Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das 1946 ins Leben gerufen wurde, verfolgt bis heute die Programmatik seiner Gründerväter, die sich der Förderung Neuer Musik ebenso verpflichtet fühlten wie der Pflege des traditionellen sinfonischen Repertoires. In diesem Sinne prägten u. a. Hans Rosbaud, Ernest Bour und Michael Gielen als Chefdirigenten das Profil und bildeten einen Klangkörper heran, der für seine schnelle Auffassungsgabe bei der Erarbeitung neuer Partituren ebenso gerühmt wird wie für seinen Umgang mit den Erkenntnissen der historisch informierten Aufführungspraxis. Von 1999 bis 2011 stand Sylvain Cambreling dem Orchester vor; Werke von Mozart, Berlioz, Debussy und Messiaen zählten zu den Schwerpunkten seiner Arbeit, dazu selbstverständlich die unmittelbare Gegenwart. Mit der laufenden Spielzeit hat François-Xavier Roth das Amt des Chefdirigenten übernommen und wird u. a. einen Zyklus mit Haydn- und Beethoven-Sinfonien sowie Tondichtungen von Richard Strauss und Werke von Pierre Boulez aufführen. Von Beginn an war das SWR Sinfonieorchester auf den wichtigen Bühnen der Welt zu Hause: In der New Yorker Carnegie Hall spielte es die amerikanische Erstaufführung von Bernd Alois Zimmermanns Requiem für einen jungen Dichter; bei den Salzburger Festspielen musizierte es Helmut Lachenmanns Mädchen mit den Schwefelhölzern; bei der ersten Ruhrtriennale fungierte es als «orchestra-in-residence», und zuletzt brachte es im Juli 2011 am Teatro Real in Madrid eine Neuproduktion von Messiaens Saint François d’Assise heraus. Regelmässige Auftritte führen die Musikerinnen und Musiker ausserdem nach Wien, Paris, Brüssel und Berlin. Mehr als 600 Werke wurden im Laufe der Jahrzehnte auf CD eingespielt, und rund 400 Kompositionen gelangten zur Uraufführung, viele davon bei den Musiktagen in Donaueschingen: Bis heute ist das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg ein wichtiger Partner für die Komponisten unserer Zeit.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 29. August 1973 mit Werken von Brun, Schnyder von Wartensee, Jenny, Eisenmann und Benary unter der Leitung von Max Sturzenegger.
24. September 2011