Das Tonhalle-Orchester Zürich, das 1868 gegründet wurde, ist das älteste Schweizer Sinfonieorchester. Mit der Eröffnung der Zürcher Tonhalle im Jahr 1895 erhielt es einen Konzertsaal, der als einer der besten der Welt gilt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Orchester wesentlich von Volkmar Andreae geprägt, der mehr als vierzig Jahre lang, von 1906 bis 1949, die Chefposition innehatte. Ihm folgten Erich Schmid (1949–57), Hans Rosbaud (1957–62), Rudolf Kempe (1965–72), Gerd Albrecht (1975–80), Christoph Eschenbach (1982–86) und Hiroshi Wakasugi (1987–91), bevor 1995 die Amtszeit von David Zinman begann, die längst als Ära bezeichnet werden kann. Nicht vergessen seien die zahlreichen renommierten Gastdirigenten, unter denen sich so prominente Maestri wie Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Karl Böhm, Otto Klemperer, Rafael Kubelík und Carl Schuricht befinden; in neuerer Zeit haben vor allem Frans Brüggen, Charles Dutoit, Bernard Haitink, Marek Janowski, Mariss Jansons und Gennady Rozhdestvensky regelmässig die Konzerte geleitet. Heute gehören rund hundert Musikerinnen und Musiker dem Tonhalle-Orchester an, das pro Saison etwa hundert Konzerte mit fünfzig verschiedenen Programmen präsentiert. Zahlreiche Gastspielreisen in alle Welt und umfangreiche Aufnahmeprojekte ergänzen das Spektrum der künstlerischen Aktivitäten. David Zinman spielte mit dem Orchester u. a. die Sinfonien Beethovens, Schumanns und Mahlers komplett ein und legte Orchesterwerke von Richard Strauss auf CD vor; der Beethoven-Zyklus, 1999 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet, erreichte mittlerweile siebenstellige Verkaufszahlen. Nach der Gesamtaufnahme der Sinfonien von Johannes Brahms im Frühjahr 2010 steht in der Saison 2010/11 ein Schubert-Zyklus auf dem Programm.
Bisher ein Auftritt bei LUCERNE FESTIVAL: David Zinman dirigierte am 14. September 2003 Werke von Luciano Berio, Antonín Dvořák und Richard Strauss.
3. Juli 2010