Die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan schloss ihre Gesangsausbildung bei Mary Morrison an der University of Toronto 1998 mit dem Master of Music ab. Weitere Studien führten sie an das Banff Centre for the Arts, das Steans Institute in Ravinia und an das Königliche Konservatorium in Den Haag. Als Opernsängerin hat sie sich ein Repertoire erarbeitet, das sich von Händel und Hasse über Gluck und Mozart bis zu Strawinskys Ann Trulove und den Titelrollen in Janáčeks Schlauem Füchslein sowie Brittens The Rape of Lucretia erstreckt. Vor allem aber ist Barbara Hannigan eine weltweit gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik: Sie gestaltete viele Uraufführungen, darunter Louis Andriessens Writing to Vermeer, Michel van der Aas One, Gerald Barrys The Bitter Tears of Petra von Kant und zuletzt, im Mai 2011, Toshio Hosokawas Matsukaze. Als Gepopo in Ligetis Le Grand Macabre, den sie bereits 2009 am Théâtre Royal de la Monnaie verkörperte, wird sie Ende des Jahres am Gran Teatre del Liceu in Barcelona zu erleben sein. Auch im Konzertbereich hat die Moderne für Barbara Hannigan Priorität: Unter Leitung von Peter Eötvös sang sie den Solopart in Ligetis Aventures und Nouvelles Aventures, das Requiem des Komponisten interpretierte sie unter Jonathan Nott mit den Bamberger Symphonikern bei den Salzburger Festspielen und anschliessend mit den Berliner Philharmonikern. Überdies gelten die Correspondances von Henri Dutilleux als eines ihrer Paradestücke: Sie sang das Werk unter Leitung von Reinbert de Leeuw, Sakari Oramo, Esa-Pekka Salonen, Kurt Masur und Simon Rattle. Seit der Spielzeit 2005/06 konzertiert sie mit Maurizio Pollini, so bei Auftritten in Tokio, Wien, Rom, Brüssel, Paris und an der Mailänder Scala. Derzeit schreibt George Benjamin eine neue Oper für sie, die 2012 in Aix-en-Provence uraufgeführt wird; ausserdem wird Barbara Hannigan in der Saison 2011/12 in Brüssel ihr Rollendebut als Alban Bergs Lulu geben.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 24. August 2008 im Rahmen des Pollini-Projekts mit Werken von Luigi Nono.
August 2011