Auf eine glanzvolle Geschichte von 111 Jahren kann das Philadelphia Orchestra zurückblicken, das im Jahr 1900 gegründet wurde. In dieser langen Zeit hatten nur sieben Dirigenten die musikalische Leitung inne: Nach Fritz Scheel und Carl Pohlig stand Leopold Stokowski (1912–41) an der Spitze des Orchesters, gefolgt von Eugene Ormandy, der bis 1980 eine noch längere Ära verantwortete. Danach übernahmen Riccardo Muti (1980–92), Wolfgang Sawallisch (1993–2003) und Christoph Eschenbach (2003–08) die Leitungsposition. Der gegenwärtige Chef Charles Dutoit soll 2012 zum Ehrendirigenten ernannt werden, wenn er sein Amt an den jungen Kanadier Yannick Nézet-Séguin übergibt. Während der Spielzeit von September bis Mai gestaltet das Philadelphia Orchestra rund 130 Konzerte im 2001 eröffneten Kimmel Center for the Performing Arts. Jährliche Residenzen führen die Musikerinnen und Musiker in die New Yorker Carnegie Hall, in das Mann Center im Fairmount Park, zum Saratoga Performing Arts Center in Upstate New York und zum «Bravo! Vail Valley Musik Festival» nach Colorado; regelmässig treten sie auch im Kennedy Center in Washington, D.C. auf. Das Philadelphia Orchestra kann auf eine Reihe bemerkenswerter Premieren verweisen: Es musizierte die amerikanischen Erstaufführungen von Werken wie Mahlers Achter Sinfonie, Strawinskys Le Sacre du Printemps und Schönbergs Gurreliedern. Als erstes amerikanisches Orchester begab es sich 1936 auf eine transkontinentale Gastspielreise und übernahm auch mit seinen Auftritten in der Volksrepublik China (1973) und in Vietnam (1999) die Vorreiterrolle. Nach der grossen Asien-Tournee des Jahres 2010 bereist das Philadelphia Orchestra in diesem Sommer Europa: mit Stationen u. a. beim Edinburgh Festival, beim Musikfest Berlin, bei den BBC Proms und in der Pariser Cité de la Musique.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 26. August 1982 mit Schumanns Vierter und Mahlers Erster Sinfonie unter Leitung von Riccardo Muti.
August 2011