Das Cleveland Orchestra, das seit 2002 unter der Künstlerischen Leitung von Franz Welser-Möst steht und in der berühmten Severance Hall zu Hause ist, wurde 1918 von Bürgern der Stadt gegründet. Erster Musikdirektor war der russisch-amerikanische Dirigent Nikolai Sokoloff, der während fünfzehn Jahre an der Spitze stand; ihm folgten Artur Rodzinski (1933–43) und Erich Leinsdorf (1943–46). Fast ein Vierteljahrhundert lang währte die Amtszeit von George Szell, der bis 1970 die Leitung innehatte. Seit dieser Ära gelten «the Clevelanders» als «europäischstes» der amerikanischen Orchester und eines der weltweit besten obendrein. Das Orchester wurde während dieser Zeit vergrössert und erweiterte sein Angebot durch eine jährliche Sommersaison im Blossom Music Center südlich der Stadt; es nahm seine internationale Tourneetätigkeit auf und erhielt durch die Gründung des Cleveland Orchestra Chorus ein eigenes Vokalensemble. Nach Szells Tod im Jahr 1970 lenkte Pierre Boulez interimistisch die Geschicke, bis mit Lorin Maazel ein neuer Musikdirektor zur Saison 1972/73 die Leitung übernahm. 1984 übergab er das Amt an Christoph von Dohnányi, der dem Orchester achtzehn Jahre vorstand und nach seinem Abschied zum Ehrenmusikdirektor ernannt wurde. Unter Franz Welser-Möst hat das Cleveland Orchestra sein Spektrum um Residenzen erweitert, die es allwinterlich in das Miami Performing Arts Center und im regelmässigen Turnus in den Wiener Musikverein, in die New Yorker Carnegie Hall und ins Lincoln Center sowie zu LUCERNE FESTIVAL führen. Einen wichtigen Stellenwert nehmen das «Education Program» und die «Community Music Initiative» ein: Schon vier Millionen Kinder haben diese Angeboten wahrgenommen. Überdies werden regelmässig Kompositionsaufträge vergeben, so zuletzt an Marc-André Dalbavie, Matthias Pintscher, Johannes Maria Staud und Sean Shepherd.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 28. August 1967 mit Werken von Berlioz, Mozart und Sibelius unter der Leitung von George Szell.
Mai 2012