Das kammermusikalische Miteinander bildet ein Ideal in der künstlerischen Arbeit des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA – seit Beginn seiner Konzerttätigkeit im Sommer 2003. Dieser Gedanke prägt jedoch nicht nur das Musizieren in grosser Besetzung bei den Sinfoniekonzerten; erwünscht ist vielmehr, dass sich die Orchestermitglieder auch in verschiedenen kleineren Ensembles und oft ungewöhnlicher Konstellation zum gemeinsamen Spiel zusammenfinden. Auf diese Weise gelangen auch Werke zu Gehör, die im Konzertleben häufig vernachlässigt werden, weil es für ihre Instrumentalbesetzung keine Spezialensembles gibt – man denke etwa an Messiaens Quatuor pour la Fin du Temps mit der ungewöhnlichen Besetzung von Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier, das im heutigen Konzert erklingt. Während im ersten Kammermusikprogramm, das von Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA im Sommer 2012 gestaltet wird, die Blechbläser und Perkussionisten ihren grossen Auftritt feiern, sind es an diesem Abend vor allem die Streicher, die im Zentrum stehen. Ausgewählt haben sie die Kammersinfonie c-Moll op. 110a von Dmitri Schostakowitsch, die sie unter Leitung ihres langjährigen Konzertmeisters Kolja Blacher zu Gehör bringen werden. Das Programm spiegelt aber noch eine weitere Prämisse in der künstlerischen Arbeit des Orchesters, nämlich die Vielfalt des Repertoires und den Anspruch, der Musik einer jeden Epoche mit den adäquaten stilistischen Mitteln zu begegnen – ob Bach, Schostakowitsch oder Messiaen. Die Mitglieder des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA sind international bekannte Solisten und Kammermusiker oder Hochschullehrer, die sich gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Mahler Chamber Orchestra allsommerlich zu einem exquisiten Klangkörper formieren.
Mai 2012