Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Auszüge aus «Das musikalische Opfer» BWV 1079
Olivier Messiaen (1908-1992)
«Quatuor pour la Fin du Temps»
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Kammersinfonie c-Moll op. 110a,
eingerichtet von Rudolf Barschai nach dem Streichquartett Nr. 8
Das Ende der Zeit. Am 15. Januar 1941 fand in der ungeheizten Waschküche eines Kriegsgefangenenlagers bei Görlitz – draussen herrschten eisige Minusgrade – die Uraufführung von Olivier Messiaens «Quatuor pour la Fin du Temps» statt. «Nie hat man mir mit so viel Aufmerksamkeit und Verständnis zugehört», erinnerte sich Messiaen, der sich mit dem Werk auf die Offenbarung des Johannes bezog: auf den Untergang der Welt. Oder auf den Beginn der Ewigkeit? Auch Dmitri Schostakowitsch gedachte mit seinem Achten Streichquartett einer endzeitlichen Erfahrung: Er komponierte es 1960, als er sich zu Dreharbeiten in Dresden aufhielt, wo zu seiner Musik ein Film über die verheerende Bombardierung der Stadt vom Februar 1945 entstand. «Den Opfern des Faschismus und des Krieges» widmete er denn auch das Quartett, das ein instrumentales Requiem darstellt. Eröffnet aber wird das Konzert mit einem Werk, das sich expressis verbis als «Musikalisches Opfer» versteht: der kontrapunktischen Geheimwissenschaft des späten Johann Sebastian Bach.
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