Münchner Philharmoniker
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Lorin Maazel
Dirigent
Richard Wagner (1813-1883)
Ouvertüre und Venusberg-Bacchanal aus «Tannhäuser»
Vorspiel und Liebestod aus «Tristan und Isolde»
Anton Bruckner (1824-1896)
Sinfonie Nr. 3 d-Moll WAB 103
Fassung von 1889 in der Edition von Leopold Nowak
Anton Bruckner war ein gottesfürchtiger Mensch, der seinen Tagesablauf streng nach religiösen Ritualen und Gebetszyklen organisierte. Aber er glaubte auch an Richard Wagner, den «Meister aller Meister», wie er ihn zu nennen pflegte. Bruckner habe die Errungenschaften, die Wagner im Musikdrama erreichte, auf das Gebiet der Sinfonik übertragen, heisst es immer wieder. Freilich stellt sich die Frage, ob die Verwandtschaft zwischen beiden Komponisten wirklich so signifikant ist. Lorin Maazel, der im September 2012 die Position des Chefdirigenten bei den Münchner Philharmonikern antritt, sorgt mit der Gegenüberstellung der Dritten Sinfonie Bruckners, die Wagner gewidmet ist, und zweier Orchesterstücke aus Wagner-Opern für aufschlussreiche Erkenntnisse. Die schwüle Erotik, wie sie aus dem Venusberg-Bacchanal des «Tannhäuser» oder dem «Tristan»-Vorspiel tönt, ist bei Bruckner jedenfalls weniger zu finden, dafür eine blockhafte Behandlung des Orchestersatzes mit harten Schnitten. Bruckner war alles andere als ein Epigone.
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