Das Credo einer Komponistin: «Ich suche nach einer Balance von Intellekt und Gefühl. Ich möchte diese Balance schaffen, um in grössere Tiefen zu gelangen. Ich möchte existenzielle musikalische Erfahrungen vermitteln. Unsere musikalische Erziehung beginnt, wenn unsere Mütter uns Wiegenlieder singen. Ich möchte als Komponistin von dieser Musik ausgehen, die ich als erste in meinem Leben gehört habe. Ich möchte nicht elitär sein.» Kaija Saariaho, die 1952 in Helsinki geboren wurde und seit 1982 in Paris lebt, führt mit ihren Werken in Traumwelten und Fantasieräume. Sie lässt sich von den Wundern der Natur inspirieren, von Polarlichtern, Seerosen oder Kristallen; sie knüpft an Phänomene der Wissenschaft an, und sie schlägt immer wieder eine Brücke zu anderen künstlerischen Genres: zur Malerei, die sie nach dem Abitur selbst zunächst studierte, aber auch zur Literatur oder zu Film und Videokunst. «Musik ist meine Art, mich dem Göttlichen zu nähern», lautet ihr Geheimnis.
Als «composer-in-residence» bei LUCERNE FESTIVAL stellt Kaija Saariaho Werke aus zweieinhalb Jahrzehnten vor, von ihrem ersten Erfolgsstück «Lichtbogen» (1986), das mit Spektralanalyse arbeitet, bis zum neuesten Orchesterwerk «Laterna Magica», einer Hommage an den grossen Regisseur Ingmar Bergman. Im Zentrum stehen Kaija Saariahos Kompositionen mit Live-Elektronik – passend zum Schwerpunkt der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY, die sich in mehreren Konzerten dem Œuvre der Finnin zuwendet.
Wie ihr Kollege Jörg Widmann ist auch Kaija Saariaho eine unkonventionelle Musikerin, die ihren ganz eigenen Weg gesucht und gefunden hat, jenseits von Schulen und Doktrinen. Sie fürchtet weder den konsonanten Schönklang noch die grossen Gefühle: «Oft finden Leute meine Musik zu emotional, aber noch haben wir in Europa verschiedene Kulturen», gibt sie zu bedenken. «Kunst hat immer einen emotionalen Hintergrund, und wer das verstecken möchte, der hat meines Erachtens ein ziemliches Problem.»
Ausführliche Biographie von Kaija Saariaho finden Sie
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