhaher auch in ausgewählten Opernproduktionen zu erleben: So gestaltete er die Partie des Papageno in der Zauberflöte unter Riccardo Muti bei den Salzburger Festspielen und übernahm die Titelrolle in Henzes Der Prinz von Homburg am Theater an der Wien. Als Wolfram im Tannhäuser war er u. a. am Teatro Real Madrid, an der Wiener und der Bayerischen Staatsoper sowie am Royal Opera House in London zu erleben. Und an der Oper Frankfurt, wo er 2005 als Monteverdis Orfeo debutierte, stehen für ihn als nächstes der Eisenstein aus der Fledermaus und Debussys Pelléas auf dem Programm. Christian Gerhahers CD-Einspielungen wurden vielfach preisgekrönt: Viermal schon erhielt er den «Preis der deutschen Schallplattenkritik» und dreimal den «Echo Klassik», dazu den «Gramophone Award» und den «Edison Award». 2010 wurde er sowohl bei der MIDEM in Cannes als auch in der Jahresumfrage der Opernwelt als «Sänger des Jahres» geehrt. Christian Gerhaher lehrt als Honorarprofessor an der Münchner Musikhochschule.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 5. April 2003 mit Haydns Oratorium Die Schöpfung unter Leitung von Nikolaus Harnoncourt.
3. Dezember 2010