Léon Berben
Orgel
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
«Dritter Teil der Clavier-Übung» BWV 552, 669–689 und 802–805 («Grosse Orgelmesse»)
Mit dem Dritten Teil seiner «Clavier-Übung», der 1739 in Leipzig erschien, legte Johann Sebastian Bach eine Art christlicher Lebensordnung für die Orgel vor – und ein Musterbild theologischer Zahlenmystik: 27 Stücke umfasst die Sammlung, also 3 x 3 x 3 Nummern, eine Potenzierung der heiligen Dreieinigkeit, die obendrein in den Rahmenteilen durch die Tonart Es-Dur mit ihren drei Vorzeichen gespiegelt wird. Die 21 Choralvorspiele des Zyklus umfassen einerseits jene protestantischen Hymnen, die das deutsche Gegenstück zum Kyrie und Gloria der lateinischen Messe darstellen; andererseits umkreisen sie die sechs «Hauptstücke» des Lutherschen Katechismus: die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, die Taufe, das Abendmahl und die Beichte. Der niederländische Organist Léon Berben, ein Schüler von Gustav Leonhardt und Ton Koopman, der mehrfach mit dem «Preis der deutschen Schallplattenkritik» ausgezeichnet wurde, vertieft sich in diesen tönenden Glaubenskosmos, der zugleich ein Kompendium des liturgisch gebundenen Orgelspiels bietet.
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